Walrettung live
: Schlepper bringt Timmy Richtung Atlantik – gelingt die Aktion?

LiveNach Wochen der Ungewissheit ist der gestrandete Buckelwal nun unterwegs Richtung Freiheit. Eine aufwendige Rettungsaktion, doch Timmys Zustand bleibt kritisch. Die Mission im Livestream.
Von
Laura Mensch,
dpa
Wismar
Weitere Entwicklung zum Buckelwal in der Ostsee: 28.04.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Wismar: Das Schiff „Robin Hood“ zieht am Abend vor Wismar die Barge mit dem gestrandetem Wal in Richtung Ostsee (Luftaufnahme mit einer Drohne). (zu dpa: «Wal-Transport wechselt Schleppfahrzeug») Foto: Bodo Marks/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Das Schiff „Robin Hood“ zieht am Abend vor Wismar die Barge mit dem gestrandetem Wal in Richtung Ostsee (Luftaufnahme mit einer Drohne).

Bodo Marks/dpa

Nach wochenlangem Bangen ist der in der Ostsee gestrandete Buckelwal auf dem Weg in Richtung Nordsee und in den Atlantik. Der Schleppverband mit dem Tier an Bord bewegt sich derzeit nur langsam voran. Am Morgen befand er sich nach Daten des Schiffs-Ortungsdienstes VesselFinder mehrere Kilometer südöstlich von Fehmarn.

Die Rettungsaktion hat inzwischen eine entscheidende Phase erreicht: Nachdem zunächst der Schlepper „Robin Hood“ die sogenannte Barge – ein mit Wasser gefülltes schwimmendes Becken – aus der Kirchsee vor der Insel Poel hinausgezogen hatte, hat inzwischen das Mehrzweckschiff „Fortuna B“ die Schleppaufgabe übernommen. Es begleitet den motorlosen Lastkahn und zieht ihn weiter in Richtung Nordsee.

Geplant ist eine mehrtägige Route um die Nordspitze Dänemarks herum durch das Skagerrak. Dort soll der Wal schließlich wieder in die Freiheit entlassen werden. Die ungewöhnliche Rettungsmission kann hier per Livestream verfolgt werden und sorgt international für große Aufmerksamkeit.

Livestream: Walrettung live verfolgen

Zuvor hatten Helfer das geschwächte Tier in einer aufwendigen Aktion in die Barge manövriert. Über Stunden hinweg wurde der Wal mit Gurten durch eine eigens ausgehobene Rinne gezogen, bevor er schließlich in das abgesenkte Becken gelangte. Ein Netz verhindert seitdem, dass er entweichen kann.

Emotionale Reaktionen

Die Erleichterung bei den Beteiligten war groß. Beobachter berichteten von emotionalen Momenten, als die Aktion gelang. Dennoch bleibt die Sorge um den Gesundheitszustand des Tieres. Experten hatten bereits im Vorfeld gewarnt, dass der Wal stark geschwächt sei. Auch ist unklar, ob er den Transport übersteht und sich später im offenen Meer wieder dauerhaft behaupten kann.

Der Buckelwal war erstmals Anfang März nahe der Küste gesichtet worden und hatte sich mehrfach in flache Gewässer verirrt. Nach mehreren Strandungen in der Region um Wismar und Poel entschieden sich Helfer schließlich für die riskante, aber möglicherweise letzte Rettungsoption: den Transport in Richtung Nordsee.