Vielseitigkeitsreiterin Julia Krajewski gewann als erste Frau Gold im Vielseitigkeits-Einzel bei den Olympischen Spielen in Tokio. Dank ihrer überragenden Leistung gelang es bereits der deutschen Dressur-Equipe einige Tage zuvor zunächst im Team eine Goldmedaille zu holen und dann auch im Dressur-Einzel Gold und Silber abzuräumen. Nur bei den Springreitern lief es nicht so rund. Weder im Einzel noch im Mannschaftsturnier konnte sie eine Medaille holen.

Reiten bei Olympia: Springen – keine Medaille für Deutschland

Nach vier Olympia-Medaillen in der Dressur und in der Vielseitigkeit kommen die deutschen Springreiter ohne Medaille aus Tokio zurück. Im Team-Finale platzte die Equipe mit dem Weltranglistenersten Daniel Deußer (Wiesbaden) mit Killer Queen, Maurice Tebbel (Emsbüren) mit Don Diarado und Andre Thieme (Plau am See) mit Chakaria, als Deußer nach einem Fehler an der dreifachen Kombination aufgab. Das bedeutete am Ende Platz neun unter zehn Teams. Olympiasieger wurde Schweden im Stechen gegen die USA.
Zuvor scheitere Daniel Deußer schon im olympischen Einzel-Finale der Springreiter am Mittwoch frühzeitig. Mit acht Strafpunkten verpasste der 39-Jährige im Sattel von Killer Queen deutlich das Stechen um die Medaillen und kam nur auf Platz 18. Seine zwei Teamkollegen haben das Finale im Einzel-Springen erst gar nicht erreicht.
Die Ergebnisse des Manschafts-Springen:
  • Gold: Schweden (von Eckermann, Baryard-Johnsson, Fredricson) 8 Fehlerpunkte/235,65 Sekunden (Stechen 0 Fehler/122,90 Sekunden)
  • Silber: USA (Kraut, Springsteen, McLain) 8/237,20 (0/124,2)
  • Bronze: Belgien (Devos, Guery, Wathelet) 12/242,02,

Letzte Disziplin im Reiten bei Olympia: Keine Medaille im Einzel-Springen

Am Mittwoch, 4. August, war das Finale im Einzel-Springen bei Olympia 2021. Allerdings erreichte nach der Qualifikation am Dienstag nur einer der drei deutschen Springreiter erreichte das Finale am Mittwoch: Daniel Deußer. „Ich gehe mit guten Hoffnungen ins Finale“, sagte der 39-Jährige vor der Entscheidung am Mittwoch. Gebracht hat das Hoffen wenig. Daniel Deußer hat beim Olympiasieg des Briten Ben Maher die Durststrecke der deutschen Springreiter nicht beenden können, das Warten auf die erste Einzel-Medaille bei Olympischen Spielen seit Athen 2004 geht weiter.
Das sind die Ergebnisse im Einzel im Springen:
  • Gold: Ben Maher (Großbritannien) - Explosion W 0 Strafpkt./37,85 Sek. (Finale)
  • Silber: Peder Fredricson (Schweden) - All In 0/38,02
  • Bronze: Maikel Van der Vleuten (Niederlande) - Beauville 0/38,90

Reiten Olympia 2021 Vielseitigkeit: Julia Krajewski holt Gold

Nach dem allerletzten goldenen Sprung in den Olymp riss Julia Krajewski die Faust in die Höhe und deutete dann immer wieder auf ihr Pferd: Mit der „lieben Löwin“ Amande de B'Neville wurde die 32-Jährige als erste Frau überhaupt Olympiasiegerin in der Vielseitigkeit. Tränenüberströmt fiel Krajewski nach der Wandlung von der ewigen Pechmarie zur goldenen Reiterin in der Stallgasse jedem um den Hals, der ihr über den Weg lief. Sie gewann vor dem Briten Tom McEwen mit Toledo und dem Australier Andrew Hoy mit Vassily.

Die nächsten Wettbewerbe im Reiten bei Olympia 2021

Mit den Mannschaftswettkämpfen im Springen fand am Samstag, 07.08., die letzte Disziplin im Reiten bei Olympia statt.

Vielseitigkeit Olympia 2021: Ergebnisse Einzel – Platzierungen und Strafpunkte

Julia Krajewski behielt die Nerven und schrie ihre Freude über Olympia-Gold in den Nachthimmel von Tokio. Wie sind die Ergebnisse und Platzierungen im Einzel im Vielseitigkeitsreiten?
  • Gold: Julia Krajewski (Warendorf) mit Amande de B'Neville 26,00 Strafpunkte
  • Silber: Tom McEwen (Großbritannien) mit Toledo de Kerser 29,30
  • Bronze: Andrew Hoy (Australien) mit Vassily de Lassos 29,60

Vielseitigkeit bei Olympia: Ergebnisse Mannschaft – Platzierung und Strafpunkte

Für die deutsche Mannschaft reichte es im Vielseitigkeitsreiten nicht für eine Medaille. Folgende Plätze und Strafpunkte erreichten die Teams:
  • Gold: Großbritannien (Oliver Townend, Laura Collett, Tom McEwen) 86,30 Strafpunkte
  • Silber: Australien (Shane Rose, Kevin Mcnab, Andrew Hoy) 100,20
  • Bronze: Frankreich (Christopher Six, Nicolas Touzaint, Karim Laghouag) 101,50
  • 4. Deutschland (Julia Krajewski/Warendorf, Sandra Auffarth/Ganderkesee, Michael Jung/Horb am Neckar) 114,20

Einzel-Dressur bei Olympia 2021: Gold und Silber für Deutschland

Einen Tag nach dem Sieg im Team-Wettkampf hat sich Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl auch im Einzel zur Olympiasiegerin gekürt. Auf ihrer Stute Dalera verwies die 35-Jährige in der Grand Prix Kür die siebenmalige Olympiasiegerin Isabell Werth (Rheinberg) mit Bella Rose auf den zweiten Platz. Bronze ging an die Britin Charlotte Dujardin auf Gio. Für das deutsche Olympia-Team war es die insgesamt dritte Goldmedaille in Tokio.
Isabell Werth verpasste es mit Silber, in der Liste der erfolgreichsten deutschen Olympia-Teilnehmer zu Spitzenreiterin Birgit Fischer aufzuschließen.

Ergebnisse Dressur Olympia 2021: Jessica von Bredow-Werndl, Isabell Werth & Dorothee Schneider holen Gold

Die deutsche Dressur-Equipe gewinnt erneut Gold: Mit 8178 Punkten fiel der Sieg vor dem US-Trio (7747) und vor Großbritannien (7723) überaus deutlich aus. Isabell Werth erhielt 83,298 Prozentpunkte und baute die deutsche Führung vor Schlussreiterin Jessica von Bredow-Werndl mit Dalera aus. Auf Platz zwei und drei folgen Großbritannien und die USA. Vierter ist Dänemark.
Dorothee Schneider hatte die deutsche Dressur-Equipe bei den Olympischen Spielen mit einer tollen Vorstellung auf Goldkurs gebracht. Auf ihrem Hannoveraner Wallach Showtime leistete sich die 52-Jährige aus Framersheim als erste deutsche Reiterin im Grand Prix Special lediglich einen kleinen Wackler bei der Piaffe-Passage und vergaloppierte sich kurz, kam aber auf starke 80,608 Prozentpunkte und sorgte für die zwischenzeitliche Führung. Es ist das 14. deutsche Mannschaftsgold auf dem Viereck seit 1928.
Dorothee Schneider (l-), Isabell Werth und Jessica von Bredow-Werndl aus Deutschland jubeln während der Siegerehrung. Die deutsche Dressur-Mannschaft gewinnt Gold vor den USA und Großbritannien.
Dorothee Schneider (l-), Isabell Werth und Jessica von Bredow-Werndl aus Deutschland jubeln während der Siegerehrung. Die deutsche Dressur-Mannschaft gewinnt Gold vor den USA und Großbritannien.
© Foto: Friso Gentsch/dpa

Reiten im modernen Fünfkampf: Raisner aus dem Verkehr gezogen

Nach dem olympischen Reit-Drama von Annika Schleu hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) erste Konsequenzen gezogen und Bundestrainerin Kim Raisner vorübergehend aus dem Verkehr genommen. Die Trainerin, die nach einer heftig diskutierten und fragwürdigen Aufforderung ("Hau drauf, hau richtig drauf!") in der Teildisziplin Springreiten bei den Frauen am Freitag viel Kritik geerntet hatte, werde "am heutigen Tag an gleicher Stelle im Männerwettkampf keine Aufgabe übernehmen", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann auf einer Pressekonferenz am Samstag in Tokio.
Raisner werde am Samstag weder am Parcours noch am Abreiteplatz im Einsatz sein, so Hörmann, der von einer "gemeinsamen Entscheidung" sprach, die einvernehmlich mit der Delegationsleitung der Fünfkämpfer umgesetzt werde. Es sei für das Team D, für die betroffene Trainerin, für die Athleten und für die Pferde der richtige Schritt.
Zudem fordert der DOSB als Konsequenz der Ereignisse vom Freitag eine Änderung der Regeln der umstrittenen Teildisziplin Springreiten im Modernen Fünfkampf. "Das internationale Regelwerk bedarf dringend einer Überholung", sagte Hörmann. Die Vorgänge seien "inakzeptabel" und würden das Tierwohl gefährden. "Es schadet dem Ansehen von Sportart und Sportlern", sagte Hörmann.
In der Fünfkampf-Entscheidung war Schleu (Berlin) als Führende in die dritte Teildisziplin Reiten gestartet. Auf dem ihr zugelosten Saint Boy hatte zuvor schon eine Reiterin mit drei Verweigerungen große Probleme gehabt. Noch bevor Sportsoldatin Schleu in den Parcours reiten konnte, blockte das Tier ab. Schleu versuchte daraufhin, das völlig verunsicherte und sichtlich panische Pferd mit dem Einsatz von Gerte und Sporen in die Spur zu bringen.
"Es gab nicht nur das eine Reiter-Pferd-Problem", betonte Hörmann und wies zudem auf "eklatante Mängel" in der Bewertung der Situation seitens des Wettkampfleitung hin: "Das kann nicht die Perspektive für den Modernen Fünfkampf sein."

Reiten bei Olympia 2021: Alles zum Zeitplan und zur Übertragung im TV

Pferdesport-Begeisterte dürfen sich bis zum 7. August 2021 neben Dressurreiten ebenso auf Wettkämpfe im Springen und im Vielseitigkeitsreiten freuen. Doch an welchen Tagen, zu welcher Uhrzeit ist Dressurreiten, Springen, Vielseitigkeitsreiten bei Olympia 2021 zu sehen? ARD, ZDF, Live, Stream – wo wird Reiten bei Olympia 2021 überhaupt übertragen. Einen Überblick und Antworten auf diese Fragen gibt es hier zum Nachlesen.