Nahverkehr
: Länder beraten über höheren Preis für Deutschlandticket

Rund 14 Millionen Menschen nutzen das Deutschlandticket. Doch was die Monatskarte für den Regional- und Nahverkehr im kommenden Jahr kosten soll, ist offen. Was sich abzeichnet, macht wenig Freude.
Von
dpa
München
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Die App «Deutschlandticket.de» ist auf dem Display eines Smartphones zu sehen. Über die App lässt sich das Deutschlandticket digital kaufen und im öffentlichen Nahverkehr bundesweit nutzen. (zu dpa: «Länder beraten über höheren Preis für Deutschlandticket»)

Julian Stratenschulte/dpa
  • Verkehrsminister beraten in München über Preiserhöhung des Deutschlandtickets ab 2025.
  • Ticketpreis könnte von 58 auf 62–64 Euro pro Monat steigen, Entscheidung steht aus.
  • Länder erwägen jährliche 1,5 Mrd. Euro für 2026–2030, Bund soll gleichziehen.
  • Finanzierungslücke von 800 Mio. Euro für 2026 prognostiziert, Mehrkosten unklar.
  • Deutschlandticket seit Mai 2023, genutzt von 14 Mio. Menschen im Nah- und Regionalverkehr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach monatelangen Debatten von Bund und Ländern beraten die Verkehrsminister an diesem Donnerstag (18.9.2025) bei einer Sonderkonferenz in München über eine erneute Preiserhöhung für das Deutschlandticket. Dem Vernehmen nach könnte die Fahrkarte die Nutzer schon im kommenden Jahr 62 bis 64 Euro pro Monat kosten, wie die Deutsche Presse-Agentur im Vorfeld des Treffens erfuhr. Aktuell kostet das Ticket 58 Euro.

Konferenz legt Preis fest - Bundesrat muss formell beschließen 

Den Preis für das Ticket setzt die Verkehrsministerkonferenz (VMK) der Länder fest. Der Bund ist Gast. Formell beschlossen wird die Erhöhung dann noch mal im Bundesrat. Bundesminister Patrick Schnieder (CDU) ist bei den Gesprächen in München nicht dabei, er wird von einem Staatssekretär vertreten. 

Die Ländervertreter hatten bereits in den vergangenen Tagen hinter den Kulissen über einen Kompromiss verhandelt - auf einen konkreten Preis konnten sie sich aber zunächst nicht einigen. Laut einer Beschussvorlage, die der dpa vorliegt, könnte es zudem dazu kommen, dass die Länder sich bereiterklären, von 2026 bis 2030 jährlich 1,5 Milliarden Euro für das Ticket bereitzustellen - wenn der Bund ebenfalls mindestens 1,5 Milliarden Euro pro Jahr von 2026 bis 2030 zusichert. Bisher hat der Bund dies nur für 2026 zugesagt.

Knackpunkt sind einmal mehr die Mehrkosten

Knackpunkt ist in der Tat einmal mehr die Frage, wie erwartete Mehrkosten bei Verkehrsunternehmen ausgeglichen werden sollen - über die drei Milliarden Euro pro Jahr hinaus, die Bund und Länder bisher zusammen bereitstellen und auch für das kommende Jahr geben wollen. Das Deutschlandticket ist im Vergleich zu bisherigen Abos günstiger, das sorgt für Einnahmeausfälle. Laut Verband Deutscher Verkehrsunternehmen droht 2026 eine Finanzierungslücke von prognostizierten 800 Millionen Euro.

Das Deutschlandticket gibt es seit Mai 2023. Es wird nach Branchenangaben von rund 14 Millionen Menschen genutzt und ermöglicht bundesweit Fahrten im öffentlichen Regional- und Nahverkehr.

Patrick Schnieder (CDU), Bundesminister für Verkehr, nimmt an der 23. Plenarsitzung der 21. Legislaturperiode im Deutschen Bundestag teil.

Fabian Sommer/dpa