Bereits seit Montag gilt Pandemiestufe 3 mit verschärfter Maskenpflicht in Baden-Württemberg. Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Sozialminister „Manne“ Lucha haben am Dienstag bei der Sitzung der Landesregierung mit ihren Kollegen über die Situation beraten und weitere Corona-Maßnahmen in Aussicht gestellt.
Im Gespräch war unter anderem eine neue Strategie mit noch mehr Corona-Tests in Baden-Württemberg. Außerdem sind bundesweit Großveranstaltungen im Visier. „Ich möchte uns allen Mut machen. Wir haben sehr viel richtig gemacht. Ich bin beeindruckt von dem Kraftakt, den das Land in den vergangenen Monaten vollbracht hat“, sagte Kretschmann vor Medienvertretern. Der Ministerpräsident ermahnte die Bürger aber auch zum Maskentragen. Eine bundesweite Maskenpflicht mit Kritik am Föderalismus, wie sie von Markus Söder ins Gespräch gebracht worden war, lehnt Kretschmann hingegen ab.
Laut dem Schwaben soll Kanzlerin Angela Merkel mit den bundesweit beschlossenen neuen Corona-Maßnahmen durchaus zufrieden sein. Es habe lediglich ein paar Diskussionen über Protokollnotizen einiger Bundesländer gegeben, so Kretschmann. Trotz öffentlicher Kritik am Corona-Wirrwarr in Baden-Württemberg findet Kretschmann die Regeln deutschlandweit "im Großen und ganzen sehr einheitlich".

Kretschmann schließt Lockdown in BW nicht aus

Ein landesweiter Lockdown könnte möglicherweise dann drohen, wenn die Situation aus dem Ruder laufen sollte, antwortete Kretschmann auf die Frage eines Journalisten. Man hoffe zwar, dass es nicht dazu komme, die Landesregierung habe aber nicht mehr viele Corona-Maßnahmen im Köcher. Der MP appellierte eindringlich zum Ernstnehmen der Situation: Die Kollateralschäden wären sonst enorm, mahnte der Landesvater.
Manfred Lucha wies noch einmal auf die neuen Regeln im Ländle hin und strebt nach eigenen Worten eine Kontaktreduzierung in der Bevölkerung an, um die Corona-Kurve abzuflachen. Trinkgelage seien derzeit nicht angebracht, und auch die "dritte Halbzeit" beim Sport findet Lucha „kontraproduktiv“ im Kampf gegen Corona.

Diese Corona-Maßnahmen sind in Baden-Württemberg neu:

  • Maskenpflicht in der Öffentlichkeit, falls der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.
  • Private Zusammentreffen sind auf zehn Personen oder zwei Hausstände begrenzt.
  • Bei Events und Feiern gilt eine Obergrenze von höchstens 100 Personen.
  • Beerdigungen aller Konfessionen sind ebenfalls auf 100 Teilnehmer begrenzt.