Nach seinem Besuch in Neu-Ulm: Rechtsextremist Martin Sellner wird in der Schweiz festgenommen

Rechtsextremist Martin Sellner ist bei seiner illegalen Einreise in die Schweiz festgenommen worden.
Georg Hochmuth/apa/dpa- Martin Sellner wurde bei illegaler Einreise in die Schweiz festgenommen.
- Die Schweiz verhängte ein Einreiseverbot bis 27. Oktober gegen den Rechtsextremisten.
- Sellner hielt trotz Verbot eine Lesung in Neu-Ulm ab.
- Er hat Verbindungen zur AfD und der rechtsextremen Organisation Junge Tat.
- Die Stadt Potsdam verbot ihm die Einreise, Sellner wehrte sich erfolgreich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zuletzt hatte der österreichische Rechtsextremist, Martin Sellner, die Polizei an der Nase herumgeführt und eine Lesung – mit Unterbrechung – in Neu-Ulm abgehalten. Anschließend prahlte er davon in einem selbst veröffentlichten Video. Darin kündigte Sellner ebenfalls an, trotz eines bestehenden Einreiseverbots in die Schweiz zu fahren. Offensichtlich folgten seinen Worten auch Taten. Denn wie sowohl von Schweizer Medien berichtet wird, als auch in einem Livestream Sellners zu sehen ist, nahm ihn die Kantonspolizei Thurgau direkt nach seiner illegalen Einreise bei Konstanz fest. Wie die Polizei mitteilt, wurde er anschließend an die Schweizer Grenze begleitet, wo er das Land wieder verließ.
Schweiz verhängt Einreiseverbot für Martin Sellner
Die Schweiz hat gegen den österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner ein vorübergehendes Einreiseverbot verhängt. Bis zum 27. Oktober dürfe der 35-Jährige nicht in die Schweiz und nach Liechtenstein einreisen, erklärte die Bundespolizei (Fedpol) am Freitag. Gegen die Verfügung könne Sellner vor dem Bundesverwaltungsgericht Beschwerde einlegen.
Ursprünglich wollte Sellner auf Einladung der als rechtsextrem geltenden Organisation "Junge Tat" am 19. Oktober bei einer Konferenz im Raum Konstanz-Kreuzlingen sprechen. Die Gruppe ist bekannt für ihre identitäre Ideologie, zudem lehnt sie Einwanderung aus dem nicht-europäischen Ausland ab und vertritt eine anti-islamische Haltung.
Rechtsextremist Sellner hat Verbindungen zur AfD
Sellner gilt als einer der führenden Köpfe der rechtsextremen Identitären Bewegung im deutschsprachigen Raum. Er war laut Recherchen des Netzwerks Correctiv im November auch Redner bei dem Potsdamer Geheimtreffen von AfD-Mitgliedern und Rechtsextremen, bei dem die massenhafte Vertreibung von Menschen mit Migrationshintergrund aus Deutschland besprochen worden sein soll.
In der Folge verhängte die Stadt Potsdam im März per Bescheid ein Einreise- und Aufenthaltsverbot in das Bundesgebiet gegen Sellner. Dagegen ging er im Eilverfahren erfolgreich vor dem Potsdamer Verwaltungsgericht vor. Weil die Stadt Potsdam keine Beschwerde einlegte, wurde der Beschluss rechtskräftig. Seitdem trat der Österreicher mehrmals in Deutschland auf.
Martin Sellner hält versteckte Lesung in Neu-Ulm ab
Auch in Ulm wollte Sellner eine Lesung abhalten. Doch die Stadt verhängte ein Aufenthaltsverbot und so wich er kurzerhand in die Nachbarstadt Neu-Ulm aus. Dort war er in einer ehemaligen Rockerkneipe mit rund 40 Zuhörern – bis die Polizei die Veranstaltung beendete. Zumindest vorübergehend. Denn laut einem kurze Zeit später veröffentlichten Video, konnte Sellner nach eignenen Angaben entkommen und seine Lesung mit einigen zurückgekehrten Zuhörern wieder fortsetzen.
Mit Informationen der dpa

