Wahlergebnisse
: Probleme bei Kommunalwahlen in NRW – Hacker-Angriff vermutet

Die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen liefen alles andere als reibungslos. Bei der Übermittlung der Wahlergebnisse kam es zu IT-Problemen. Ein Hacker-Angriff könnte die Ursache sein.
Von
Laura Mensch,
dpa
Düsseldorf
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Ministerpräsident Wüst: ARCHIV - 04.09.2025, Nordrhein-Westfalen, Bocholt: Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht auf der Bühne während einer Veranstaltung vor der NRW-Kommunalwahl am 14. September.  (zu dpa: «Wüst: AfD-Ergebnis «muss uns zu denken geben»») Foto: Fabian Strauch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht auf der Bühne während einer Veranstaltung vor der NRW-Kommunalwahl am 14. September.

Fabian Strauch/dpa
  • IT-Probleme bei NRW-Kommunalwahl – Verdacht auf Hacker-Angriff nach vielen Serverzugriffen.
  • CDU bleibt trotz Verlusten stärkste Kraft, AfD fast verdreifacht, Grüne mit deutlichen Einbußen.
  • Vorläufige Ergebnisse: CDU 33,3 %, SPD 22,1 %, AfD 14,5 %, Grüne 13,5 %, Wahlbeteiligung 56,8 %.
  • Stichwahlen am 28. September u. a. in Köln, Düsseldorf, Bonn, Gelsenkirchen und Duisburg.
  • AfD-Kandidaten erreichen in Ruhrgebietsstädten Stichwahlen gegen SPD/CDU-Kandidaten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Ergebnisse der Kommunalwahlen vom 14. September in NRW stehen fest. Doch am Sonntag kam es zu erheblichen Problemen bei der Auswertung. Es gab wohl IT-Probleme bei der Übermittlung von Wahlergebnissen. Grund dafür könnte ein Hacker-Angriff gewesen sein.

Wie ein Sprecher der Stadt Münster am Abend gegenüber der „Tagesschau“ mitteilte, kam es zu einer ungewöhnlich hohen Anzahl von Serverzugriffen. Es bestehe der Verdacht auf einen Hacker-Angriff, dieser könne jedoch noch nicht mit Sicherheit bestätigt werden.

Ergebnisse der Kommunalwahlen in NRW

Die CDU bleibt bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen trotz leichter Rückgänge klar die stärkste Kraft. Zu den Gewinnern im bevölkerungsreichsten Bundesland gehört aber auch die AfD, die ihr Ergebnis fast verdreifachen konnte. Damit landete sie in der bundesweit beachteten Wahl auf dem dritten Platz hinter der SPD. Die Grünen mussten im Vergleich zu den Kommunalwahlen 2020 erhebliche Einbußen hinnehmen.

Die Abstimmung in NRW galt als erster politischer Stimmungstest für die schwarz-rote Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) nach der vorgezogenen Bundestagswahl im Februar.

SPD erreicht 22,1 Prozent

Laut vorläufigem Landesergebnis erreichte die CDU in den Stadträten und Kreistagen 33,3 Prozent (2020: 34,3 Prozent). Die SPD kam auf 22,1 Prozent (2020: 24,3 Prozent), wie die Landeswahlleiterin im Internet mitteilte. Die AfD holte im bevölkerungsreichsten Bundesland 14,5 Prozent (2020: 5,1 Prozent), die Grünen bekamen 13,5 Prozent (2020: 20,0 Prozent). Schon bei der Bundestagswahl im Februar hatte die AfD in NRW die Grünen überholt.

Die Linke kam auf 5,6 Prozent (2020: 3,8 Prozent) und die FDP auf 3,7 Prozent (2020: 5,6 Prozent).

Die Wahlbeteiligung lag laut Landeswahlleiterin bei 56,8 Prozent und damit deutlich über der von 2020 (51,9 Prozent).

Das Erstarken der AfD im Westen löste bei den anderen Parteien Sorge aus. „Dieses Ergebnis muss uns zu denken geben, kann uns auch nicht ruhig schlafen lassen“, sagte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). „Selbst meine Partei nicht, die diese Wahl so klar gewonnen hat.“

Stichwahlen in vielen NRW-Großstädten

Gewählt wurden neben den Kommunalparlamenten auch Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte. In vielen Großstädten wie Aachen, Bonn, Bochum, Bielefeld, Düsseldorf, Dortmund, Duisburg, Essen, Köln und Münster gibt es am 28. September Stichwahlen um die Oberbürgermeister-Posten.

In der größten NRW-Stadt Köln kommt es zu einer Stichwahl zwischen der Grünen-Landtagsvizepräsidentin Berivan Aymaz und dem SPD-Mann Torsten Burmester. In der Landeshauptstadt Düsseldorf lag Amtsinhaber Stephan Keller (CDU) vorn, er muss aber in die Stichwahl gegen Clara Gerlach (Grüne). In Bonn muss sich die grüne Oberbürgermeisterin Katja Dörner einer Stichwahl gegen den CDU-Kandidaten Guido Déus stellen, der im ersten Wahlgang die Nase vorn hatte.

In den Ruhrgebietsstädten Gelsenkirchen, Duisburg und Hagen kamen AfD-Kandidaten in die Stichwahl, sie treten gegen SPD-Kandidaten (Gelsenkirchen, Duisburg) und einen CDU-Kandidaten (Hagen) an.