• Über Bayern brauen sich heute viele einzelne Gewitter zu einem Unwetter zusammen
  • Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet am Donnerstag, 08.07.2021, mit schweren Unwettern in Bayern
  • In Baden-Württemberg gilt vielerorts von Donnerstagabend bis Freitagmorgen die Warnung vor Starkregen
  • Heftiger Regen hat im Süden Deutschlands im Laufe des Donnerstagnachmittags- und abends zu Schäden geführt.
  • Auf einer Autobahn im Ruhrgebiet blieben zahlreiche Menschen mit ihren Fahrzeugen stecken.
Der Sommer zeigt sich bisher nicht von seiner besten Seite – und jetzt wird es wieder besonders ungemütlich. Erneut erwarten Meteorologen heftigen Dauerregen und Sturmböen über Bayern. Auch in Baden-Württemberg wird es am Donnerstagabend Unwetter geben. In Stuttgart hatten die Menschen erst Ende Juni mit schweren Unwettern zu kämpfen.

Schwere Unwetter und Multizellen Cluster drohen in Franken, Schwaben und Ostbayern

  • In Ober- und Mittelfranken, Süd- und Ostbayern sowie in Schwaben rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag mit schweren Unwettern.
  • Die Meteorologen sagten gebietsweise Hagel, Sturmböen mit bis zu 85 Kilometern pro Stunde und Regenmengen von 30 Litern pro Quadratmeter vorher.
  • Der DWD sprach von „einem Multizellen Cluster“.
Mancherorts könnte es auch über Stunden hinweg regnen mit Niederschlagsmengen von 40 bis 60 Litern je Quadratmeter. An Spekulationen über Tornados wollte sich der Meteorologe ausdrücklich nicht beteiligen. Der Niederschlag stehe absolut im Vordergrund, sagte er und sah „eher die Gefahr von sintflutartigem Regen“. Der Wetterdienst verwies darauf, dass Gewitter in der Regel sehr lokal aufträten und dann einzelne Orte mit voller Wucht träfen. In Nürnberg gab es mittags bereits strömenden Regen.

Unwetterwarnung: Warnung vor starkem Gewitter in Bayern

Das besondere an der aktuellen Wetterlage sei, dass viele Gewitterzellen großflächig zusammenkämen. Der Wetterdienst verwies darauf, dass Gewitter in der Regel sehr lokal aufträten und dann einzelne Orte mit voller Wucht träfen. In Nürnberg etwa gab es bereits am Donnerstagmittag strömenden Regen. Erst im Laufe des Freitags soll sich das Unwetter in Richtung Osten verziehen.

Einsätze wegen Unwetter in Ostbayern: Bäume umgestürzt, Keller vollgelaufen

Bei den Unwettern liefen am Donnerstagnachmittag bereits in Ostbayern mehrere Keller voll und Bäume stürzten auf Straßen. Nach Angaben der integrierten Leitstelle Passau rückten die Einsatzkräfte in den umliegenden Landkreisen bis zum frühen Abend 122 Mal zu Unwetter-Einsätzen aus. Am häufigsten gingen demnach Notrufe aus dem Landkreis Rottal-Inn ein. Es habe sich dabei überwiegend um Wasserschäden gehandelt, sagte ein Sprecher.

Wetterphänomen am Altmühlsee: Tornado über Gunzenhausen?

In der Nähe von Gunzenhausen haben Augenzeugen am Mittwochabend wirbelnde Luftmassen beobachtet. Schäden hat diese vermeintliche Windhose nicht verursacht. Ob es sich um einen Tornado oder ein anderes Wetterphänomen gehandelt, ist noch nicht klar.
Das Wetterphänomen, das viele für einen Tornado oder eine Windhose hielten, zog laut des Bayerischen Rundfunks von Gunzenhausen auf den Altmühlsee. Dort wurde es zunächst größer und löste sich auf.
Laut DWD entsteht ein Tornado, wenn unter dichten Wolken starke Temperaturunterschiede herrschen und Luft aufsteigt. Eine Zunahme der Windgeschwindigkeit führt dazu, dass ein rotierender Aufwindschlauch erzeugt wird.

Unwetter in Baden-Württemberg: Heftiger Regen im Landkreis Karlsruhe

  • Der Deutsche Wetterdienst warnt vor weiteren Unwettern, Sturm und lokalen Hagelansammlungen.
  • Heftige Regenfälle haben im Südwesten zum Teil für Chaos und Verkehrsbehinderungen gesorgt.
In Baden-Württemberg führte heftiger Regen bereits teils zu Chaos und Verkehrsbehinderungen. In Kraichtal im Landkreis Karlsruhe liefen nach Worten einer Stadtsprecherin viele Keller voll, mehrere Straßenzüge seien überschwemmt und teils mit Schlamm bedeckt. Innerhalb weniger Minuten habe es so stark geregnet, dass das Wasser nicht mehr abfließen konnte.
Auf Straßen zwischen Karlsruhe und Waghäusel war die Sicht wegen Starkregens stark eingeschränkt. Die Polizei musste bislang allerdings nicht wegen wetterbedingter Unfälle ausrücken, wie ein Sprecher sagte.

DWD Unwetterwarnung: In welchen Teilen Baden-Württembergs droht Starkregen?

Der Deutsche Wetterdienst warnte für Donnerstagabend bis Freitagmorgen vor Starkregen in den Regierungsbezirken Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und Tübingen. Es könne zu heftigen Regenfällen mit Mengen um 35 bis hin zu 70 Litern Wasser pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde kommen. Auch lokale Hagelansammlungen sowie Sturmböen um 75 Kilometer pro Stunde seien möglich.
Für Freitag erwarteten die Wetterexperten schwächere Gewitter vor allem im Norden des Landes. Die Höchstwerte liegen bei 17 Grad im Südschwarzwald und 25 Grad bei Mannheim.

Unwetter in NRW: Schwere Gewitter im Ruhrgebiet haben Folgen

Heftige Regenfälle eines Gewitters haben im Ruhrgebiet die Autobahn 42 bei Herne überschwemmt. Zahlreiche Autos sind im Wasser stecken geblieben. Ein Streckenabschnitt ist gesperrt worden. Polizei und Feuerwehr seien im Einsatz, um die Lage zu beobachten und sich wenn nötig um die Feststeckenden zu kümmern.
Am Donnerstagabend zogen mehrere Gewitter über Nordrhein-Westfalen hinweg. Für einige Orte hatte der Deutsche Wetterdienst vor heftigem Starkregen gewarnt. Die Feuerwehr-Leitstelle Herne sprach am Abend von einer Vielzahl von Einsätzen. Laut Polizei waren dort zahlreiche Keller vollgelaufen und mehrere große Ausfahrtsstraßen überflutet worden. In der Nachbarstadt Bochum musste die Feuerwehr ebenfalls zu unwetterbedingten Einsätzen ausrücken. Zweimal war dort ein Blitz in Bäume eingeschlagen, die umzustürzen drohten. Auch in der bereits vor einigen Tagen durch Überschwemmungen schwer getroffenen Stadt Fröndenberg an der Ruhr liefen wieder mehrere Keller voll.

Wie wird das Wetter in Bayern am Wochenende?

Unbeständig und wechselhaft soll das Wetter ab dem Wochenende weitergehen. Für Samstag rechnete der Fachmann immerhin mit Sonne und Temperaturen von 23 bis 28 Grad. „Es wird hochsommerlich, aber keine Hitze.“ In der Nacht zu Sonntag dürfte es schon wieder gewittern und Schauer geben und am Sonntag zunächst kühler und bedeckt sein und ab dem Nachmittag wieder auflockern.

Versicherung: Bis zu 200 Millionen Euro Schaden durch Unwetter

Die SV Sparkassenversicherung rechnet infolge der Unwetter in den letzten Wochen mit einen Schaden von 150 bis 200 Millionen Euro. Alleine im Zeitraum vom 21. bis 29. Juni seien inzwischen mehr als 26.000 Schadensmeldungen eingegangen, teilte die Versicherung am Donnerstag in Stuttgart mit. Täglich kämen noch weitere dazu. Im Südwesten seien besonders die Regionen Oberschwaben, Alb-Donau, Reutlingen, Stuttgart und Tübingen sowie einzelne Gemeinden im Schwarzwald stark betroffen gewesen.