Bares für Rares
: Der „Fluch der Vollmacht“ schlägt heute wieder zu!

Darum ist es wirklich nicht clever, im Auftrag von jemand anderem zu „Bares für Rares“ zu gehen.
Von
Judith Müller
Köln
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Kathi und Torsten sollen im Auftrag von Kathis Bruder Puppenmöbel verkaufen. Gar keine gute Idee.

Kathi und Torsten sollen im Auftrag von Kathis Bruder Puppenmöbel verkaufen. Gar keine gute Idee.

ZDF-Mediathek

Es ist inzwischen fast schon ein Gesetz bei „Bares für Rares“: Sobald jemand mit einer Vollmacht und klarer Preisvorgabe in die Trödelshow kommt, sind die Chancen auf ein Geschäft denkbar schlecht. So auch diesmal – obwohl die Verkäufer wirklich alles richtig machen.

Im Auftrag unterwegs – mit silbernen Puppenmöbeln

Katharina Mirow und Torsten Göllner aus Alzenau kommen sympathisch, gut vorbereitet und bestens gelaunt in den Pulheimer Händlerhof. Mitgebracht haben sie etwas ganz Besonderes: Puppenmöbel aus Silber, die Katharinas Bruder im Internet ersteigert hat.

Horst Lichter zeigt sich sofort begeistert: „Was ’ne schöne Wohnungseinrichtung!“ Und fragt dann neugierig nach: „Was sollt ihr denn dafür mitbringen?“ Die Antwort folgt prompt – und lässt aufhorchen.

„Nicht unter 400 Euro“ – eine gefährliche Ansage

„Unter 400 sollen wir’s nicht abgeben“, sagt Kathi. Ein Satz, der inzwischen für erfahrene Zuschauer fast wie ein Alarmsignal klingt. Denn genau das ist es, was bei „Bares für Rares“ oft das Problem ist: Verkäufer mit fixer Preisvorgabe haben am Ende selten Erfolg.

Wendela Horz nimmt sich der Expertise an und schätzt die Möbelstücke – wohl aus Hanau stammend – auf 250 bis 400 Euro. Damit ist der Wunschpreis zumindest in Reichweite. Hoffnung liegt in der Luft. Doch sie verfliegt schnell.

Wendela Horz macht die Expertise für die Puppenmöbel.

Wendela Horz macht die Expertise für die Puppenmöbel.

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Händler interessiert – aber keine Chance gegen die Zahl auf dem Zettel

Im Händlerraum zeigen Christian Vechtel und Susanne Steiger echtes Interesse. Doch es bleibt beim Flirt – kein Kauf. Mehr als 200 Euro möchte keiner der Händler ausgeben.

„400 finde ich sportlich“, sagt Vechtel ehrlich – und spricht aus, was alle denken. Die Zahl auf der Vollmacht blockiert das Geschäft. Und das nette Paar muss ohne Deal nach Hause gehen.

Ein trauriges Muster – und eine echte Warnung

Es ist längst kein Einzelfall mehr. In mehreren Folgen (z. B. hier, hier und hier) scheitern Verkäufe immer wieder an starren Preisvorgaben von Dritten. Die Händler sind zwar interessiert – aber nicht bereit, unrealistische Wunschpreise zu erfüllen, nur weil jemand nicht flexibel handeln darf.

So bleibt auch dieser Fall ein weiteres Kapitel in der traurigen Chronik vom „Fluch der Vollmacht“. Und vielleicht ein kleiner Appell an alle zukünftigen Bevollmächtigten: Wer wirklich verkaufen will, braucht nicht nur eine Unterschrift – sondern auch Verhandlungsspielraum.