Es sind unfassbare Bilder und Szenen, die sich am Donnerstagmorgen in der Eifel abspielen. Das, was die meisten Menschen in Deutschland bislang nur aus weiter Ferne kannten, ist plötzlich ganz nah. Bei der größten Unwetterkatastrophen der Nachkriegszeit in Deutschland sind in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mindestens 42 Menschen gestorben. Dazu galten dutzende Menschen am Donnerstag als vermisst. Da an vielen Orten das Strom- und Telefonnetz ausfiel und Rettungseinsätze noch liefen, blieb die Lage unübersichtlich. Der Kreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz hat den Katastrophenfall ausgerufen.

Altena/Werdohl/Wuppertal/Trier

Welche Prognose gibt der DWD für Rheinland-Pfalz für heute, 15.07?

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kündigt in seiner Vorhersage am Donnerstag ein Höhentief an, das das Wetter in Rheinland-Pfalz gestaltete – aber nicht mehr mit den verbreitet unwetterartigen Regenmengen. Heute, am 15.07.2021, kann es in Rheinland-Pfalz laut DWD zu lokalen Unwettern durch Starkregen kommen. Vor allem aber am Nachmittag und am Abend treten einzelne, kräftige Gewitter auf mit örtlich heftigem Starkregen. Zwischen 20 und 40 Liter pro Quadratmeter könnte es regnen, Hagel ist möglich, ebenso wie Sturmböen zwischen 60 und 70 km/h. Im Laufe der Nacht lässt der Niederschlag laut DWD nach. Besonders im Süden und im Bergland gibt es vereinzelt Gewitter mit einzelnen unwetterartigem Starkregen.

Welche Prognose gibt der DWD für Rheinland-Pfalz am Freitag,16.07.?

Am Freitag muss man in Rheinland-Pfalz laut DWD im Tagesverlauf örtlich erneut mit Gewitter rechnen. Dabei tritt Starkregen mit 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter auf, vereinzelt ist lokal auch heftiger Starkregen mit bis zu 40 Litern pro Quadratmeter qm in kurzer Zeit möglich – also ein Unwetter. Im Tagesverlauf gibt es gelegentliche Auflockerungen, teils ist es aber auch weiter stark bewölkt und einzelne Schauer sind möglich, örtlich auch Gewitter, vor allem im Südosten.

DWD: Einschätzung des Unwetters in Deutschland und RLP aktuell

Der Höhepunkt der extremen Niederschläge in Teilen Deutschlands ist nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) überschritten. Der DWD-Meteorologe Marco Manitta erwartete am Donnerstag „eine Entspannung der Wetterlage“. Zwar könne es weiterhin „punktuellen Starkregen“ geben, dieser sei aber nicht mehr so verbreitet wie in der vergangenen Nacht, sagte Manitta der Deutschen Presse-Agentur. „Das Unwetterpotenzial sinkt deutlich.“
Die größten Niederschlagsmengen gab es Manitta zufolge in einem breiten Streifen vom Sauerland über das Bergische Land und die Eifel, den Großraum Köln/Bonn bis zur Grenze nach Luxemburg. Spitzenreiter war Rheinbach-Todenfeld (Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen) mit 158 Millimeter Wasser im Messzeitraum 24 Stunden - wobei das meiste davon in kürzerem Zeitraum vom Himmel fiel, wie der Experte erklärte. Danach folgte Köln-Stammheim mit 154 Millimetern. Der gemessene 24-Stunden-Zeitraum hatte um 8Uhr am Mittwochmorgen begonnen.

Unwetter in RLP: Überschwemmungen durch heftige Regenfälle

Bei den Unwettern im Norden von Rheinland-Pfalz sind bis zu 148 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Diese Menge ging im Laufe des Mittwochs und in der Nacht nieder, wie das Klimaschutzministerium in Mainz mitteilte.

Region Ehingen/Oberstadion

Hochwasser in Rheinland-Pfalz: Bäche werden zu Fluten

Für den Hochsommer sei das „ein neues Phänomen“, erklärte Ministerin Anne Spiegel (Grüne). „Die aktuellen Extremwetterereignisse in Form von Starkregen sind dramatisch.“ Aus kleinen Bächen seien unberechenbare Fluten geworden. Am stärksten betroffen seien die Landkreise Ahrweiler, Bitburg-Prüm, Vulkaneifel und Trier-Saarburg.
Auch an der Mosel verschärft sich die Lage nach Angaben des Ministeriums. Zurzeit werde am Pegel Trier ein Wasserstand bis 9,15 Metern erwartet. Am Oberrhein bilde sich am Pegel Maxau ein erster Hochwasserscheitel aus. Nach kurzem, leichtem Rückgang seien wegen der für den Südwesten vorhergesagten Niederschläge dann ab Donnerstagabend wieder steigende Wasserstände zu erwarten.

DWD: Wetter in Deutschland bestimmt von Tief Bernd

Das Tief „Bernd“ bestimmt mit feuchtwarmen Luftmassen das Wetter in Deutschland. Dem DWD zufolge bleibt es in den nächsten Tagen wechselhaft mit Schauern und Gewittern, teils mit heftigem Starkregen.