Demo gegen rechts in Ulm: Organisatoren hoffen auf 10.000 Teilnehmer

10.000 Menschen haben vor einem Jahr auf dem Münsterplatz gegen Hass und Hetze demonstriert. Jetzt sollen es bei einer neuerlichen Demo wieder so viele Menschen werden, hoffen die Organisatoren.
Privat- Demo gegen Rechtsextremismus am Sonntag in Ulm.
- Organisation von jungen Aktivisten; 10.000 Teilnehmer erhofft.
- Unterstützt von "Gemeinsam für Vielfalt und Demokratie" und weiteren Organisationen.
- Redner: Bundestagsabgeordnete, OB Martin Ansbacher, Ella Oswald.
- Neues Format: „Jetzt reden wir – nachgefragt am Kneipentisch“ startet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Als Ulm Flagge zeigen und rechtsextremistischen Kräften Gegenwind bieten: Darum geht es bei der Demonstration am Sonntag, 2. Februar, 12.30 Uhr, auf dem Münsterplatz unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt. Gemeinsam für unsere Demokratie“.
Verwirrt und verängstigt habe sie sich in den vergangenen Wochen gefühlt, auch durch die Umfrageergebnisse zur Bundestagswahl, schildert die 18-jährige Fabiana Biesenberger ihre Gemütslage. Und da jetzt - ein gutes Jahr nach der großen Anti-AfD-Demo auf dem Münsterplatz - nichts geplant gewesen sei, habe sie sich gedacht: „Da muss doch was getan werden.“
So habe sie die Organisation einer solchen Kundgebung selbst in die Hand genommen, mittlerweile ist eine Handvoll anderer junger Mitstreiter mit dabei. Sie werden unterstützt vom Bündnis „Gemeinsam für Vielfalt und Demokratie“, dem Ring politischer Jugend (RpJ) und dem Verein „Mein Ich gegen Rassismus“.
„Hand in Hand“ will man demonstrieren und vor allem für eine Sache sein: für Demokratie. Man wolle die liberale Mitte der Gesellschaft ansprechen, auch konservative Meinungen hören, betont Fabiana Biesenberger; die Ulmerin hat vergangenes Jahr Abitur gemacht und studiert bald Wirtschaftspsychologie. Um was es ihr vor allem geht: „Unsere Demokratie braucht uns und muss geschützt werden.“ Sie will den „düsteren Visionen, die die AfD für unsere Gesellschaft und unser Land hat“, etwas entgegensetzen. „Ich glaube an unsere Gesellschaft und unser Engagement.“
Die Europahymne soll die Veranstaltung einrahmen, auch soll gemeinsam ein Kanon gesungen werden, "damit man die Gemeinschaft spüren kann". Als Redner sind unter anderem die hiesigen Bundestagsabgeordneten eingeladen, dazu OB Martin Ansbacher und Ella Oswald vom RpJ, die die große Demo im Januar 2024 mitorganisiert hatte. Ob jetzt erneut 10.000 Menschen kommen? Fabiana Biesenberger hofft es und ist optimistisch, sagt aber auch. „Jeder, der da ist, zählt!“
„Jetzt reden wir – nachgefragt am Kneipentisch“
Peter Langer vom Bündnis „Gemeinsam für Vielfalt und Demokratie“ freut sich sehr, „dass sich junge Menschen voller Einsatz und Emotionalität hinter die Sache geklemmt haben“. Das Bündnis geht derweil mit einem neuen Format an den Start. Sechsmal heißt es: „Jetzt reden wir – nachgefragt am Kneipentisch“.
Die Idee ist es, von Tisch zu Tisch zu gehen und in lockerer Atmosphäre mit den Kandidatinnen und Kandidaten für den Bundestag ins Gespräch zu kommen, wie Langer sagt. Vier Kandidierende haben bereits für jeden Termin zugesagt - die AfD werde aber nicht eingeladen.
„Im Wahlkampf ist viel Polarisierung zu spüren“, erläutert Felix Polianski vom Bündnis. „Dem wollen wir mit persönlichem Austausch entgegenwirken.“ Um Ulm gut abzudecken, gehe man in unterschiedliche Stadtteile und Lokalitäten. Dies sind die Termine:
- Montag, 3. Februar, 18-20 Uhr, Gaststätte Schillergarten
- Donnerstag, 6. Februar, 18-20 Uhr, Bürgerzentrum Wiblingen
- Freitag, 7. Februar, 18-20 Uhr, Rosebottel
- Sonntag, 9. Februar, 11.30-13.30 Uhr, Café Ambiente, Söflingen
- Sonntag, 9. Februar, 17-19 Uhr, Café Montreux, Eselsberg
- Dienstag, 11. Februar, 18-20 Uhr, Café Omar
Auch die Medienoperative Ulm hat sich für den Wahlkampf etwas ausgedacht: eine Social-Media-Kampagne. In vier Videos setzt sie sich argumentativ mit AfD-Positionen auseinander – dabei die Ängste und Themen deren Wähler ernstnehmend, wie Frederick Birk sagt. Ausgespielt werden die 90-Sekünder bereits auf Instagram, Facebook, YouTube und TikTok.
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