Ex-Nationalspieler Christian Schwarzer hat in der jüngsten Folge seines Podcasts „Erhellendes von Blacky Schwarzer“ erneut seine Kritik am erstmaligen Einsatz von Schiedsrichterinnen bei der Handball-Weltmeisterschaft 2023 geäußert. Er betonte, dass er sich durch die teilweise heftigen Reaktionen auf seine Aussagen nicht dazu veranlasst sieht, etwas von seiner Meinung zurückzunehmen.
In der vorherigen Sendung hatte Schwarzer über die WM-Premiere von Schiedsrichterinnen bei der Endrunde in Polen und Schweden, darunter die deutschen Schwestern Maike Merz und Tanja Kuttler, unter anderem gesagt: „Keine Ahnung, wie man da auf die Idee gekommen ist, Frauen bei den Männern pfeifen zu lassen.“

Schwarzer nach Kritik: „Bin nicht frauenfeindlich“

„Ich bin weit davon entfernt, frauenfeindlich zu sein“, rechtfertigte sich Schwarzer. „Es ist einfach meine Meinung, und die bitte ich zu respektieren.“ Er betonte, dass er seine Aussagen nicht bereut und dass er bisher in seinem Leben gut damit gefahren ist, dass er zu den Dingen, die er gesagt hat, gestanden hat. Schwarzer räumte ein, dass er zu dem Thema vielleicht „veraltete Ansichten“ habe. „Aber die haben mich bisher sehr, sehr gut durchs Leben gebracht. Deshalb werde ich genauso weitermachen wie bisher“, sagte der frühere Kreisläufer. Er betonte, dass er nichts Abwertendes über Frauen gesagt hat und kann die Aufregung, die er ausgelöst hat, nicht nachvollziehen.

Kritik sorgt für Aufregung in der deutschen Handball-Szene

Kopfschütteln bei Funktionären und Spielern, Gelassenheit bei den Betroffenen: Mit seiner Fundamentalkritik am Einsatz von Schiedsrichterinnen bei der Männer-WM ist der ehemalige Handball-Nationalspieler Christian Schwarzer abgeblitzt. „Ich bedauere, dass sich ein so großer Nationalspieler so verrannt hat. Die Aussagen sind aus der Zeit gefallen und deplatziert“, sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann. „Dass Frauen einen solchen Job wie die Spielleitung bei einer Männer-WM übernehmen, sollte selbstverständlich sein.“
Die deutschen WM-Unparteiischen Maike Merz und Tanja Kuttler ließen Schwarzers Äußerungen dagegen kalt. „Jeder hat das Recht, seine Meinung frei zu äußern. Das darf er natürlich auch tun. Ich glaube, mehr müssen wir dazu nicht sagen“, sagte Merz in einem ARD-Interview.

Golla widerspricht Schwarzer

Dem widersprach DHB-Kapitän Johannes Golla energisch. „Für mich persönlich macht das eigentlich überhaupt keinen Unterschied, wer die Spiele leitet oder pfeift“, sagte der 25-Jährige. „Mit Schiedsrichterinnen ist es immer eine sehr angenehme Kommunikation auf dem Spielfeld. Sie gehen sehr respektvoll mit den Spielern um. Das wünscht man sich von jedem Schiedsrichtergespann.“
DHB-Sportvorstand Axel Kromer brachte ebenfalls sein Unverständnis zum Ausdruck: „Ich glaube, die meisten hier wissen, dass Christian Schwarzer und ich in den letzten Jahren nicht häufig einer Meinung waren. Das setzt sich heute fort“, sagte Kromer am Samstag in Kattowitz und betonte: „Wir haben seit Jahren Schiedsrichterinnen auf allerhöchstem Niveau.“

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