Proteste gegen Union
: Zehntausende bei Demos in ganz Deutschland – mit Bildergalerie

Fast die komplette CDU/CSU-Fraktion hat für eine schärfere Migrationspolitik zusammen mit der AfD gestimmt. Am Tag danach gibt es Demos: von Berlin bis Freiburg, von Frankfurt bis Leipzig.
Von
Kerstin Auernhammer,
dpa
Berlin
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Demonstration zur Migrationspolitik - Berlin: 30.01.2025, Berlib, Berlin: Luisa Neubauer, Klimaaktivistin, hält bei einer Kundgebung gegen die Migrationspläne von Union und AfD vor der CDU-Bundesgeschäftsstelle (Konrad-Adenauer-Haus) ein Plakat. Der Bundestag hatte am Mittwoch mit Unterstützung der AfD einem Antrag der Union zugestimmt, der Zurückweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen vorsieht. Auf dem Plakat ist zu lesen „Friedrich Merz: ein Sicherheitsrisiko für unsere Demokratie“. Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Klimaaktivistin Luisa Neubauer war bei der Demo in Berlin vor dem Konrad-Adenauer-Haus dabei.

Christoph Soeder/dpa
  • CDU/CSU stimmte mit AfD für schärfere Migrationspolitik; wütende Proteste folgten.
  • CDU-Zentrale in Berlin forderte Mitarbeiter wegen angekündigter Demo früher zum Gehen auf.
  • CDU-Geschäftsstellen in Lünen und Dortmund mit Parolen und Farbbeuteln beschmiert.
  • Polizei ermittelt zu Schmähungen vor Merz-Auftritt in Menden.
  • Kundgebungen in Bayern gegen AfD-Kooperationen angekündigt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zehntausende Menschen haben bundesweit gegen die gemeinsame Abstimmung von Union und AfD für eine schärfere Migrationspolitik und gegen einen Rechtsruck protestiert. In Berlin versammelten sich am Abend mehrere Tausend Menschen vor der CDU-Parteizentrale. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf rund 6.000. In München haben nach Polizeiangaben rund 7.000 Menschen vor der CSU-Parteizentrale demonstriert.

CDU und CSU hatten am Mittwoch im Bundestag gemeinsam mit den Stimmen der AfD und der FDP einen Antrag zur Verschärfung der Migrationspolitik verabschiedet. Dieser sieht Zurückweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen vor. An zahlreichen Orten in Deutschland fanden am Abend zumeist friedliche Proteste statt.

  • Demonstration zur Migrationspolitik - Berlin: 30.01.2025, Berlin: Zahlreiche Menschen nehmen an einer Demonstration zur Migrationspolitik vor der CDU-Zentrale unter dem Motto „Zusammen gegen rechts“ teil. Der Bundestag hatte am Mittwoch mit Unterstützung der AfD einem Antrag der Union zugestimmt, der Zurückweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen vorsieht. Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Zahlreiche Menschen nehmen an einer Demonstration zur Migrationspolitik vor der CDU-Zentrale unter dem Motto „Zusammen gegen rechts“ teil.

    Christoph Soeder/dpa
  • Demonstration zur Migrationspolitik - Berlin: 30.01.2025, Berlin: Zentrale ein Plakat mit der Aufschrift „Wir sind die Brandmauer!“. Der Bundestag hatte am Mittwoch mit Unterstützung der AfD einem Antrag der Union zugestimmt, der Zurückweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen vorsieht. Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Demonstranten halten Plakate, etwa mit der Aufschrift „Wir sind die Brandmauer!“ hoch.

    Christoph Soeder/dpa
  • Demonstration zur Migrationspolitik - Berlin: 30.01.2025, Berlin: Zahlreiche Menschen nehmen an einer Demonstration zur Migrationspolitik vor der CDU-Zentrale unter dem Motto „Zusammen gegen rechts“ teil. Der Bundestag hatte am Mittwoch mit Unterstützung der AfD einem Antrag der Union zugestimmt, der Zurückweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen vorsieht. Foto: Jens Kalaene/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Zahlreiche Menschen nehmen an der Demonstration teil.

    Jens Kalaene/dpa
  • Demonstration zur Migrationspolitik - Berlin: 30.01.2025, Berlin: Bei einer Demonstration zur Migrationspolitik vor der CDU-Zentrale unter dem Motto „Zusammen gegen rechts“ ist ein AfD-Wahlplakat vor dem CDU-Logo zu sehen. Der Bundestag hatte am Mittwoch mit Unterstützung der AfD einem Antrag der Union zugestimmt, der Zurückweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen vorsieht. Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Ein AfD-Wahlplakat ist vor dem CDU-Logo zu sehen. Der Bundestag hatte am Mittwoch mit Unterstützung der AfD einem Antrag der Union zugestimmt, der Zurückweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen vorsieht.

    Christoph Soeder/dpa
  • Demo gegen Rechts: ARCHIV - 25.01.2025, Berlin: Teilnehmer halten bei der Kundgebung «Lichtermeer für den Schutz unserer Demokratie» vor dem Brandenburger Tor in Berlin Lichter, Transparente und Plakate. Auch in NRW sind viele Demos geplant. (zu dpa: «Landesweit Demos nach CDU-Migrationsantrag im Bundestag») Foto: Christophe Gateau/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Auch vor dem Brandenburger Tor gab es eine Demo. Teilnehmer halten bei der Kundgebung «Lichtermeer für den Schutz unserer Demokratie" Lichter, Transparente und Plakate.

    Christophe Gateau/dpa
  • Demonstration zur Migrationspolitik - Freiburg

    Zur Demo in Freiburg kamen nach Angaben der Polizei 11.000 Menschen.

    Philipp von Ditfurth/dpa
  • Demonstration zur Migrationspolitik - Leipzig: 30.01.2025, Sachsen, Leipzig: Teilnehmer einer Demonstration gegen die Migrationspolitik haben sich auf dem Markt in Leipzig und versammelt um eine symbolische Brandmauer zu errichten. Das Der Bundestag hatte am Mittwoch mit Unterstützung der AfD einem Antrag der Union zugestimmt, der Zurückweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen vorsieht. Foto: Hendrik Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Teilnehmer einer Demonstration gegen die Migrationspolitik haben sich auf dem Markt in Leipzig und versammelt um eine symbolische Brandmauer zu errichten.

    Hendrik Schmidt/dpa
  • Demonstration zur Migrationspolitik - Frankfurt am Main: 30.01.2025, Hessen, Frankfurt/Main: Demonstranten protestieren auf dem Römerberg in Frankfurt am Main gegen die aktuellen Entwicklungen in der Migrationspolitik. Der Bundestag hatte am Mittwoch mit Unterstützung der AfD einem Antrag der Union zugestimmt, der Zurückweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen vorsieht. Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Demonstranten protestieren auf dem Römerberg in Frankfurt am Main gegen die aktuellen Entwicklungen in der Migrationspolitik.

    Boris Roessler/dpa
  • Demonstration zur Migrationspolitik - Berlin: 30.01.2025, Berlin: "Fritze du Fascho" steht auf einem Plakat bei einer Demonstration zur Migrationspolitik vor der CDU-Zentrale unter dem Motto „Zusammen gegen rechts“. Der Bundestag hatte am Mittwoch mit Unterstützung der AfD einem Antrag der Union zugestimmt, der Zurückweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen vorsieht. Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    "Fritze du Fascho" steht auf einem Plakat bei einer Demonstration zur Migrationspolitik vor der CDU-Zentrale.

  • Demonstration zur Migrationspolitik - Berlin: 30.01.2025, Berlin: "Im Februar nicht Merz wählen" steht auf einem Plakat bei einer Demonstration zur Migrationspolitik vor der CDU-Zentrale unter dem Motto „Zusammen gegen rechts“. Der Bundestag hatte am Mittwoch mit Unterstützung der AfD einem Antrag der Union zugestimmt, der Zurückweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen vorsieht. Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    "Im Februar nicht Merz wählen" steht auf einem Plakat in Berlin.

    Christoph Soeder/dpa
  • Demonstration zur Migrationspolitik - Berlin: 30.01.2025, Berlin: Luisa Neubauer spricht auf einer Demonstration zur Migrationspolitik vor der CDU-Zentrale unter dem Motto „Zusammen gegen rechts“. Der Bundestag hatte am Mittwoch mit Unterstützung der AfD einem Antrag der Union zugestimmt, der Zurückweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen vorsieht. Foto: Jens Kalaene/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Luisa Neubauer spricht auf einer Demonstration zur Migrationspolitik vor der CDU-Zentrale unter dem Motto „Zusammen gegen rechts“.

    Jens Kalaene/dpa
  • Demonstration zur Migrationspolitik - Frankfurt am Main: 30.01.2025, Hessen, Frankfurt/Main: Demonstranten protestieren auf dem Römerberg in Frankfurt am Main gegen die aktuellen Entwicklungen in der Migrationspolitik. Der Bundestag hatte am Mittwoch mit Unterstützung der AfD einem Antrag der Union zugestimmt, der Zurückweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen vorsieht. Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    "Zeit, sich wieder für Deutschland zu schämen", meint diese Demonstrantin in Frankfurt.

    Boris Roessler/dpa
  • Demonstration zur Migrationspolitik - Frankfurt am Main: 30.01.2025, Hessen, Frankfurt/Main: Demonstranten protestieren auf dem Römerberg in Frankfurt am Main gegen die aktuellen Entwicklungen in der Migrationspolitik. Der Bundestag hatte am Mittwoch mit Unterstützung der AfD einem Antrag der Union zugestimmt, der Zurückweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen vorsieht. Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Ein weiteres Bild aus Frankfurt.

    Boris Roessler/dpa
  • Demonstration zur Migrationspolitik - Berlin

    Auch Altkanzlerin Angela Merkel hatte heute Stellung zu der historischen Abstimmung bezogen.

    Christoph Soeder/dpa
  • Demonstration zur Migrationspolitik - Hannover: 30.01.2025, Niedersachsen, Hannover: Ein Schild mit der Aufschrift «Nazis sind keine Alternative» ist bei einer Demonstration zur Migrationspolitik auf dem Opernplatz in der Innenstadt zu sehen. Der Bundestag hatte am Mittwoch mit Unterstützung der AfD einem Antrag der Union zugestimmt, der Zurückweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen vorsieht. Foto: Michael Matthey/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Ein Schild mit der Aufschrift "Nazis sind keine Alternative" war bei der Demo in Hannover zu sehen.

    Michael Matthey/dpa
  • Demonstration zur Migrationspolitik - Hannover: 30.01.2025, Niedersachsen, Hannover: Ein Schild mit der Aufschrift «Remigriert euch ins Knie» ist bei einer Demonstration zur Migrationspolitik auf dem Opernplatz in der Innenstadt zu sehen. Der Bundestag hatte am Mittwoch mit Unterstützung der AfD einem Antrag der Union zugestimmt, der Zurückweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen vorsieht. Foto: Michael Matthey/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Diese Demonstranten in Hannover fordern  «Remigriert euch ins Knie»!

    Michael Matthey/dpa
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„Sei die Brandmauer“ und „Brandmauer verteidigen“

Zu der Kundgebung in München hatte das Bündnis „München ist bunt!“ unter dem Motto „Sei die Brandmauer!“ aufgerufen. Auch in anderen bayerischen Städten gingen Menschen gegen Kooperationen mit der AfD auf die Straße.

In Düsseldorf nahmen laut Polizei rund 2.500 Menschen an einer Protestaktion teil. In Münster demonstrierten nach Polizeiangaben rund 2.800 Menschen. Auch in Köln, Dortmund, Duisburg und Essen sollten am Donnerstag und in den nächsten Tagen Demonstrationen stattfinden, die sich gegen die AfD und eine Zusammenarbeit der CDU mit ihr richten.

In Hannover versammelten sich nach Polizeiangaben rund 7.000 Menschen. Auf der Kundgebung sprachen auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne).

In Freiburg gingen ebenfalls mehrere Tausend Menschen auf die Straße. Die Polizei ging in einer ersten Schätzung von bis zu 11.000 Demonstrantinnen und Demonstranten aus. Unter dem Motto „Brandmauer verteidigen“ versammelten sie sich am Platz der Alten Synagoge in der Altstadt.

Kritik an CDU-Kanzlerkandidat Merz

In Mainz demonstrierten rund 4.000 Menschen vor der Landesgeschäftsstelle der CDU. Es seien deutlich mehr Menschen gekommen als erwartet worden sei, sagte ein Polizeisprecher. Dort wurde auf zahlreichen Plakaten Kritik an Unionskanzlerkandidat Friedrich Merz geäußert. Zu der Kundgebung unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt! Demonstration für Herz statt Merz“ hatten unter anderem die Grüne Jugend Mainz und die Mainzer Jusos aufgerufen.

In Kiel demonstrierten 1.500 Menschen vor der CDU-Zentrale. Das Vorgehen der CDU sei ein „Tabubruch mit fatalen Folgen“, hieß es in dem Demo-Aufruf der Zentralen Bildungs- und Beratungsstellen für Migrant:innen. In Lübeck fand eine Kundgebung unter dem Motto „Die Brandmauer ist gefallen“ statt.

Mehrere Tausend Menschen sind auch in Leipzig gegen die CDU-Pläne für eine schärfere Migrationspolitik auf die Straße gegangen. Die Polizei ging von 5.000 Demonstrantinnen und Demonstranten aus. Sie versammelten sich unter dem Motto „Merz & AfD stoppen - Asylrecht verteidigen - Brandmauer wieder aufbauen!“ in der Innenstadt. In Sachsens Landeshauptstadt Dresden versammelten sich mehrere Hundert Menschen. An der Kundgebung nahmen auch Politiker der SPD, der Linken und der Grünen teil, darunter Sachsens stellvertretende Ministerpräsidentin, Sozialministerin Petra Köpping (SPD).

Bereits am Mittwochabend hatten mehrere Hundert Menschen vor dem Konrad-Adenauer-Haus gegen den Kurs der CDU demonstriert.

Demo in Ulm am Sonntag

In Ulm ist am Sonntag (02.02.2025) eine große Demo für Vielfalt und gegen Rechtsextremismus geplant. Die Organisatoren hoffen, dass wie im vergangenen Jahr rund 10.000 Menschen auf den Münsterplatz kommen. Beginn der Ulmer Demo ist um 12.30.