Schlager, Pop, Folk oder Metal? Am 03. März 2023 traten insgesamt neun Acts beim Vorentscheid des „Eurovision Song Contest“ in Deutschland an. Nachdem eine Band diesen jedoch aufgrund einer Erkrankung frühzeitig absagen musste, stellten am Ende noch acht Teilnehmer ihre Songs bei „Unser Lied für Liverpool“ vor. Nach einem spannenden Abend voller Unterhaltung setzte sich schließlich eine Band durch und wurde zum eindeutigen Gewinner gekürt.
Ursprünglich wurden acht Bands bzw. Sänger*innen von Experten ausgewählt, ein Act kam durch ein TikTok-Voting dazu. Die Infos und Bilder zu den Kandidaten und deren Lieder findet ihr hier im Überblick.

ESC Vorentscheid: Wer hat gewonnen?

Acht Teilnehmer traten in „Unser Lied für Liverpool“ an, um im Mai beim „Eurovision Song Contest“ 2023 für Deutschland anzutreten. Unterschiedlicher hätten die Acts wohl kaum sein können – von Metal über Folk bis Schlager war jedes Genre vertreten. Doch am Ende konnte nur einer die Experten und die Zuschauer zuhause am meisten überzeugen. Mit 189 Punkten landete „Lord Of The Lost“ mit dem Lied „Blood & Glitter“ auf dem ersten Platz und ist damit der deutsche Teilnehmer beim ESC 2023. Nach dem Jury-Voting sah es für die Band mit nur 23 Punkten noch sehr düster aus, doch alle Metal-Fans können sich freuen. Auf dem zweiten Platz landete Ikke Hüftgold. Ebenfalls 111 Punkte erzielte Will Church, welcher nach dem Jury-Voting noch auf Platz 1 lag.
Hier sind die Punkte und Platzierungen auf einen Blick:
  • Platz 1: Lord Of The Lost – „Blood & Glitter“: 189 Punkte
  • Platz 2: Ikke Hüftgold – „Lied mit gutem Text“: 111 Punkte
  • Platz 2: Will Church – „Hold On“: 111 Punkte
  • Platz 4: TRONG – „Dare To Be Different“: 71 Punkte
  • Platz 5: Lonely Spring – „Misfit“: 70 Punkte
  • Platz 6: Anica Russo – „Once Upon A Dream“: 65 Punkte
  • Platz 7: René Miller – „Concrete Heart“: 62 Punkte
  • Platz 8: Patty Gurdy – „Melodies Of Hope“: 56 Punkte
Empfohlener Inhalt der Redaktion

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Youtube, der den Artikel ergänzt. Sie können sich diesen mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Externer Inhalt

Sie erklären sich damit einverstanden, dass Ihnen externe Inhalte von Youtube angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden.

Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Wie wurden die Teilnehmer für den deutschen Vorentscheid ausgewählt?

Bis zum 28. November 2022 konnten Sänger, Sängerinnen und Bands aus ganz Deutschland ihre Lieder für den deutschen Vorentscheid einsenden. Diese mussten den Regeln der European Broadcasting Union (EBU) entsprechen. Acht Acts waren nun zunächst gesetzt. Sie wurden von der ESC-Redaktion und einem Team und nationalen und internationalen Experten ausgesucht.
Eine Bewerbung war daneben über TikTok möglich. Mit dem Hashtag #UnserLiedFürLiverpool bewarb sich auch Ikke Hüftgold, der sich mit 52 Prozent der Stimmen gegen seine Mitstreiter durchsetzte.

Diese acht Acts nahmen am Vorentscheid in Deutschland teil

Jedes Jahr fragen sich die Deutschen, welchem Star sie es zutrauen, den „Eurovision Song Contest“ zu gewinnen. Nachdem Malik Harris im vergangenen Jahr mit seinem Song „Rockstars“ mit sechs Punkten den letzten Platz belegte, hofft das Publikum 2023 auf eine Überraschung.
Die Acts im Überblick:
  • Will Church – „Hold On“
  • Patty Gurdy – „Melodies Of Hope“
  • TRONG – „Dare To Be Different“
  • Lonely Spring – „Misfit“
  • Anica Russo – „Once Upon A Dream“
  • Lord Of The Lost – „Blood & Glitter“
  • René Miller – „Concrete Heart“
  • Ikke Hüftgold – „Lied mit gutem Text“

Infos und Bilder zu allen Kandidaten von „Unser Lied für Liverpool“

Die diesjährigen Teilnehmer der berühmten Show kamen aus vielen verschiedenen Musikrichtungen. Metal, Schlager, Folk – die Kandidaten konnten nicht unterschiedlicher sein. Wie die Teilnehmer ticken, erfahrt ihr hier in der Vorstellung.

Will Church – „Hold On“

Will Church wurde 2021 in der Castingshow „The Voice of Germany“ entdeckt. Damals wollten ihn alle vier Coaches in ihrem Team. Er entschied sich jedoch für Nice Santos. Innerhalb eines Monats hatte seine Blind-Audition eine Millionen Aufrufe auf YouTube. Er sang „Arcade“ von Duncan Laurence, dem Gewinner des ESC 2019. Mittlerweile arbeitet Will mit Musikern, wie beispielsweise James Carter, Paradigm oder Daniel Grunenberg. Mit seinem Song „Hold On“ möchte er den Menschen Mut machen, die unter dem Druck der Gesellschaft leiden. „Ich mag einfach dieses gemeinschaftlich kompetitive am ESC, das ganz Europa einschließt. Der ganze Kontinent sitzt vor dem Fernseher und fiebert mit. Allein das zu wissen, macht schon Gänsehaut und erinnert mich auch an Events wie die Fußball-EM oder WM.“
Will Church
Will Church
© Foto: NDR/Benjamin Süßkirch

Patty Gurdy – „Melodies Of Hope“

Patty Gurdy entdeckte ihre Leidenschaft für Musik schon im Alter von vier Jahren. Sängerin wurde mit zehn Jahren in ihrer eigenen Rockband. Später entdeckte sie die Drehleier für sich, mit welcher sie auch ihren Song „Melodies of Hope“ spielt. In der Folkszene ist die 26-Jährige eine konstante Größe und arbeitet unter anderem mit Patti Smith, Faun und Sasha. Seit 2022 ist sie mit ihrer eigenen Band auf Tour. Zum ESC sagt sie: „Ich habe große Lust auf das Spektakel und glaube, dass der ESC, der für Diversität und Lebensfreude steht, ein Licht in einer von vielen als düster empfundenen Zeit sein kann.“
Patty Gurdy
Patty Gurdy
© Foto: NDR/Oliver Weisskopf

TRONG – „Dare To Be Different“

Schon zum fünften Mal hat sich TRONG beim deutschen Vorentscheid beworben. Nun wurde er endlich angenommen. Der 30-Jährige mit vietnamesischen Wurzeln hat schon früh sein Talent für Gesang und Musik entdeckt. Anfang der 2000er-Jahre drohte ihm und seiner Familie die Abschiebung aus Vietnam. Als er in einer TV-Show für Pop-Ikone Britney Spears tanzte, wurde ihm klar, dass er seine Träume verfolgen muss. 2015 nahm er an der sechsten Staffel der Castingshow „Vietnam Idol“ teil und gewann. Sein Song „Dare To Be Different“ handelt von Selbstbewusstsein und vom Mut, auch mal aus der Reihe zu tanzen.
TRONG
TRONG
© Foto: NDR/Trang Nguyen

Lonely Spring – „Misfit“

Die Band Lonely Spring fand bereits im Alter von 13 Jahren zusammen. Sie besteht aus den Zwillingsbrüdern Jules und Simon sowie Manu und Matthias. Selbst bezeichnen sie sich als eine Mischung aus den weltberühmten Bands „Panic! At The Disco“, „My Chemical Romace“ und „Taking Back Sunday“. Emocore und Pop-Punk sind nach „Maneskin“ mit dieser Band wieder am Start. Die vier Jungs stehen für alle, die sich nicht verstanden fühlen. Mit „Misfit“ fordert die Band das Ende eines viel zu hohen Erwartungsdruckes, welcher auf der Gesellschaft liegt. Niemand sollte sich für andere verändern, nur um nicht ausgeschlossen zu werden.
Lonely Spring
Lonely Spring
© Foto: NDR/Katharina Aigner

Anica Russo – „Once Upon A Dream“

Anica Russo fing mit 18 Jahren an, ihre eigenen Songs zu schreiben. Seitdem war sie schon mit Ariana Grande, Alan Walker und Zoe Wees als Supporting-Act unterwegs. Während der Pandemie erfand sich die Sängerin neu und wandte sich dem Genre des Dark-Pop zu. In ihren Texten geht es vor allem um Glaube und mentale Gesundheit. Ihr Song „Once Upon A Dream“ beschreibt die Geschichte eines Mädchens, welches in der dunkelsten Stunde Stärke und Kraft findet. Genau diese scheinbar schweren Zeiten machen uns stärker und führen uns an unsere Ziele, so Russo.
Anica Russo
Anica Russo
© Foto: NDR/Jonas Huckstorf

Lord Of The Lost – „Blood & Glitter“

Die Band „Lord Of The Lost“ wurde 2009 in Hamburg gegründet. Die Band besteht aus Sänger und Gitarrist Chris Harms, Gitarrist Pi Stoffers, Bassist Klaas Helmecke, Multi-Instrumentalist Gared Dirge und Schlagzeuger Niklas Kahl. Die Band schwebt zwischen verschiedenen Genres: Industrial-Rock, Gothic-Metal, Glam, Wave und Pop. Außer auf ihren ausgedehnten Touren tritt die Band auch häufig auf Festivals auf. 2022 begleiteten sie die Metal-Legenden „Iron Maiden“ als Special Guests auf 18 Shows. Mit der Veröffentlichung von „Blood & Glitter“ im Januar schafften es „Lord Of The Lost“ im Januar an die Spitze der Charts.
Lord Of The Lost
Lord Of The Lost
© Foto: NDR/VDPictures

René Miller – „Concrete Heart“

Der Name René Miller sagt zunächst nicht vielen Menschen etwas, doch als Songwriter ist er eine echte Berühmtheit. Unter anderem schrieb er für „Topic & A7S“ sowie für „Alok & Steve Aoki“. 2018 erhält er den German Songwriting Award. In seinem ESC-Song „Concrete Heart“ geht es um eine toxische Beziehung. „Ich kann aus Balladen viel mehr ziehen. Wenn ich die schreibe und singe, geht es mir danach besser. Wie eine Therapiestunde, aus der man gestärkt und mit neuer Hoffnung rauskommt“, beschreibt der Sänger seine Erlebnisse. Für ihn schließt sich mit der Teilnahme am deutschen Vorentscheid ein Kreis, denn der erste Live-Auftritt, welchen er gesehen hatte, war von Max Mutzke, der beim ESC 2014 auf Platz acht schaffte.
René Miller
René Miller
© Foto: NDR/Max Klein

Ikke Hüftgold – „Lied mit gutem Text“

Trainingsanzug und Perücke –Ikke Hüftgold, wie man ihn kennt. Fans hat der Schlagersänger wohl einige, denn er gewann die TikTok-Abstimmung mit 52 Prozent. Eigentlich heißt Ikke Hüftgold Matthias Distel und stammt aus dem hessischen Limburg an der Lahn. 2009 wurde er schließlich zum Ballermannsänger. Den Sprung in die deutschen Charts schaffte er mit seinem Song „So gehen die Gauchos“. Aktuell feiert er mit „Ich schwanke noch“ einen großen Erfolg auf Spotify. Mit seinem Label „Summerfield Records“ hilft er auch anderen Künstlern zu großem Geld. Unter anderem produzierte er den Song „Layla“, welcher neun Wochen auf Platz 1 der deutschen Charts war. „Lied mit gutem Text“ ist ein typischer Mallorca-Song mit jeder Menge Party.
Ikke Hüftgold
Ikke Hüftgold
© Foto: NDR/Marc Bremer

Frida Gold muss Vorentscheid krankheitsbedingt absagen

Nur wenige Stunden vor dem deutschen Vorentscheid kam die schlechte Nachricht: Die Band Frida Gold muss die Teilnahme an der Show „Unser Lied für Liverpool“ kurzfristig absagen. Der Grund: Sängerin Alina Süggeler ist krank. „Schon am zweiten Probentag war allen Beteiligten ersichtlich, dass Alina Süggeler sehr krank war und unter Fieber litt. Es musste auf zwei Durchläufe reduziert werden, bei denen sie nur sporadisch singen konnte“, erklärte die Band in einer Mitteilung. Nachdem sie beim Arzt war, habe dieser sie für die ganze Woche krankgeschrieben und ihr Bettruhe verordnet. Somit kann die Band beim deutschen ESC-Vorentscheid nicht antreten.
Frida Gold besteht aus Alina Süggeler und Andreas Weizel. Die beiden schafften es bereits zum Anfang ihrer Karriere an die Spitze. Mit „Wovon sollen wir träumen“ belegte Frida Gold 2011 59 Wochen die deutschen Charts. In ihrem ESC-Song „Alle Frauen in mir sind müde“ geht es um alle Frauen auf der Welt, die unter Ungerechtigkeiten leiden. „Manchmal denke ich, dass jede Frau die Geschichte aller Frauen in sich trägt. Der Frau davor, der Frau danach. Deshalb steht jede Frau, die sich für Selbstbestimmung und Unabhängigkeit stark macht, auch für das Recht aller Frauen dieser Welt ein“, erklärt Süggeler dazu. Die Musik ist inspiriert vom spanischen Flamenco. Alina Süggeler hat übrigens bereits ESC-Luft geschnuppert, da sie 2011 und 2013 Mitglied der deutschen Jury war.
Frida Gold
Frida Gold
© Foto: NDR/Aaron Rose