Nach CDU und CSU
: Auch SPD stimmt Koalitionsvertrag zu

Schwarz-Rot nimmt die letzte Hürde vor Unterzeichnung des Koalitionsvertrags - trotz Widerstands von Jusos und SPD-Linken. Nächster Halt: Kanzlerwahl.
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dpa
Berlin
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Bekanntgabe Ergebnis SPD-Mitgliedervotum: 30.04.2025, Berlin: Illustration - Eine Werbekarte mit der Aufschrift „Der Koalitionsvertrag ist da“ ist SPD-Parteizentrale, dem Willy-Brandt-Haus, vor der Willy-Brandt-Statue zu sehen. Hier wird der Generalsekretär am Vormittag das Abstimmungsergebnis über das Mitgliedervotum über den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD über eine Regierungsbildung bekannt geben. 358.000 SPD-Mitglieder konnten 15 Tage lang bis zum 29. April, 23.59 Uhr, über den Koalitionsvertrag mit der Union abstimmen. Sollte es ein positives Votum geben, findet die Kanzlerwahl am 6. Mai im Bundestag statt. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Eine Werbekarte mit der Aufschrift „Der Koalitionsvertrag ist da“ ist SPD-Parteizentrale, dem Willy-Brandt-Haus, vor der Willy-Brandt-Statue zu sehen.

Kay Nietfeld/dpa
  • SPD stimmt Koalitionsvertrag zu, 84,6% Zustimmung.
  • Wahl von Friedrich Merz zum Bundeskanzler am Dienstag.
  • SPD-Mitglieder stimmten online für den Vertrag „Verantwortung für Deutschland“.
  • 56% der Mitglieder beteiligten sich, Mindestbeteiligung deutlich übertroffen.
  • CSU und CDU haben bereits zuvor zugestimmt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach CSU und CDU haben auch die Mitglieder der SPD mit großer Mehrheit dem Vertrag über die Bildung einer schwarz-roten Regierungskoalition zugestimmt. 84,6 Prozent der Mitglieder votierten dafür, wie die Deutsche Presse-Agentur aus SPD-Kreisen erfuhr. Damit steht einer Unterzeichnung des Koalitionsvertrags am kommenden Montag nichts mehr im Weg. Einen Tag später ist die Wahl von CDU-Chef Friedrich Merz zum Bundeskanzler geplant. Anschließend werden Merz und seine Ministerinnen und Minister im Bundestag vereidigt.

Seit dem 15. April konnten die 358.000 SPD-Mitglieder online über das 144 Seiten starke Vertragswerk mit dem Titel „Verantwortung für Deutschland“ abstimmen. Um 23.59 Uhr in der Nacht zu Mittwoch schloss das digitale Wahllokal.

56 Prozent der Mitglieder beteiligten sich an der Abstimmung. Damit wurde die notwendige Mindestbeteiligung von 20 Prozent deutlich übertroffen. Der CSU-Vorstand und ein kleiner Parteitag der CDU hatten bereits zuvor zugestimmt.

Juso-Führung war gegen Koalitionsvertrag

In der SPD gibt es vor allem Kritik an der im Koalitionsvertrag angelegten Verschärfungen der Migrations- und Sozialpolitik. Die Führung der Jusos hatte das Vertragswerk deswegen abgelehnt und Nachverhandlungen gefordert. Die einzigen Alternativen zu Schwarz-Rot wären eine Koalition zwischen Union und AfD, eine Minderheitsregierung oder Neuwahlen gewesen.

Ministerinnen und Minister werden am Montag vorgestellt

Am kommenden Montag will die SPD nun ihre sieben Ministerinnen und Minister für die neue Regierung vorstellen. Als sicher gilt, dass Boris Pistorius Verteidigungsminister bleibt. Wahrscheinlich ist zudem, dass Parteichef Lars Klingbeil Vizekanzler und Finanzminister wird.

Die Wahl von Merz zum Kanzler am Dienstag gilt als sicher, auch wenn SPD und Union nur zwölf Stimmen mehr als die notwendige sogenannte Kanzlermehrheit haben. 316 von 630 Abgeordneten müssen für den CDU-Chef votieren.

Auch 2013 und 2018 deutliche Mehrheit

Die SPD hatte die Mitglieder auch 2013 und 2018 über die Koalitionsverträge mit der Union abstimmen lassen. Beide Male gab es große Zustimmung. Obwohl es 2018 eine vom damaligen Juso-Chef Kevin Kühnert organisierte, große „NoGroKo“-Kampagne gegen Schwarz-Rot gab, votierten 66 Prozent der Mitglieder mit Ja. 2013 hatte die Zustimmung sogar bei 76 Prozent gelegen.

  • Friedrich Merz

    Friedrich Merz, CDU, Bundeskanzler

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  • Fraktionssitzung im Bundestag: ARCHIV - 24.03.2025, Berlin: Lars Klingbeil, SPD-Fraktions- und Bundesvorsitzender, gibt eine Pressekonferenz zu Beginn der Fraktionssitzung seiner Partei. Der Deutsche Bundestag kommt am 25.03.2025 zu seiner konstituierenden Sitzung für die 21. Legislaturperiode zusammen. (zu dpa: «Klingbeil: Debatte um Esken ist «beschämend»») Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Lars Klingbeil, SPD, Vizekanzler und Finanzminister

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  • Koalitionsverhandlungen von Union und SPD abgeschlossen: ARCHIV - 09.04.2025, Berlin: Johann Wadephul (CDU) steht am Rande einer Pressekonferenz der Parteivorsitzenden von Union und SPD zur Vorstellung des Koalitionsvertrages im Paul-Löbe-Haus. (zu dpa: «Merz will «sehr gute Regierungsmannschaft» präsentieren») Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Johann Wadephul, CDU, Außenminister

    Michael Kappeler/dpa
  • Ukraine-Treffen in Brüssel: 11.04.2025, Belgien, Brüssel: Boris Pistorius (SPD), geschäftsführender Bundesminister der Verteidigung, spricht auf einer Pressekonferenz nach dem Treffen der internationalen Kontaktgruppe (UDCG) zur Koordinierung von militärischer Unterstützung für die Ukraine im Nato-Hauptquartier. Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Boris Pistorius, SPD, Verteidigungsminister

    Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa
  • Alexander Dobrindt

    Alexander Dobrindt, CSU, Bundesinnenminister

    Michael Kappeler/dpa
  • Thorsten Frei: ARCHIV - 05.04.2025, Berlin: Thorsten Frei (CDU), erster parlamentarischer Geschäftsführer der Union, gibt zu Beginn der Fortsetzung der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD vor dem Konrad-Adenauer-Haus ein Pressestatement. (zu dpa: «Frei sieht schnelle finanzielle Weichenstellungen») Foto: Christophe Gateau/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Thorsten Frei, CDU, Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes

    Christophe Gateau/dpa
  • Katherina Reiche

    Katherina Reiche, CDU, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie

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  • Bärbel Bas

    Bärbel Bas, SPD, Ministerin für Arbeit und Soziales

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  • Koalitionsverhandlungen abgeschlossen - CDU: 09.04.2025, Berlin: Karin Prien (CDU), Ministerin für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, kommt zur Sitzung vom Bundesvorstand der CDU im Konrad-Adenauer-Haus. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Karin Prien, CDU, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend

    Bernd von Jutrczenka/dpa
  • Bildungsministerin Stefanie Hubig: ARCHIV - 04.09.2023, Rheinland-Pfalz, Mainz: Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz, beim Besuch einer Schulklasse. (zu dpa: «Osterferien: Deutsch lernen leicht gemacht») Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Stefanie Hubig, SPD, Bundesjustizministerin

    Boris Roessler/dpa
  • Nina Warken

    Nina Warken, CDU, Gesundheitsministerin

    Christoph Soeder/dpa
  • CDU der große Sieger - AfD in Pfalz stark: ARCHIV - 14.06.2024, Berlin: Patrick Schnieder (CDU) am Rednerpult des Deutschen Bundestags (zu dpa: «CDU der große Sieger – AfD in Pfalz stark») Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Patrick Schnieder, CDU, Bundesminister für Verkehr

    Bernd von Jutrczenka/dpa
  • Karsten Wildberger: HANDOUT - 28.04.2025, ---, --: Karsten Wildberger. Digitalminister soll der Manager Karsten Wildberger werden. Der Chef von Ceconomy, des Mutterkonzerns der Elektronikmarktketten Media Markt und Saturn, soll das neu geschaffene Ressort für Digitalisierung und Staatsmodernisierung übernehmen. Foto: Oliver Roesler
oro-Phot/CECONOMY AG /dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

    Karsten Wildberger, CDU, Digitalminister

    Oliver Roesler oro-Phot/CECONOMY AG/dpa
  • SPD zu VW: ARCHIV - 16.10.2024, Berlin: Verena Hubertz (SPD) nimmt an der Aussprache nach der Regierungserklärung von Kanzler Scholz im Bundestag zum EU-Rat teil. (zu dpa: «SPD-Fraktionsvize warnt vor Job-Abbau bei VW») Foto: Rabea Gruber/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Verena Hubertz, SPD, Ministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen

    Rabea Gruber/dpa
  • Carsten Schneider: ARCHIV - 03.04.2025, Berlin: Carsten Schneider (SPD), Ostbeauftragter der geschäftsführenden Bundesregierung, auf der Konferenz der ostdeutschen Regierungschefs in der Vertretung des Freistaates Thüringen. (zu dpa: «Carsten Schneider wird neuer Bundesumweltminister») Foto: Jens Kalaene/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Carsten Schneider, SPD, Umweltminister

    Jens Kalaene/dpa
  • Alois Rainer: ARCHIV - 11.09.2020, Berlin: Alois Rainer (CDU/CSU), spricht bei der 172. Sitzung des Bundestags. Debattiert wird über die Beschleunigung von Investitionen. (zu dpa: «Bär soll Forschungsministerin werden - Rainer bekommt Agrar») Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Alois Rainer, CSU, Bundeslandwirtschaftsminister

    Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
  • Member of the Bavarian conservative Christian Social Union (CSU) party Dorothee Baer arrives for the continuation of coalition talks between the conservative CDU/CSU party union and the SPD, on April 8, 2025 at the CDU's headquarters in Berlin. (Photo by Odd ANDERSEN / AFP)

    Dorothee Bär, CSU, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt

    ODD ANDERSEN/AFP
  • Integrationsbeauftragte Reem Alabali-Radovan: ARCHIV - 10.09.2024, Berlin: Reem Alabali-Radovan (SPD), Staatsministerin der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration der Bundesregierung und Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus, aufgenommen während einer Pressekonferenz.  Reem Alabali-Radovan ist in ihrem Wahlkreis erneut als Direktkandidatin für die Bundestagswahl nominiert worden. (zu dpa: «Rassismus-Definition für deutsche Verwaltungen ist fertig») Foto: Soeren Stache/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Reem Alabali-Radovan, SPD, Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

    Soeren Stache/dpa
  • Wolfram Weimer

    Wolfram Weimer, CDU, Kulturstaatsminister

    Thomas Banneyer/dpa
  • Gremiensitzungen CDU: 28.04.2025, Berlin: Jens Spahn (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages, kommt zur Präsidiumssitzung der CDU. Foto: Fabian Sommer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Jens Spahn, CDU, Fraktionschef der Unionsfraktion

    Fabian Sommer/dpa
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