TV-Duell in den USA: Trump gegen Biden - So lief das TV-Duell

USA, Atlanta: US-Präsident Joe Biden (r) und der ehemalige US-Präsident Donald Trump nehmen an einer von CNN veranstalteten Präsidentschaftsdebatte teil.
Gerald Herbert/AP/dpaDer Wahlkampf in den USA geht in die heiße Phase: Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner und ehemalige US-Präsident Donald Trump hat sich dem amtierenden US-Präsidenten Joe Biden im ersten TV-Duell des Jahres gestellt. Neben wichtigen Wahlkampfthemen wie der Zuwanderung und dem Abtreibungsrecht wurde es auch oft skurril. Themen, Argumente und Co: Wie lief das TV-Duell?
TV-Duell live: Der Startschuss ist gefallen
Und los geht's: Moderiert wurde die Debatte von den CNN-Starjournalisten Jake Tapper and Dana Bash. Nach einer Vorstellung und Begrüßung der beiden Kandidaten ging es direkt ans Eingemachte. Es folgen die ersten Themen im Kampf ums weiße Haus. Umfragen sehen ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Kandidaten, weshalb das TV-Duell sehr wichtig für die Meinung der US-Bürger werden könnte.
Das Wahlprogramm von Joe Biden
Das Wahlprogramm von Donald Trump
TV-Duell Biden vs. Trump: So lief die Debatte
Das nun folgende Duell hatte viele Höhepunkte. Hier die Zusammenfassung der wichtigsten Themen:
Trump zur Wirtschaft: Unter Biden stehen die USA da, wie ein Drittweltland
Eines der wichtigsten Themen dieses Präsidentschaftswahlkampfes: die Wirtschaft. Viele Menschen in den USA sagen, dass es ihnen unter Biden als Präsident schlechter geht als unter Trump. Die Moderatoren fragen Biden, was er dazu sagt:
Biden weist in seiner Antwort auf die schwierige wirtschaftliche Situation während der Pandemie hin und sagt, dass unter seiner Regierung damit begonnen wurde, die Schäden der Pandemie zu beseitigen. Es wurden viele tausend Arbeitsplätze geschaffen und die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente gesenkt.
Der Moderator lenkt danach das Thema auf Trumps Pläne, Strafzölle auf Importe in die USA zu erheben und dessen Steuersenkungen für Unternehmen, obwohl die USA Rekordschulden gemacht haben.
Trump argumentiert, dass er lediglich für ein Gleichgewicht zu Ländern wie China schaffen wolle, die die USA "ausbeuten". Zum Thema Steuererleichterungen erwidert Trump, dass die USA durch die Senkungen mehr eingenommen habe, als man durch höhere Steuern eingenommen hätte. "In der ganzen Welt beachtet und respektiert uns kein Mensch mehr". Trump fügt hinzu: "Wir stehen da wie ein Drittweltland seit seiner (Biden) Wahl".
Thema Abtreibungen: Biden stellt sich auf Seite der Befürworter
Ebenfalls ein Schlüsselthema in diesem Präsidentschaftswahlkampf ist das Thema Abtreibungen. Moderatorin Dana Bash fragt Trump zu seiner Position.
Trump zeigt zunächst Verständnis für Abtreibungen beispielsweise bei Vergewaltigung, greift aber auch Bundesstaaten der USA wie Virginia an, die er als Mörder bezeichnet, weil sie Abtreibungen nach 8 Monaten Schwangerschaft erlauben wollen. Biden positioniert sich hingegen erwartungsgemäß klarer auf der Seite der Abtreibungs-Befürworter.
Trump versucht in der Folge, das Thema auf die Zuwanderung insbesondere krimineller Menschen in die USA zu lenken und wird von den Moderatoren wieder gebeten, beim Thema Abtreibung zu bleiben.
Trump: USA haben die größte Anzahl an Terroristen der Welt
Dann aber kommt das Gespräch auf das Thema, das Trump so lange erwartet hat. Allerdings darf sich zunächst der amtierende Präsident Biden zu seinen Plänen zum Thema Zuwanderung äußern.
"Wir sind jetzt in einer Situation, in der wir 40 Prozent weniger Grenzübertritte haben, das ist besser, als er (Trump) am Ende seiner Amtszeit war". Zu seinen Plänen, wie er mit der Problematik der Zuwanderung an der Grenze der USA umgehen würde, bleibt Biden allerdings wage. Lediglich der Hinweis, dass es sowohl mehr Grenzschutz als auch mehr Plätze für Asylsuchende brauche.
"Ich kann dem nicht folgen. Immer wenn er (Biden) seine Sätze beendet, verstehe ich nichts", erwidert Trump in der Folge. Er verweist daraufhin, dass die USA die größte Anzahl an Terroristen in der Welt hätte und sagt, dass unter seiner Amtszeit die Grenze am sichersten war.
Akzeptiert Trump den Wahlausgang?
Eine der heikelsten Fragen des Duells war die, ob Trump den Ausgang der Wahl anerkennen will. Dieser will sich jedoch weiterhin nicht festlegen, ob er den Ausgang der Wahl im November akzeptieren wird. Die Moderatoren hakten mehrfach nach, doch der Republikaner wand sich immer heraus. Erst nach drei Anläufen die Antwort: „Wenn es eine faire, legale und gute Wahl ist, dann auf jeden Fall“, gab Trump zurück. „Es gibt nichts, was ich lieber tun würde“, schob er später nach. Konkurrent Biden schien nicht überzeugt.
Die Frage nach dem Alter: Biden kann nicht überzeugen
Eine große Sorge der Amerikaner ist zudem das Alter der beiden Präsidentschaftskandidaten. Insbesondere Biden konnte die Ängste der US-Bürger nicht wegwischen, oft verunsicherte er durch unklare Aussagen und verwirrtes Verhalten. Trump hingegen wirkte fitter.
Bei der Frage nach der Fitness kam es dann noch zu einem skurrilen Moment, bei dem die beiden Kandidaten plötzlich ihr Golfspiel verglichen.
Erstes TV-Duell mit verurteiltem Straftäter
Das TV-Duell hatte noch eine weitere Besonderheit: zum ersten Mal tritt ein als Straftäter verurteilter Ex-Präsident bei einem solchen Fernsehduell auf. Trump wurde Ende Mai in New York für schuldig befunden worden, eine Schweigegeldzahlung an die frühere Pornodarstellerin Stormy Daniels per Fälschung von Geschäftsdokumenten vertuscht zu haben. Er ist damit der erste strafrechtlich verurteilte Ex-US-Präsident der Geschichte.