Bluesky Social
: Wie Twitter, nur ohne Musk? Was hinter dem Hype um Bluesky steckt

Ein neues soziales Netzwerk macht jetzt Twitter Konkurrenz. Ob die Alternative mit dem Angebot von Elon Musk mithalten kann – und wer hinter der neuen App steckt.
Von
Amina Gall
Ulm
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Aus Twitter wurde X. Doch viele Nutzerinnen und Nutzer verlassen die App. Eine der neuen Alternativen heißt Bluesky.

Monika Skolimowska/dpa

Seit der Twitter-Übernahme von Elon Musk sind viele Nutzer auf der Suche nach einer Alternative für die App, die jetzt X heißt. Nach Mastodon und Threads ist nun ein anderer Dienst in aller Munde: Bluesky. Der Microblogging Client soll so ähnlich funktionieren wie das Netzwerk X.

Was ist Bluesky?

Das neue soziale Netzwerk basiert auf dem „Authentical Transfer Protocol“, oder kurz AT-Protokoll. Das Protokoll soll eine Möglichkeit bieten, dass soziale Netzwerke „mehr wie E-Mail, Blogs oder Telefonnummern funktionieren“, heißt es auf der Website (eigene Übersetzung). Das bedeutet: Das Protokoll weist jedem Nutzer ein Standardformat zur Identität, den Followern und anderer Daten zu. So können sich User auch zwischen verschieden auf dem Protokoll basierenden Apps frei hin- und herbewegen – ohne neue Profile zu benötigen.

Die App Bluesky sieht auf den ersten Blick dem Dienst X, früher Twitter, sehr ähnlich. Nutzer können zwischen drei verschiedenen Feeds wählen: dem „Following“ Feed, in dem Beiträge (auch „Skeets“ genannt) der Konten angezeigt werden, denen sie folgen, dem „Discover“ Feed, in dem durch einen Algorithmus Beiträge zusammen gestellt werden und dem „Popular with Friends“ Feed, der Beiträge zeigt, die bei Profilen beliebt sind, denen man folgt.

So funktioniert das neue Social Network

Im Selbstversuch ähneln sich die voreingestellten Feeds stark, vor allem wenn man noch wenigen Profilen folgt. Anders als bei X können User aber auch noch andere Feeds hinzufügen. Die sind meist nach Themen sortiert: Ob Gärtnern, Geschichte oder Gaming – für so gut wie jedes Interessensgebiet gibt es einen eigenen Feed, dem man folgen kann.

Wie auf X kann man aber natürlich auch anderen Profilen folgen. Und hier liegt das Hauptproblem der App: Noch sind nicht so viele Nutzer auf Bluesky vertreten, vor allem im Vergleich mit anderen großen sozialen Netzwerken wie X oder Instagram. Will man also von ganz bestimmten Personen folgen, wird man auf der App vielleicht noch nicht fündig.

Beta-Phase: Das Invite-Only Modell und fehlende Funktionen

Das liegt daran, dass man sich aktuell bei Bluesky nur über sogenannte Einladungscodes registrieren kann. Und die sind rar. Zwar kann man sich über die Website auf eine Warteliste setzen lassen, es ist aber nicht bekannt, wie lange es braucht, bis man so einen Registrierungscode erhält. Schneller geht es, wenn man Freunde oder Bekannte hat, die bereits auf Bluesky sind. Nutzer bekommen regelmäßig neue Codes, die sie anderen zur Verfügung stellen lassen. Mitunter werden auch auf anderen Plattformen Codes angeboten, aber Achtung bei öffentlichen Postings – die Codes schnappen sich meist Bots.

Für das Invite-Only Modell hat sich Bluesky aktuell entschieden, weil die App noch in der Beta-Phase ist. Das bedeutet, dass noch nicht alle Funktionen vorhanden sind und die vorhandenen mit einer kleineren Nutzergruppe getestet werden soll. Folgende Funktionen hat Bluesky aktuell noch nicht (Stand: 30.8.2023):

  • Videos: Zwar kann man auf Bluesky Bilder hochladen, mit Videos geht das aber noch nicht. Man kann aber Links zu Videos auf anderen Plattformen, wie beispielsweise Youtube teilen.
  • Gifs: Auch eine Gif-Datenbank hat Bluesky aktuell noch nicht. Wer die Browserversion benutzt, hat außerdem nur Zugriff auf eine kleine Anzahl an Emojis.
  • App-Sprache Deutsch: Aktuell ist die App nur auf Englisch verfügbar. Posten kann man natürlich in allen Sprachen. Außerdem kann man in den Einstellungen bevorzugte Sprachen hinterlegen – so werden einem zumindest die Posts vorwiegend in den Sprachen angezeigt, die man selbst auch versteht. Bei eigenen Postings kann man auch angeben, um welche Sprache es sich handelt.
  • Direktnachrichten: Aktuell ist es noch nicht möglich, anderen Usern auch private Nachrichten zu schicken. Die Kommunikation funktioniert also nur über öffentliche Posts.

Twitter-Gründer ist jetzt bei Bluesky

Der ehemalige Twitter-CEO Jack Dorsey hat Bluesky 2019 noch in dieser Funktion ins Leben gerufen. Mittlerweile ist er Teil des Verwaltugsrats von Bluesky. Seit 2021 agiert Bluesky als eigenständiges Unternehmen.