Weihnachtsferien Schule BW
: Keine Notbetreuung für vorgezogene Ferientage

Wie ist an der Schule in Baden-Württemberg nach dem 18.12. das Thema Schülerbetreuung geregelt? Die Familien hängen in der Luft.
Von
Michael Maier
Stuttgart
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  • Wegen vorgezogener Weihnachtsferien gibt es Probleme mit der Schülerbetreuung.

    Wegen vorgezogener Weihnachtsferien gibt es Probleme mit der Schülerbetreuung.

    Staufenpress
  • Kultusministerin Eisenmann hat Probleme mit den vorgezogenen Weihnachtsferien in Baden-Württemberg.

    Kultusministerin Eisenmann hat Probleme mit den vorgezogenen Weihnachtsferien in Baden-Württemberg.

    dpa
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Aus Sicht von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) schaffen die um vier Tage verlängerten Weihnachtsferien in Baden-Württemberg mehr Probleme, als sie nutzen. Ungelöst sei insbesondere die Notbetreuung von Schülern der Klassen eins bis sieben. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine flächendeckende, umfassende Notbetreuung geben wird“, sagte sie laut dpa. „Die Kommunen sagen, sie können das nicht leisten. Unsere Lehrer sind dafür aber nicht zuständig, und ich kann und will sie nicht zwangsverpflichten.“ Wenn Eltern jüngerer Schüler keinen Urlaub nehmen könnten, sei das problematisch. Außerdem wäre eine breite Notbetreuung widersinnig: „Man schließt die Schulen früher, damit die Kinder zuhause bleiben, und dann bietet man eine Notbetreuung, damit bis zu 80 Prozent der Kinder wieder in die Schulen kommen?“, sagte Eisenmann.

Weihnachtsferien BW: 19. oder 16. Dezember?

Bei älteren Schülern sei zudem nicht sicher, was sie in der freien Zeit machen: „Bleiben die daheim oder gehen sie zum Weihnachts-Shopping?“ Eisenmann sagte, dass zur Ausgestaltung des vorgezogenen Ferienstart am 19. Dezember in Baden-Württemberg noch ein Abstimmungsprozess in der grün-schwarzen Koalition laufe.

Je nach Entwicklung der Infektionszahlen halten es Beobachter auch für möglich, dass beim nächsten Bund-Länder-Gipfel am 15. Dezember mit Angela Merkel eine weitere Verkürzung der Weihnachtsferien beschlossen werden könnte. Im Gespräch war schon beim letzten Durchgang der 16. Dezember, worauf sich bislang aber nur Sachsen einlässt. Dies wurde unter den Schlagworten „Schutzwoche vor Weihnachten“ sowie „Selbstquarantäne“ angepriesen. Falls einzelne Familien die Weihnachtsferien wegen Corona um ein paar Tage verlängern wollen, dürften sie bei Schulleitungen und Klassenlehrern jedenfalls offen Türen einrennen. Noch längere Zwangsferien wären hingegen ein Problem für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.