Nach starken Regenfällen und Überschwemmungen hat der Kreis Vulkaneifel den Katastrophenfall ausgerufen. „Die Lage ist sehr ernst, wir haben viele überschwemmte Straßen und Ortschaften, die nicht mehr erreichbar sind“, sagte Landrätin Julia Gieseking (SPD) am Mittwochabend in Daun. Die Schulen im Kreis sollen am Donnerstag geschlossen bleiben.
„Ich appelliere an die Bevölkerung, dass alle zuhause bleiben und sich schützen vor den Wassermassen“, sagte Gieseking.

Unwetter im Kreis Vulkaneifel: Bevölkerung soll zuhause bleiben

Der Katastrophenfall ermögliche die Unterstützung der Bundeswehr. Es würden auch Fahrzeuge benötigt, um nicht mehr passierbare Straßen zu überwinden. Der Schwerpunkt der Einsätze liege in der Rettung von Menschen. Die Einsatzkräfte könnten sich zunächst kaum um überschwemmte Keller kümmern. „Es gibt so viele Einsatzorte, dass wir Prioritäten setzen müssen.“
Der Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsbehörde (ADD), Thomas Linnertz, sagte, er sei in die Vulkaneifel geeilt, um sich einen Überblick zu verschaffen. Auch in benachbarten Kreisen sei die Lage aufgrund von Starkregen und Hochwasser schwierig.
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Youtube Hochwasser in der Eifel

Starkregen in Rheinland-Pfalz: Vulkaneifel auf Hilfe angewiesen

Der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Kreises Vulkaneifel, Harald Schmitz, sagte, es habe so starke Wassermassen gegeben, „dass komplette Bäche durch Orte fließen“. In Hillesheim sei ein Teil des Altenheims geräumt worden. „Wir gehen davon aus, dass die Lage noch länger anhalten wird und deswegen haben wir die Unterstützung angefordert.“ Abgesehen von Schnittwunden gebe es aber bislang keine Meldungen von größeren Verletzungen Betroffener.

Starkregen im Sauerland: Stromausfälle und Einschränkungen im Bahnverkehr

Es gab auch großflächige Stromausfälle. Eine Sprecherin des Netzbetreibers Westnetz berichtete am Donnerstagmorgen, rund 190 000 Haushalte seien ohne Strom, weil Umspannwerke und andere Anlagen überflutet seien und abgeschaltet werden mussten. Betroffen seien vor allem das Bergische Land und die Eifel.
Auch der Bahnverkehr ist durch die Überflutungen und den Dauerregen massiv beeinträchtigt. Die Bahn rief dazu auf, Fahrten von und nach Nordrhein-Westfalen nach Möglichkeit zu verschieben. Aufgrund von Streckensperrungen fahren zahlreiche S-Bahn- und Regionallinien nicht oder nur eingeschränkt, wie die Deutsche Bahn am Donnerstag mitteilte. Auch auf den Autobahnen gibt es erhebliche Wetter-Folgen.

Schuld in der Eifel: Tote und Vermisste nach Unwetter

Auch im Kreis Ahrweiler in der Gemeinde Schuld in der Eifel ist es am Mittwochabend zu heftigen Gewittern und Regenfällen gekommen. Häuser sind eingestürzt und es gibt mindestens vier Tote. Außerdem werden viele Menschen vermisst. Mehr dazu im folgenden Artikel:

Hochwasser an Mosel, Saar, Rhein, Trier: Zwei Feuerwehrmänner sind gestorben

Am Mittwochabend hat es erneut schwere Unwetter gegeben, in der Nacht gab es Starkregen. Die Folge: Hochwasser und Überschwemmungen an vielen Orten wie Trier und Würselen sowie Flüssen wie Rhein Saar und Mosel – an deren Ende auch zwei Tote zu beklagen sind. Mehr Infos zu den Unwettern an Rhein, Mosel und Trier gibt es hier.

Malu Dreyer: Auswirkungen der Unwetter in Rheinland-Pfalz sind „eine Katastrophe“

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat sich zutiefst bestürzt über die schweren Unwetter gezeigt. "Es ist eine Katastrophe", erklärte Dreyer am Donnerstag im Landtag. Sie sprach den Opfern ihr Mitgefühl aus. Gemeinsam mit Landesinnenminister Roger Lewentz (SPD) werde sie vor Ort sein, erklärte die Ministerpräsidentin. Zuvor hatte der Landtag in Mainz mit einer Schweigeminute der Opfer gedacht.
In der Eifel starben im Zusammenhang mit den Unwettern bereits mindestens vier Menschen, in Nordrhein-Westfalen mindestens sieben. "Ich bange mit den Menschen vor Ort", erklärte die SPD-Politikerin.

Wetter-Prognose von DWD für Rheinland-Pfalz

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht am Donnerstagvormittag, 15.07., davon, dass der Höhepunkt der extremen Niederschläge in Teilen Deutschlands überschritten wurde. Der DWD sagt vorher, dass es wegen Starkregen zu lokalen Unwettern in Rheinland-Pfalz kommen kann. Eine ausführliche Prognose des DWD über die Wetterlage gibt es hier.