Bares für Rares
: Traumhafte Expertise – aber ein Zettel macht den Verkauf unmöglich

Trotz beeindruckender Expertise und großem Lob vom Kunstexperten platzt bei „Bares für Rares“ der Verkauf – wegen eines kleinen Zettels mit großer Wirkung.
Von
Judith Müller
Köln
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Niklas und Jonas bekommen leider keine Händlerkarte.

Niklas und Jonas bekommen leider keine Händlerkarte.

Screenshot. ZDF-Mediathek

In der heutigen Folge von „Bares für Rares“ besuchen zwei Freunde die Trödel-Show: Niklas Müller aus Sankt Augustin und Jonas Rösler aus Siegburg. Sie bringen ein stimmungsvolles Gemälde mit, das einst Jonas’ Großeltern gehörte. Diese hatten das Bild 1998 in einer Galerie in Stockholm gekauft – für umgerechnet rund 3700 Euro. Der Plan: Der Erlös soll eine Kreuzfahrt für die Großeltern ermöglichen.

Vollmacht mit fester Preisgrenze

Schon beim ersten Gespräch vermutet Moderator Horst Lichter, dass Jonas im Auftrag unterwegs ist – und liegt richtig. Jonas hat eine Vollmacht seiner Großeltern dabei, mit einer klaren Vorgabe: Mindestens 2950 Euro soll das Bild bringen, sonst darf es nicht verkauft werden. Lichter scherzt: „Der Jung, der darf das – aber der muss mir das mit nach Hause bringen, ne?“

Aufgrund einer Vollmacht darf Jonas das Gemälde nicht verkaufen.

Aufgrund einer Vollmacht darf Jonas das Gemälde nicht verkaufen.

Screenshot. ZDF-Mediathek

Große Begeisterung bei der Expertise

Die Kunstexpertise übernimmt Colmar Schulte-Goltz – und seine Einschätzung fällt durchweg positiv aus. Das Gemälde zeigt eine schwedische Küstenlandschaft mit Wasser und Segelschiffen und stammt vom schwedischen Künstler Alfred Wahlberg (1834–1906). Das Werk sei ein beeindruckendes Beispiel des frühen Impressionismus und wurde 1875 gemalt, also vor dem internationalen Durchbruch des Künstlers.

Wahlberg war Autodidakt, durfte aber im renommierten Pariser Salon ausstellen – ein echtes Qualitätssiegel. Das Bild ist ein Öl auf Leinwand, signiert auf der rechten Seite. Der Rahmen passe zwar gut, sei aber nicht original. Insgesamt ist der Zustand solide, allerdings müsse das Bild dringend gereinigt werden, so Colmar.

Der Schätzwert sorgt für Enttäuschung

Trotz aller lobenden Worte folgt der Dämpfer: Der aktuelle Marktwert liegt laut Colmar nur bei 2200 bis 2500 Euro – zu wenig für einen Verkauf. „Mehr nicht“, bedauert er.

Horst Lichter ist enttäuscht: „Ich find das voll doof.“ Er zeigt Verständnis, kann aber nichts machen: „Seid ihr mir sehr böse, wenn ich euch die Karte nicht geben kann?“ Die Freunde nehmen es sportlich – schließlich sind durch die Vollmacht die Hände gebunden.

Kein Verkauf trotz Top-Bewertung

Am Ende steht fest: Das Bild darf nicht verkauft werden – wegen eines Zettels. Trotz ausgezeichneter Expertise, hohem künstlerischen Wert und großem Interesse, verhindert die festgelegte Preisgrenze einen Deal.

Die Freunde gehen ohne Händlerkarte, aber mit einer besonderen Erinnerung.