Menschenmassen gegen rechts
: Münchner Demo wegen Überfüllung abgebrochen

Bundesweit gehen Menschen für Demokratie, eine offene Gesellschaft und gegen rechts auf die Straßen. Der Andrang bei den Demonstrationen ist oft größer als gedacht – mancherorts zu groß.
Von
Isabelle Jahn
München
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München: Die Demo gegen Rechtsextremismus musste wegen Überfüllung abgebrochen werden. Die Polizei ging von mindestens 80.000 Demonstrierenden aus, der Veranstalter sprach von 250.000.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der Organisator einer Demonstration gegen rechts mit mindestens 80.000 Menschen in München hat die Veranstaltung wegen Überfüllung abgebrochen. Das sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Die Sicherheit der Teilnehmer sei nicht mehr zu gewährleisten. Die Polizei ging von mindestens 80.000 Demonstrierenden aus, der Veranstalter sprach von 250.000. Am Freitag war bereits eine Demonstration gegen rechts und die AfD in Hamburg wegen des großen Menschenandrangs abgebrochen worden.

Vielerorts mehr Demo-Teilnehmer als erwartet

Bundesweit hatten am Wochenende laut Polizei Hunderttausende ein Zeichen für Zusammenhalt und Toleranz in der Gesellschaft gesetzt. In Ulm demonstrierten am Samstag 10.000 Menschen auf dem Münsterplatz, nachdem zunächst nur ein paar hundert angemeldet gewesen waren. Auch zur Demo in Stuttgart kamen „viel mehr als angekündigt“, sagte ein Polizeisprecher. Erwartet wurden am Samstag 2000 Teilnehmer; der Veranstalter – das Bündnis Stuttgart gegen rechts – schätzte die Teilnehmerzahl auf 20.000 Menschen. Zur Kundgebung in Heidelberg kamen statt den erwarteten 3000 Teilnehmer schließlich laut Polizei etwa 18.000. Die Zahl der Teilnehmer eines Demozugs am Samstag in Karlsruhe schätzte die Polizei auf 20.000 Personen.

Correctiv-Enthüllung löst Massenproteste aus

Der Protest ist ausgelöst durch die Enthüllungen des Recherchezentrums Correctiv über ein Treffen von Rechtsextremisten in Potsdam am 25. November 2023, an dem AfD-Politiker sowie einzelne Mitglieder der CDU und der sehr konservativen Werteunion teilgenommen hatten. Dabei hat der frühere Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, nach eigenen Angaben über „Remigration“ gesprochen. Damit meinen Rechtsextreme in der Regel, dass eine große Zahl Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll - auch unter Zwang.

Viele Demonstranten in München wandten sich auf Plakaten gegen rechtsextremes Gedankengut: „Remigriert euch ins Knie“, „Lasst uns aus der Geschichte lernen statt sie zu wiederholen“, „Keine Toleranz für Intoleranz“, „AfD - Ein Albtraum für Deutschland“ und „Braune Flaschen gehören in den Altglascontainer nicht in den Bundestag“ war dort unter anderem zu lesen. (mit dpa)