Oscars 2022
: Das sind die besten Filme des Jahres

Oscars 2022 – die begehrtesten Filmpreise der Welt sind verliehen und das sind die Gewinner. Für den größten Aufreger des Abends sorgte aber die Backpfeife eines Hollywoodstars.
Von
Daniel Steiger mit Agenturen
Los Angeles
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Los Angeles: Eugenio Derbez (l-r), Sian Heder, Marlee Matlin, Troy Kotsur, Emilia Jones, Daniel Durant und Amy Forsyth, Gewinner des Preises für den besten Film für ihren Film „Coda“, zeigen ihre Oscars und das Gebärdenzeichen für „I Love You“.

Jordan Strauss/dpa

Die Gewinner der Oscars 2022 stehen fest. In der Nacht zu Montag, 28.3.2022 wurden in Los Angeles die begehrtesten Filmpreise der Welt verliehen. Auch zwei Deutsche bekamen eine goldene Statue. Für den Aufreger des Abends sorgte aber ein anderer Hollywoodstar.

  • Wer sind die Gewinner der Oscar-Verleihung 2022?
  • Welche Deutschen haben einen Oscar gewonnen?
  • Was war der Aufreger der Oscarnacht?

Hier gibt es alle Infos:

Das Gehörlosen-Drama „Coda“ von US-Regisseurin Siân Heder hat den Oscar als bester Film des Jahres gewonnen. Das Remake des französischen Films „Verstehen Sie die Béliers?“ wurde am Sonntagabend bei der Oscar-Gala in Hollywood mit dem begehrtesten Filmpreis der Welt ausgezeichnet. „Coda“ gewann auch Oscars für das beste adaptierte Drehbuch und für den besten Nebendarsteller Troy Kotsur.

Das sind die Gewinner der Oscars 2022

  • Bester Film: „Coda“ von Siân Heder
  • Regie: Jane Campion für „The Power of the Dog“
  • Hauptdarsteller: Will Smith in „King Richard“
  • Hauptdarstellerin: Jessica Chastain in „The Eyes Of Tammy Faye“
  • Nebendarstellerin: Ariana DeBose in „West Side Story“
  • Nebendarsteller: Troy Kotsur in „Coda“
  • Internationaler Film: „Drive My Car“ von Ryusuke Hamaguchi
  • Kamera: Greig Fraser für „Dune“
  • Original-Drehbuch: Kenneth Branagh für „Belfast“
  • Adaptiertes Drehbuch: Siân Heder für „Coda“
  • Schnitt: Joe Walker für „Dune“
  • Filmmusik: Hans Zimmer für „Dune“
  • Filmsong: „No Time To Die“ von Billie Eilish and Finneas O'Connell
  • Produktionsdesign: Patrice Vermette, Zsuzsanna Sipos für „Dune“
  • Ton: Mac Ruth, Mark Mangini, Theo Green, Goug Hemphill, Ron Bartlett für „Dune“
  • Visuelle Effekte: Paul Lambert, Tristan Myles, Brian Connor, Gerd Nefzer für „Dune“
  • Animationsfilm: „Encanto“ von Byron Howard, Jared Bush
  • Animations-Kurzfilm: „The Windshield Wiper“ von Alberto Mielgo und Leo Sanchez
  • Dokumentarfilm: „Summer of Soul (...Or, When the Revolution Could Not Be Televised)“ von Ahmir „Questlove“ Thompson, Joseph Patel, Robert Fyvolent and David Dinerstein
  • Dokumentar-Kurzfilm: „The Queen of Basketball“ von Ben Proudfoot
  • Make-up/Frisur: Linda Dowds, Stephanie Ingram, Justin Raleigh für „The Eyes of Tammy Faye“
  • Kostümdesign: Jenny Beavan für „Cruella“
  • Kurzfilm: „The Long Goodbye“ von Aneil Karia und Riz Ahmed

Oscars 2022: Zwei Deutsche ausgezeichnet

Die meisten Auszeichnungen gingen an das Sciene-Fiction-Epos „Dune„. Ausgezeichnet wurde der Film unter anderem für die beste Filmmusik und die besten visuellen Effekte. Für Komponist Hans Zimmer und den Effektexperten Gerd Nefzer - zwei Filmschaffende, die aus Deutschland kommen - ist es jeweils der zweite Oscar.

Oscars 2022: Will Smith verteilt Ohrfeige und bekommt Oscar

Eklat bei der Oscar-Verleihung: Schauspieler Will Smith ist scheinbar wutentbrannt auf die Bühne gelaufen und hat seinem Kollegen Chris Rock eine Ohrfeige gegeben, weil dieser einen Witz über Smiths Ehefrau gemacht hatte. Dann kehrte Smith auf seinen Platz zurück und beschimpfte Rock. Kurz darauf wurde Smith für seine Rolle in dem Tennisdrama „King Richard“ als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Während seiner emotionalen Dankesrede weinte er. Ohne den Vorfall direkt anzusprechen entschuldigte er sich bei der US-Filmakademie und den anderen Nominierten - bei Chris Rock jedoch nicht. Er erhielt Standing Ovations der Gala-Gäste.

Der Komiker Rock, bekannt für scharfzüngige Witze, hatte sich in einer launigen Anmoderation an Smiths Frau Jada Pinkett Smith gewandt und mit Blick auf ihren kahlgeschorenen Kopf gewitzelt: „G.I. Jane 2 - ich kann es nicht abwarten, das zu sehen.“ - eine Anspielung auf den Film „G.I. Jane“, in dem sich Demi Moore als Soldatin den Kopf rasierte. Jada Pinkett Smith hatte in der Vergangenheit mehrmals über ihren krankhaften Haarausfall gesprochen, eine sogenannte Alopecia.

Zunächst lachte Will Smith noch darüber, während seine Frau das Gesicht verzog. Dann stand er von seinem Platz auf und ging auf die Bühne. Nach der Ohrfeige rief Smith von seinem Sitz aus in Rocks Richtung: „Lass den Namen meiner Frau aus Deinem verdammten Mund!“ - dabei benutzte er zweimal das im US-Fernsehen verpönte Wort „fucking“, das in der US-Übertragung mit einem Piepton übertönt wurde.

Rock wirkte nach dem Vorfall leicht konsterniert, fing sich aber schnell wieder und witzelte noch: „Das war die größte Nacht in der Geschichte des Fernsehens.“ Nach dem Ende der Show veröffentlichte der US-Sender ABC eine Mitteilung der Polizei von Los Angeles, wonach diese von einem Vorfall bei der Verleihung wisse, bei dem eine Person eine andere geohrfeigt habe. Der Angegriffene habe es abgelehnt, den Vorfall anzuzeigen.

Direkt nach dem Vorfall hatten sich viele Fans in den sozialen Medien und auch Beobachter in US-Medien gefragt, ob es sich um einen tatsächlichen Wutausbruch von Will Smith gehandelt hatte oder um eine abgesprochene Szene. Die Dankesrede von Smith ließ aber vermuten, dass er tatsächlich kurzzeitig die Beherrschung verloren hatte.