• Tübingen hatte mit einem Modellprojekt Öffnungen und Lockerungen ermöglicht.
Erst am Freitag war das Tübinger Modellprojekt „Öffnen mit Sicherheit“ verlängert worden. Am Montagabend, 29.03.2021, zog Oberbürgermeister Boris Palmer Bilanz. Gleichzeitig bringt er eine mögliche Ausgangssperre in Tübingen ins Spiel.

Video Merkels Machtwort: Keine Lockerungen und Modellprojekte

Tübingen Tagesticket: Boris Palmer zu Ergebnis des Tübinger Modellprojekts

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer zieht am Montagabend im Rahmen einer Veranstaltung des Weltethos-Instituts in Tübingen eine erste Bilanz des Modellprojekts „Öffnen mit Sicherheit“. Im Rahmen der Reihe „Was lernen wir in Tübingen aus der Corona-Krise?“ sollen Vertreterinnen und Vertreter aus der Stadtgesellschaft die bisherigen Entwicklungen diskutieren. Palmer hatte für den Tübinger Sonderweg immer wieder Kritik, aber auch Lob bekommen.

Ausgangssperre in Tübingen?

Das Tübinger Modellprojekt mit Lockerungen durch massenhaftes Testen hat weiter großen Zulauf - aus Sicht der Stadt soll die neue Freiheit aber wieder etwas eingeschränkt werden. Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) sprach sich angesichts großer Gruppen, die auf innerstädtischen Wiesen Partys feierten, für nächtliche Ausgangsbeschränkungen aus. Da gebe es keinen Abstand, sondern Alkohol. „Ich hätte gar nichts dagegen zu sagen: Ab 20 Uhr ist wirklich Ruhe“, sagte Palmer am Sonntagabend in einer Online-Gesprächsrunde der „Bild“-Zeitung. Tagsüber könne geordnet in der Außengastronomie gesessen oder mit Maske eingekauft werden. „Und nachts sind alle daheim - warum nicht“, so der Grünen-Politiker.

Tagesticket in Tübingen mit kostenlosen Tests an Teststationen

Tübingen testet seit Mitte März, ob mehr Öffnungsschritte mit möglichst flächendeckendem Testen umsetzbar sind, ohne dass die Zahl der Corona-Fälle deutlich zunimmt. Menschen können in der Stadt kostenlose Tests machen, das Ergebnis wird bescheinigt. Mit dem Zertifikat können die als gesund getesteten Personen zum Beispiel in Modeläden einkaufen, zum Friseur oder auch ins Theater und in den Biergarten gehen. Die Zahl der Tagestickets für Besucher wurde allerdings begrenzt.

7-Tage-Inzidenz in Tübingen unter 35

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist die Positivrate der Schnelltests mit 1:1000 sehr konstant, das von der Stadt aufgebaute System regelmäßiger Testungen in Betrieben, Schulen, Kitas und das leistungsfähige Netz von Teststationen funktioniere, so ein Sprecher. Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz liege in der Stadt seit mehreren Wochen unter 35. Das Modellprojekt wurde zuletzt bis zum 18. April verlängert.

Corona Zahlen im Landkreis Tübingen steigen

Die Region lag zuletzt nur noch knapp unter dem Wert von 100 bei der 7-Tage-Inzidenz. Steigt in Kreisen die Inzidenz an drei Tagen in Folge über den Wert von 100, müssen diese eine sogenannte Notbremse ziehen und Lockerungen für Handel und Freizeit zurücknehmen. Auch eine nächtliche Ausgangsbeschränkung kann in diesem Fall verhängt werden.

Corona Zahlen in Stadt Tübingen steigen - Inzidenz verdoppelt

In der Modellkommune Tübingen mit Lockerungen und massenhaften Tests sind die Corona-Fallzahlen stark gestiegen. Allerdings sei der Anstieg in etwa so hoch wie dort, wo mit Schließungen gearbeitet werde, sagte Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) am Montagabend bei einer Online-Gesprächsrunde mit Wissenschaftlern in Tübingen.
Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt sei bis Sonntag auf 66,7 gestiegen, sagte Palmer den „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung“ (Dienstag). Damit hat sich der Wert innerhalb weniger Tage fast verdoppelt. Am vergangenen Donnerstag hatte er nach Angaben der Stadt noch bei 35 gelegen.
Den Zeitungen sagte Palmer, der Anstieg mache ihm keine Sorgen. Dieser gehe eher nicht aufs Einkaufen oder den Theaterbesuch zurück. Problematisch seien jene Menschen, die abends in der Stadt Party machten. Es sei aber jederzeit möglich die Reißleine zu ziehen. „Das ist ein Experiment mit offenem Ausgang“, so Palmer.

Bewerbung: Landkreis Neu-Ulm will Modellregion werden

Der Landkreis Neu-Ulm hat sich am Wochenende als Modellregion beim bayerischen Gesundheitsministerium beworben. Darüber informierte das Landratsamt Neu-Ulm am Montagnachmittag. In Tübingen läuft bereits seit Mitte März ein entsprechendes Projekt.Antwort auf die Bewerbung steht noch aus
In der Mitteilung heißt es: „Die offenbar geforderte Inzidenz von 100 bis 150 erfüllen wir zwar derzeit nicht, müssen aber leider mit deren Erreichen rechnen.“ Man erwarte in den nächsten Tagen eine Rückmeldung aus München.