Fußball-Anhänger wehren sich
: Deutschlandweiter Protest – Fans stellen sich gegen Politik

Die geplanten Maßnahmen und das Vorgehen der Politik zur Sicherheit in Stadien sorgen weiter für Proteste. Die Fans schicken klare Botschaften an die Verantwortlichen.
Von
dpa
Berlin
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Protest der Fußball-Fans in der Volkswagen Arena. Ein Plakat "Soll das die Zukunft des Fussballs sein?" ist in Stadion angebracht.

Swen Pförtner/dpa
  • Fußballfans protestieren deutschlandweit gegen geplante Sicherheitsmaßnahmen in Stadien.
  • Schweigen und Plakate: Organisierte Fans starten Gesänge erst nach der zwölften Minute.
  • Kritik an Stadionverboten, personalisierten Tickets und Gesichtserkennung.
  • Plakate mit „Soll das die Zukunft des Fußballs sein?“ und „Schützt eure Kurven vor Populisten!“.
  • Proteste setzen sich vor der Innenministerkonferenz vom 3. bis 5. Dezember fort.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Fußball-Fans in ganz Deutschland haben sich in den Stadien gegen geplante Maßnahmen der Politik gewehrt. Bei den Partien am Nachmittag in der ersten und zweiten Bundesliga protestierten die Anhänger mit Schweigen und Plakaten. 

Sie bekundeten somit ihren Unmut vor der Innenministerkonferenz vom 3. bis 5. Dezember. In allen Stadien stimmten die organisierten Fans ihre Gesänge erst nach der zwölften Minute an - für den zwölften Mann, sprich die Fans hinter der Mannschaft.

Zehntausende Fußballfans protestieren

„Ich habe totales Verständnis dafür, dass die Fans in ihrem Protest eine gewisse Sichtbarkeit deutlich machen wollen“, sagte Borussia Dortmunds Sport-Geschäftsführer Lars Ricken bei DAZN vor der Partie daheim vor mehr als 80.000 Zuschauern gegen den VfB Stuttgart. 

„Sicherheit im Stadion ist ein wichtiges Thema. Es geht am Ende immer um Kommunikation, wir sind mit den Fans, den Behörden, den Verbänden im Austausch“, betonte der Ex-Profi beim Sender Sky. Gemeinsam müsse man es hinbekommen, dass die Fans ihre Kultur weiter ausleben könnten und gleichzeitig die Sicherheit gewährleistet sei. 

  • VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen

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  • SC Paderborn 07 - Hannover 96

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  • Preußen Münster - FC Schalke 04

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    Fabian Strauch/dpa
  • Fortuna Düsseldorf - 1. FC Magdeburg

    Fortuna Düsseldorf - 1. FC Magdeburg

    Anke Waelischmiller/dpa
  • Fortuna Düsseldorf - 1. FC Magdeburg: 22.11.2025, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Fußball: 2. Bundesliga, Fortuna Düsseldorf - 1. FC Magdeburg, 13. Spieltag, Merkur Spiel-Arena. Protest «Soll das die Zukunft des Fußballs sein?» der 1. FC Magdeburg Fans. Foto: Anke Waelischmiller/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

    Fortuna Düsseldorf - 1. FC Magdeburg.

    Anke Waelischmiller/dpa
  • Hertha BSC - Eintracht Braunschweig: 21.11.2025, Berlin: Fußball: 2. Bundesliga, Hertha BSC - Eintracht Braunschweig, 13. Spieltag, Olympiastadion. Fans von Eintracht Braunschweig stehen still hinter einem Banner mit dem Schriftzug "Soll das die Zukunft des Fußballs sein?". Foto: Andreas Gora/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

    Hertha BSC - Eintracht Braunschweig.

    Andreas Gora/dpa
  • Hertha BSC - Eintracht Braunschweig: 21.11.2025, Berlin: Fußball: 2. Bundesliga, Hertha BSC - Eintracht Braunschweig, 13. Spieltag, Olympiastadion. Fans von Hertha BSC stehen unter Banner mit dem Schriftzug "Fankultur". Foto: Andreas Gora/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

    Hertha BSC - Eintracht Braunschweig.

    Andreas Gora/dpa
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Der 12. Mann schweigt erstmal 

Die Südtribüne des BVB war erstmal leise. Die Bedrohung sei ernst, hieß es in einem Schreiben der Südtribüne. „Sollten die Vorstellungen der Innenminister in die Tat umgesetzt werden, droht unseren vielgeschätzten Fankurven das Aus.“

Kritisiert werden von den organisierten Fans sowohl die bisher kolportierten verschärften Maßnahmen bei den Stadienbesuchen, aber auch der Weg dorthin. Vereine stimmen der Kritik ebenfalls zu. Die Fans wehren sich insbesondere gegen mögliche zentral verfügte Stadionverbote, das Personalisieren der Eintrittskarten und eine aus ihrer Sicht flächendeckende Überwachung auch mit einer Gesichtserkennung im Stadion.

Nachdem erst am Sonntag vergangener Woche mehrere Tausend Fans aus Deutschland in Leipzig mit einem Protestmarsch und einer Kundgebung in Leipzig auf ihre Forderungen aufmerksam gemacht hatten, setzten die organisierten Fans ihre Proteste an diesem Wochenende fort. Schon während der Freitagsspiele in den beiden höchsten Ligen hatten sie den Stimmungsboykott zu Beginn der Partien durchgezogen. 

Aufruf auch an die Vereine

Das setzte sich am Samstag fort. Vor der Innenministerkonferenz Anfang Dezember in Bremen tauchte vor allem eine Frage auf Plakaten immer wieder auf: „Soll das die Zukunft des Fußballs sein?“ Verbunden mit der Forderung: „Vereine und Verbände: Schützt eure Kurven vor Populisten!“ Bei der Partie des FC Augsburg gegen den Hamburger SV skandierten beide Fanlager nach zwölf Minuten gemeinsam: „Scheiß IMK“.