Schon am 29. Dezember 2021 war hat die Vierschanzentournee 2021/22 mit dem Auftaktspringen in Oberstdorf begonnen. Insgesamt wird von vier Schanzen in Deutschland und Österreich gesprungen: Neben der Schattenbergschanze in Oberstdorf sind das Garmisch-Patenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen. In insgesamt acht Durchgängen – zwei je Schanze – müssen, können und wollen die Athleten ihr Können unter Beweis stellen. Da an den deutschen Schanzen aufgrund der Corona-Pandemie keine Zuschauer zugelassen sind, drängt sich in diesem Jahr für Skisprung-Fans besonders die Frage auf: Wo werden die Springen bei der Vierschanzentournee live im TV und Stream übertragen?
Alle Infos zur Übertragung und den Terminen bekommt ihr hier.
  • Welcher Sender zeigt die Springen der Vierschanzentournee?
  • Wie sieht der Zeitplan aus?
  • Sind Zuschauer an den Schanzen zugelassen?

    Markus Eisenbichler aus Deutschland springt im vergangnen Jahr über der leeren Tribüne in Oberstdorf. Bei den beiden Springen in Deutschland (neben Oberstdorf wird an Neujahr in Garmisch gesprungen) sind auch in diesem Winter coronabedingt keine Zuschauer zugelassen.
    Markus Eisenbichler aus Deutschland springt im vergangnen Jahr über der leeren Tribüne in Oberstdorf. Bei den beiden Springen in Deutschland (neben Oberstdorf wird an Neujahr in Garmisch gesprungen) sind auch in diesem Winter coronabedingt keine Zuschauer zugelassen.
    © Foto: Daniel Karmann/DPA

Vierschanzentournee 2021/22: Welcher Sender zeigt die Springen im Free-TV?

Skisprung-Fans fragen sich, ob und die Wettbewerbe der Vierschanzentournee in Deutschland und Österreich live im Free-TV übertragen werden. Hier gibt es gute Neuigkeiten. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF haben sich die Übertragungsrechte gesichert. Das Erste überträgt sowohl Qualifikation als auch die Wertungsdurchgänge von Oberstorf und Bischofshofen. Die Qualifikation und Wertungsdurchgänge aus Garmisch-Patenkirchen und Innsbruck können Fans live im ZDF verfolgen.
Beide Sender bieten auch einen kostenlosen Live-Stream in der jeweiligen Mediathek an.

Ergebnisse Vierschanzentournee Oberstdorf: Karl Geiger auf Platz fünf, Japaner Kobayashi siegt

Karl Geiger hat beim Auftakt der 70. Vierschanzentournee in Oberstdorf den fünften Platz belegt. Der 28 Jahre alte Geiger sprang bei starkem Regen am Mittwoch 131,5 und 131 Meter weit. Geiger wahrte seine Chancen, der erste deutsche Gesamtsieger bei der Tournee seit Sven Hannawald vor 20 Jahren zu werden. Der ganz große Starterfolg gelang ihm jedoch nicht. Den Sieg sicherte sich der Japaner Ryoyu Kobayashi vor dem Norweger Halvor Egner Granerud und dessen Landsmann Robert Johansson.
Zweitbester Deutscher wurde Markus Eisenbichler auf Rang sieben. Stephan Leyhe als Neunter und Pius Paschke auf Rang 26 erhielten ebenfalls noch Weltcup-Punkte.
Bitter lief es für Severin Freund. Der 33-Jährige lag mit einem Sprung auf 124,5 Meter eigentlich gut im Wettkampf, wurde dann aber wegen eines nicht regelkonformen Anzuges nach dem ersten Durchgang disqualifiziert. Vorjahres-Tourneesieger Kamil Stoch aus Polen schied wie der Bayer Constantin Schmid ebenfalls bereits nach einem Sprung aus.

Vierschanzentournee 2021/22: Alle Infos zur Übertragung im Livestream und Free-TV

Auch Eurosport hat sich Übertragungsrechte gesichert. Im frei empfangbaren Fernsehen werden alle Springen der Vierschanzentournee 2021/22 übertragen. Mit dem Eurosport Player bietet der private Sender ebenfalls eine Streamingmöglichkeit an, die allerdings kostenpflichtig ist.
Die Übertragung der Vierschanzentournee 2021/22 im Überblick:

Vierschanzentournee 2021/22: Termine, Zuschauer und Zeitplan

Nach dem Auftaktspringen in Oberstdorf geht es weiter mit Stationen in Garmich-Patenkirchen (Neujahrsspringen), Innsbruck (Bergiselspringen) und Bischofshofen (Dreikönigsspringen) allerdings ohne Zuschauer. Wie sieht der Zeitplan der einzelnen Wettbewerbstage aus? Alle Infos rund um Start, Termine und Schanzen findet ihr hier:

Die Vierschanzentournee – Kuriose Fakten rund um das Skisprung-Event

Historischer Triumph

Am 6. Januar 2002 krönte Sven Hannawald vorzeitig seine Karriere. Der heute 47-Jährige gewann als erster Athlet alle vier Springen und trug sich damit ins Geschichtsbuch ein. Bundeskanzler Gerhard Schröder gratulierte, bei RTL sahen Millionen Menschen zu und an den eiskalten Anlagen warteten zahlreiche Fans schon ab dem Morgengrauen auf ihre Helden. Mit dem Vierfachsieg blieb Hannawald aber nicht alleine: 2017/18 wiederholte der Pole Kamil Stoch, der im Auslauf prompt von Hannawald umarmt wurde, das Kunststück. Ein Jahr später schaffte es auch der Japaner Ryoyu Kobayashi.

Nach acht Sprüngen punktgleich

Die Ausgabe 2005/06 ist deshalb in die Geschichtsbücher eingegangen, weil sich der Finne Janne Ahonen und der Tscheche Jakub Janda nach acht Sprüngen den Gesamtsieg teilen mussten. Das gab es davor und danach nie bei der Tournee. Auf jeweils 1081,5 Punkte kamen Tournee-Rekordsieger Ahonen und sein Rivale Janda. „Es gibt zwei Gesamtsieger und zwei 33 000 Euro teure Autos als Siegespreis“, teilte der damalige Tournee-Sprecher mit. Auf einen geteilten Sieg in diesem Jahr könnten die Organisatoren sicher verzichten, denn erstmals gibt es 100 000 Schweizer Franken (rund 96 000 Euro) als Siegerpreisgeld.

Die Tournee steigt (fast) immer

Wegen eines Föhnsturms am berühmt-berüchtigten Innsbrucker Bergisel musste im Januar 2008 erstmals ein Tournee-Springen abgesagt werden. Nachgeholt wurde es kurz darauf in Bischofshofen, wo in jenem Jahr zwei Wettbewerbe abgehalten wurden. Immer wieder gab es auch Springen, wo wetter- und windbedingt nur ein Durchgang ausgetragen werden konnte. Dass es bei einer Vierschanzentournee nur drei Springen gab, ist noch nicht passiert.

Schwere Stürze

Das Finale 2015 in Bischofshofen wurde ein besonders tragisches. In der Qualifikation stürzte der Amerikaner Nicholas Fairall so schwer, dass er notoperiert werden musste und danach in den Rollstuhl gezwungen wurde. Am Folgetag erwischte es Olympiasieger Simon Ammann aus der Schweiz. Ammann erlitt eine Gehirnerschütterung und musste ins Krankenhaus gebracht werden, seine Karriere setzte der Routinier aber fort. Er ist heute noch aktiv.

Ein Skispringer von der Insel

„Eddie the Eagle“, der mit bürgerlichem Namen Michael Edwards heißt, ist Kult. In den Achtzigerjahren sah der Brite eine TV-Übertragung der Tournee im Fernsehen und nahm sich daraufhin vor, selbst mal an dem Traditionsevent teilzunehmen. Der kleine Mann mit den dicken Brillengläsern hatte beinahe ein Abo auf den letzten Platz, doch seine Geschichte verkaufte sich hervorragend. 1989 stürzte er in Innsbruck, danach endete seine Karriere relativ abrupt.

Drei Siege und dann Abreise

An Yukio Kasaya aus Japan gab es bei der Tournee 1971/72 kein Vorbeikommen. Er gewann nacheinander die Springen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck. Doch dann reiste Japans Team vorzeitig ab, um sich auf die Olympischen Spiele in Sapporo vorzubereiten. Die Chance auf den historischen Vierfachsieg ließ Kasaya verstreichen, stattdessen staubte der Norweger Ingolf Mork den Gesamttriumph ohne Einzelsieg ab.

Die deutschen Athleten bei der Vierschanzentournee im Überblick

Markus Eisenbichler

  • 30 Jahre alt
  • TSV Siegsdorf
  • 10. Tournee-Teilnahme
  • geboren am: 3. April 1991
  • Größe: 175 cm
  • Gewicht: 57 kg
  • Beruf: Bundespolizist
  • Größte Erfolge: Weltmeister Großschanze (2019), Team (2019 und 2021) und Mixed (2017, 2019 und 2021), 3 Weltcupsiege
  • Beste Tournee-Platzierung: 2. (2018/19)

Severin Freund

  • 33 Jahre alt
  • WSV DJK Rastbüchl
  • 13. Tournee-Teilnahme
  • Geboren am: 11. Mai 1988
  • Größe: 185 cm
  • Gewicht: 68 kg
  • Beruf: Zoll Ski Team
  • Größte Erfolge: Weltmeister Großschanze (2015), Olympiasieger Team (2014), Weltmeister Mixed (2015), WM-Zweiter Kleinschanze (2015), Skiflug-Weltmeister (2014), WM-Zweiter Team (2013), WM-Zweiter Skifliegen Team, Tournee-Zweiter (2015/2016), 22 Weltcup-Siege
  • Beste Tournee-Platzierung: 2. (2015/16)

Karl Geiger

  • 28 Jahre alt
  • SC Oberstdorf
  • 10. Tournee-Teilnahme
  • geboren am: 11. Februar 1993
  • Größe: 183 cm
  • Gewicht: 64 kg
  • Beruf: Zoll Ski Team, Student der Energie- und Umwelttechnik
  • Größte Erfolge: Skiflug-Weltmeister (2020), Weltmeister Team und Mixed-Team (2019 und 2021), WM-Zweiter Großschanze (2019), WM-Zweiter Normalschanze (2021), Olympia-Zweiter Team (2018), WM-Dritter Großschanze (2021), elf Weltcup-Siege
  • Beste Tournee-Platzierung: 2. (2020/21)

Stephan Leyhe

  • 29 Jahre alt
  • SC Willingen
  • 7. Tournee-Teilnahme
  • geboren am: 5. Januar 1992, Größe: 182 cm, 64 kg, Beruf: Sportsoldat
  • Größte Erfolge: Weltmeister Team (2019), Olympia-Zweiter Team (2018), Skiflug-WM-Zweiter Team (2016), Junioren-WM-Zweiter Team (2010, 2011)
  • Beste Tournee-Platzierung: 3. (2018/2019)

Pius Paschke

  • 31 Jahre alt
  • WSV Kiefersfelden
  • 7. Tournee-Teilnahme
  • geboren am: 20. Mai 1990
  • Größe: 175 cm
  • Gewicht: 54 kg
  • Beruf: Landespolizist
  • Größter Erfolg: Weltmeister Team (2021), Skiflug-WM-Zweiter Team (2020)
  • Beste Tournee-Platzierung: 20. (2019/20)

Constantin Schmid

  • 22 Jahre alt
  • WSV Oberaudorf
  • 6. Tournee-Teilnahme
  • geboren am: 27. November 1999
  • Größe: 183 cm
  • Gewicht: 62 kg
  • Beruf: Zoll Ski Team
  • Größte Erfolge: Skiflug-WM-Zweiter Team (2020), Junioren-Weltmeister Team (2018 und 2019), Junioren-WM-Zweiter (2018), Junioren-WM-Dritter (2017), Junioren-WM-Zweiter Team (2017), Junioren-WM-Zweiter Mixed (2017 und 2018)
  • Beste Tournee-Platzierung: 16. (2019/20)

Andreas Wellinger

  • 26 Jahre alt
  • SC Ruhpolding
  • 8. Tournee-Teilnahme
  • geboren am: 28. August 1995
  • Größe: 183 cm
  • Gewicht: 65 kg
  • Beruf: Zollbeamter (Zoll Ski Team)
  • Größte Erfolge: Olympiasieger Normalschanze (2018), Olympia-Zweiter Großschanze (2018), Olympiasieger Team (2014), Olympia-Zweiter Team (2018), Skiflug-WM-Zweiter Team (2016), Tournee-Zweiter (2017/2018), Junioren-WM-Zweiter (2015), Junioren-WM-Zweiter Team (2015), Junioren-WM-Dritter Team (2013), drei Weltcup-Siege
  • Beste Tournee-Platzierung: 2. (2017/2018)

Auftaktspringen in Oberstdorf

Alle Infos zum Auftaktspringen in Oberstdorf ab dem 28. Dezember findet Ihr in diesem Artikel:

Gibt es bei den Frauen auch eine Vierschanzentournee?

Während die Männer das 70. Jubiläum feiern, müssen die Frauen weiter auf ihre eigene Vierschanzentournee warten. Doch es gibt Hoffnung.Das lassen zumindest die Aussagen von Tournee-Präsident Peter Kruijer erahnen. Seine Vision: "Wenn in Oberstdorf die Männer springen, sollen die Frauen am selben Tag, aber für das Fernsehen zeitversetzt, in Garmisch springen. Und wenn die Männer in Garmisch springen, dann die Frauen in Oberstdorf. Und für die beiden Stationen in Österreich gilt dasselbe", sagte er der Kleinen Zeitung.
Diese Idee wird von den Veranstaltern favorisiert und sei hinsichtlich Logistik und Quartieren auch umsetzbar. Aber noch ist unklar, ob nächste oder übernächste Saison. "Jetzt warten wir auf eine Entscheidung der FIS und der Verbände", sagte Kruijer. Und dieses Warten zieht sich quälend.