Aufregung bei den Oscars 2022: Für die Region gab es einen Oscar, und - Skandal - für Chris Rock eine schallende Ohrfeige vor laufenden Kameras auf der Bühne. Hollywood-Gag oder echter Gewalt-Ausraster? Die Filmbranche feierte am Sonntagabend in Hollywood die 94. Oscar-Verleihung, die Gala war damit alles andere als dröge.
Die meisten Auszeichnungen gingen dabei an das Sciene-Fiction-Epos „Dune“. Ausgezeichnet wurde der Film unter anderem für die beste Filmmusik und die besten visuellen Effekte. Einen Oscar erhielt damit auch der Effektexperte Gerd Nefzer aus Schwäbisch Hall – es ist sein zweiter. Das sagt der Hohenloher zur Verleihung der Academy Awards.

Gerd Nefzer gewinnt Oscar für visuelle Effekte

Gerd Nefzer strahlt mit dem Oscar in der Hand Backstage, hinter den Kulissen, vor der internationalen Presse. Er und drei weitere Hollywood-Kollegen gewannen den Oscar in der Kategorie Visuelle Effekte für den Science-Fiction-Film „Dune“. Mit dem roten Sieger-Umschlag fächert er sich frische Luft zu. Was wollte er auf der Bühne in seiner Dankesrede sagen, als ihm die Musik ins Wort fiel?

Das sagt Gerd Nefzer über zweiten Oscar

Er hätte natürlich gerne einige Worte in Deutsch an seine geliebte Heimat gerichtet, sagt er auf Englisch - und fügt grinsend hinzu: „Das ist wunderbar“. Er wollte sich auch unbedingt bei dem „unglaublichen“ Regisseur Denis Villeneuve bedanken. „Er ist ein großartiger Kerl und ich liebe ihn sehr“, sagte er weiter auf Englisch. Natürlich wollte er auch seiner Frau Regina, seinen beiden Kindern, seiner Mutter und seinem Schwiegervater danken, der ihn vor 35 Jahren in dessen Effekte-Firma hineingeholt habe. Dann zählt er stolz die Namen seiner „fantastischen“ Mitarbeiter auf.
Den Oscar-Gewinn wollte er jetzt auf einigen Partys in Hollywood feiern. „Die Nacht ist lang“, grinst Nefzer - aber sie müssten morgen schon wieder nach Deutschland zurückfliegen.
Brian Connor (l-r), Paul Lambert, Gerd Nefzer und Tristan Myles freuen sich über den Preis in der Kategorie Visuelle Effekte für den Science-Fiction-Film «Dune» im Presseraum bei der 94. Verleihung der Academy Awards in Hollywood.
Brian Connor (l-r), Paul Lambert, Gerd Nefzer und Tristan Myles freuen sich über den Preis in der Kategorie Visuelle Effekte für den Science-Fiction-Film «Dune» im Presseraum bei der 94. Verleihung der Academy Awards in Hollywood.
© Foto: Jordan Strauss/dpa

Nach Corona-Infektion noch rechtzeitig nach Hollywood geflogen

Der lange geplante Oscar-Besuch wäre beinahe geplatzt. Erst am Freitagabend habe er nach einer Corona-Erkrankung einen negativen Test erhalten, erzählt Nefzer. Am Samstag sei er mit seiner Frau nach Los Angeles gejettet, gerade noch rechtzeitig für die Gala. Seinen Humor hat er nicht verloren. „Das war eine schwierige Woche, wenn du nur Zuhause bist, mit deiner Frau zusammen in einem Zimmer“, witzelt er vor den über Hundert Journalisten über seine Corona-Quarantäne.

Zweiter Oscar für Gerd Nefzer nach „Blade Runner“

Was würde er seinen Fans in Deutschland sagen? „Ich habe nie geglaubt, dass ich einen Oscar gewinne und ich habe es geschafft. Man muss immer an das glauben, was man macht und hart dafür arbeiten.“ Bereits 2018 holte der gebürtige Haller mit seiner Arbeit an „Blade Runner 2049“, auch unter der Regie von Denis Villeneuve, den Oscar für Visuelle Effekte.

Ohrfeigen-Skandal bei der Oscars-Verleihung: Will Smith schlägt zu

Die Gala wurde aber auch von einem Skandal überschattet, es setzte auf der Bühne und vor laufenden Kameras eine heftige Ohrfeige für den Moderator Chris Rock. Filmstar und Preisträger Will Smith war wegen einer Bemerkung Rocks ausgerastet. Der Hintergrund des Eklats: Nachdem Komiker Chris Rock einen Witz über Smiths Frau Jada Pinkett gemacht hatte, ging Smith auf die Bühne und versetzte Rock mit voller Wucht eine Ohrfeige.
Will Smith war sauer, weil Rock in Richtung dessen Frau Jada Pinkett Smith einen üblen Witz gemacht hatte, der auf Jadas krankheitsbedingten Haarausfall anspielte. Sie leidet unter Alopecia.  Rock sagte: „G.I. Jane 2 - ich kann es nicht abwarten, das zu sehen.“ die Anmerkung bezog sich auf den Film „G.I. Jane“, in dem sich Demi Moore als Soldatin den Kopf rasierte.