Wahl in Sachsen
: Aktuellste Umfragen zur Landtagswahl im Freistaat am 1. September 2024

Am Sonntag wird in Sachsen ein neuer Landtag gewählt. Höchste Zeit, noch einen Blick auf die aktuellsten Umfrageergebnisse zur Landtagswahl 2024 zu werfen.
Von
Daniel Steiger
Dresden
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Landtagswahl Sachsen: dpatopbilder - 01.09.2024, Sachsen, Dresden: Eine Frau wirft bei der Stimmabgabe zur Landtagswahl in Sachsen in einem Wahllokal ihren Stimmzettel in die Wahlurne. In Sachsen findet am Sonntag die Landtagswahl statt. Foto: Robert Michael/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Heute, am 1. September wird in Sachsen ein neues Landesparlament gewählt. Wer hat in den aktuellen Umfragen die Nase vorn?

Robert Michael/dpa

Im September 2024 finden drei Landtagswahlen im Osten Deutschlands statt. In Sachsen und Thüringen wird am 1. September ein neues Landesparlament gewählt, in Brandenburg am 22. September. Wie sehen die letzten Umfragen für die Landtageswahl in Sachsen aus? Hier gibt es alle Infos:

Aktuellste Umfragen zur Landtagswahl in Sachsen

Am 30. August hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa für RTL und n-tv noch einmal die politische Lage in Sachsen in einer Umfrage ermittelt. Laut dieser Umfrage liegt die CDU in Sachsen vorn. Demnach kommt die CDU von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer auf 33 Prozent. Die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD folgt mit 31 Prozent.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erreicht in Sachsen zwölf Prozent. Auf die SPD entfallen sieben Prozent, auf die Grünen sechs Prozent. Beide Parteien regieren derzeit gemeinsam mit der CDU im Freistaat. Die Linke wäre nach dieser Umfrage mit drei Prozent nicht mehr im Landtag vertreten.

Weitere Umfragen zur Landtagswahl in Sachsen

Am Donnerstag, 29.8.2024, hatte das ZDF-Politbarometer im „heute journal“ eine neue Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen präsentiert. Demnach liegt in Sachsen die CDU, die mit Michael Kretschmer den Regierungschef innehat, mit 33 Prozent deutlich vor der AfD mit 30 Prozent. Die Linke wäre laut der Umfrage mit 4 Prozent nicht im Landtag vertreten - die Grünen und die SPD kämen jeweils auf 6 Prozent. Das BSW steht in der Umfrage bei 12 Prozent. Die anderen Parteien erhielten zusammen 9 Prozent - darunter ist keine Partei, die mindestens 3 Prozent erzielen würde.

Eine Woche vor der Wahl hat das Meinungsforschungsinstitut Insa diese Umfrage veröffentlicht: Demnach erreicht in Sachsen die AfD 32 Prozent und liegt damit vor der CDU mit 30 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kommt demnach auf 15 Prozent, die SPD auf sechs Prozent und die Grünen auf fünf Prozent. Die Linke wäre mit der Umfrage zufolge mit vier Prozent nicht mehr im Dresdner Landtag vertreten.

Was kann eine Wahlumfrage - und was kann sie nicht?

Eine Wahlumfrage ist keine Vorhersage über den Ausgang einer Wahl, die manchmal erst in einigen Wochen oder Monaten stattfindet. Vielmehr gibt sie für den jeweiligen Moment ein Stimmungsbild wieder. Daher kennt man auch die Frage: „Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?“

Für Wahlumfragen werden in der Regel 1000 bis 2000 Menschen befragt. Heute geschieht das selten persönlich, sondern meist am Telefon und online. Doch wie aussagekräftig ist solch eine kleine Stichprobe für die Millionen von Menschen, die wählen dürfen?

Es gibt einige Unwägbarkeiten, die selbst bei gut gemachten Umfragen bedacht werden müssen. Zum Beispiel beteiligen sich oft weniger Seniorinnen und Senioren an Online-Befragungen, sind selbst aber eine große Wählergruppe. Oder es gibt Befragte, die womöglich unwahre Antworten geben. Zum Beispiel, weil sie wissen, dass ihre Traumpartei umstritten ist.

Ist es heute schwieriger, Wahltrends zu erkennen?

Ja. Denn die Bindung an traditionelle Parteien wird schwächer und insgesamt gibt es auch mehr Parteien als früher. Das heißt: Menschen machen über Jahre ihr Kreuz nicht immer wieder an derselben Stelle, sondern geben ihre Stimme gelegentlich auch anderen, teils neuen Gruppierungen. Die Zahl dieser sogenannten Wechselwähler wächst.

Außerdem entscheiden sich mehr Wählerinnen und Wähler als früher sehr spontan. „Viele Menschen sind bis kurz vor dem Wahltag unentschlossen und sagen „weiß ich noch nicht"“, sagt Thorsten Faas, politischer Soziologe an der Freien Universität Berlin, der Deutsche Presseagentur dpa.

Zugleich ist es für Meinungsforschungsinstitute schwieriger geworden, Menschen zu finden, die ihre Fragen beantworten möchten. Denn es gibt mehr Institute und auch mehr Umfragen als früher.

Schwankungen im Umfrageergebnis beachten

Wichtig ist es auch, die Ergebnisse von Wahlumfragen richtig zu interpretieren. Denn sie können in der Regel bis zu drei Prozentpunkte nach oben und nach unten abweichen.

Es gab Wahlen, vor denen Umfragen weit vom Wahlergebnis abwichen. Ein Fall aus Deutschland war die Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt. Vorhergesagt war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und AfD. Bei der Wahl siegte dann die CDU klar mit mehr als 16 Prozentpunkten Vorsprung. In der Regel aber gelten Wahlumfragen erfahrener Meinungsforschungsinstitute in Deutschland als ziemlich treffsicher.

Können Umfragen Wahlergebnisse beeinflussen?

Es kommt auf die Situation an. Zum Beispiel, wenn Umfragen Menschen dazu veranlassen, taktisch zu wählen. Sie setzen ihr Kreuz dann mitunter nicht bei ihrer bevorzugten Partei, sondern wählen eine andere. Damit wollen sie zum Beispiel bestimmte Regierungsbündnisse nach der Wahl ermöglichen - oder auch verhindern. Je näher der Wahltermin rückt, desto eher nehmen Menschen Umfragen wahr.

Doch lassen sich Wahlen durch Umfragen beeinflussen? In der Forschung gibt es Vermutungen: Danach geben manche Unentschlossene eher einer Partei ihre Stimme, die in Umfragen vorn liegt. Denn dann können sie nach der Wahl auch auf der Seite der Sieger stehen. Oder sie stimmen aus Trotz oder Mitleid für eine Partei, die in Umfragen zurückliegt.

Die Fünf-Prozent-Hürde als Anreiz

Sagen Umfragen knappe Ergebnisse voraus, scheint das Wählerinnen und Wähler anzustacheln. „Wahlumfragen können sehr einflussreich sein“, sagt Politologe Faas. Denn Menschen könnten dadurch dazu bewegt werden, ihr Wahlverhalten anzupassen. Dabei kann es auch darum gehen, einer Partei über die Fünf-Prozent-Hürde zu helfen.

Ein Beispiel: 2013 flog die FDP aus dem Bundestag. Nach Studien hatte das auch damit tun, dass Umfragen die FDP vor der Wahl bei fünf oder sechs Prozent gelistet hatten. „Hätten Umfragen die FDP damals bei vier Prozent gesehen, hätte man sich da etwas anderes vorstellen können“, sagt Faas.

Manchmal können Wahlumfragen aber auch zu Überdruss führen. Zum Beispiel, wenn es allein um kurzsichtige und kurzfristige taktische Manöver von Parteien gehe, ergänzt der Forscher. „Es erweckt dann den Eindruck, dass Politik gemacht wird, um die eigenen Umfrageergebnisse zu beeinflussen.“ Das sei etwas, das Wähler nerven könne.