„Timmy“ aufgebläht am Strand
: Dänemark obduziert toten Buckelwal auf Urlaubsinsel Anholt

Nach gescheiterter Bergung wird der Kadaver an Land untersucht und entsorgt. Behörden warnen vor Ansteckungsgefahr, der Bereich am Strand bleibt abgesperrt.
Von
dpa
Anholt
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Toter Wal vor dänischer Insel Anholt: 26.05.2026, Dänemark, Anholt: Der tote Wal liegt aufgebläht vor der dänischen Insel Anholt. Es handelt sich um den als Timmy bekannten Buckelwal, der Ende März erstmals vor Timmendorfer Strand gestrandet war und rund einen Monat später in die Nordsee transportiert wurde. Foto: Marcus Golejewski/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der tote Wal liegt aufgebläht vor der dänischen Insel Anholt. Nun steht seine Obduktion bevor.

Marcus Golejewski/dpa
  • Vor Anholt wird der tote Buckelwal „Timmy“ obduziert – der Kadaver liegt seit zwei Wochen dort.
  • Die Bergung scheiterte: Auf See sollte er in einen Hafen geschleppt werden, das gelang nicht.
  • Behörden sperren den Strandbereich ab und warnen vor Ansteckungsgefahr für Anwohner und Gäste.
  • Obduktion, Untersuchungen und Entsorgung sind für Ende kommender Woche angekündigt.
  • Bakterien bilden Faulgase, die den Leib aufblähen; die dicke Fettschicht verstärkt den Effekt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Timmy“ hatte mehrere Wochen für große Aufmerksamkeit gesorgt. Der Buckelwal war unter den Augen der Welt wiederholt vor der deutschen Ostseeküste gestrandet und irrte längere Zeit in flachen Gewässern umher. Eine private Rettungsinitiative hatte das geschwächte Tier schließlich mit einem Lastkahn vor die Nordspitze Dänemarks gebracht und dort freigesetzt – in der Hoffnung, ihm eine letzte Chance zu geben. Die Rettungsaktion glückte, doch kurze Zeit darauf wurde ein Walkadaver entdeckt. Und tatsächlich: Der vor der dänischen Insel Anholt entdeckte tote Buckelwal ist zweifelsfrei als „Timmy“ identifiziert worden.

Das tote Tier sollte von der dänischen Insel entfernt werden. Zunächst hatten die Dänen versucht, den von Fäulnisgasen aufgeblähten Wal in tieferes Gewässer zu ziehen, um ihn anschließend in einen Hafen zu bringen. Der Versuch war aber gescheitert. Nun wird Timmy direkt am Strand obduziert. Dort liegt das Tier seit rund zwei Wochen im flachen Wasser. „Der Wal wird im Laufe dieses Wochenendes an Land gezogen“, teilte Jane Hansen von der dänischen Umweltbehörde mit. Obduktion, wissenschaftliche Untersuchungen und Entsorgung des Kadavers sollen demnach Ende kommender Woche stattfinden.

Von Timmy fernhalten – Ansteckungsgefahr!

Anwohner und Badegäste rief die Umweltbehörde erneut auf, sich von dem Tier fernzuhalten. Der Bereich rund um den Wal werde abgesperrt. „Es ist wichtig, dass das respektiert wird, denn es besteht weiter Ansteckungsgefahr“, so die Behörde.

Warum Wale nach ihrem Tod explodieren können

Nach dem Tod von Buckelwal „Timmy“ wächst die Sorge davor, dass der Walkadaver vor der dänischen Küste explodieren könnte. Das sei bei Walen durchaus nicht ungewöhnlich, sagt die Biologin Anja Gallus vom Deutschen Meeresmuseum auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Doch warum ist das eigentlich so?

„Wenn ein Tier stirbt, beginnen sofort Verwesungsprozesse im Körper“, erläutert Gallus. Währenddessen vermehren sich Bakterien, und bei der Zersetzung des organischen Materials entstehen unter anderem Faulgase, die den Leib aufblähen. Wale haben eine sehr dicke Fettschicht, die den Kadaver warmhalte und so eine starke Vermehrung der Bakterien begünstige, erläutert die Biologin.

Die Welt schaute Buckelwal Timmy zu

Das Schicksal von „Timmy“ hatte in den vergangenen Wochen bundesweit Diskussionen ausgelöst – nicht nur über die Rettung des Tieres selbst, sondern auch über die Frage, wie in solchen Fällen gehandelt werden sollte. Nun soll gemeinsam mit den dänischen Behörden und der privaten Initiative entschieden werden, wie mit dem Kadaver des Wals weiter verfahren wird.