Thailand und Myanmar
: Mehr als 10.000 Todesopfer nach Erdbeben befürchtet

Nach dem schweren Erdbeben der Stärke 7,7 in Südostasien befürchten Behörden, dass mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen sind. Die Lage bleibt unübersichtlich.
Von
KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH
Yangon/Bangkok
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Erdbeben in Myanmar

Das Erdbeben in Myanmar hat tausende Todesopfer gefordert.

Uncredited/The Myanmar Military True News Information Team/AP/dpa
  • Erdbeben mit Stärke 7,7 trifft Südostasien, besonders Myanmar.
  • Über 1.000 Tote und 2.000 Verletzte in Myanmar, Experten befürchten 10.000 Todesopfer.
  • Schwere Zerstörungen in Mandalay, Naypyidaw und Sagaing.
  • Bürgerkrieg erschwert Rettungsarbeiten; Mangel an Personal und Geräte.
  • Internationale Hilfsmaßnahmen laufen an; EU stellt 2,5 Millionen Euro bereit.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Einen Tag nach dem schweren Erdbeben in Myanmar und benachbarten Ländern ist die Lage unübersichtlich. Nach Angaben der herrschenden Militärjunta und staatlicher Medien (Samstag) wurden in Myanmar bisher mehr als 1.000 Tote und über 2.000 Verletzte geborgen. Experten vermuten jedoch, dass bei der Katastrophe mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen sein könnten. Unterdessen liefen internationale Hilfsmaßnahmen an.

Das Beben von Freitag mit einer Stärke von 7,7 auf der Richterskala traf besonders die myanmarische Millionenstadt Mandalay nahe dem Epizentrum. Schwere Zerstörungen werden auch aus der Hauptstadt Naypyidaw und der Region Sagaing gemeldet. Die Erdstöße brachten Häuser und Brücken zum Einsturz und rissen Straßen auf. Laut myanmarischer Exilmedien mangelt es in Mandalay aber an Personal und schwerem Gerät bei der Suche nach Überlebenden. Es fehle auch an medizinischen Fachkräften zur Versorgung der vielen Verletzten. Die Einsatzkräfte grüben teils mit bloßen Händen in den Trümmern nach Verschütteten und Toten. Das Beben war auch in Thailand, China und Vietnam spürbar und richtete dort teils Schäden an.

Bürgerkrieg verschlimmert die Lage

Erschwerend kommt hinzu, dass in Myanmar Bürgerkriegsgebiete betroffen sind, die teils unter der Kontrolle von Junta-Gegnern stehen und teils von der Militärregierung beherrscht werden. In beiden Fällen ist der Informationsfluss wegen der Internetabschaltungen durch das Militärregime schwierig.

In Mandalay fehlt es als Folge des Militärputsches vor vier Jahren an Krankenhäusern und Ärzten. Die Junta habe dort private Krankenhäuser geschlossen und viele Ärzte verhaftet, erklärte die „Widerstandsbewegung des zivilen Ungehorsams“ am Samstag auf dem Portal X. „Wir fordern ihre Freilassung! Wir brauchen sie sofort zurück in Mandalay“, forderte sie.

Bürgerkrieg trotz Katastrophe

Trotz der Katastrophe geht der Bürgerkrieg in Myanmar offenbar teilweise weiter. Wenige Stunden nach dem Beben führte die Junta laut Berichten zwei Luftangriffe auf die Zivilbevölkerung in der Ortschaft Chaung-U in Sagaing durch. Über 3,5 Millionen Menschen sind in Myanmar vor dem Bürgerkrieg geflohen. Fast die Hälfte davon lebt nach Angaben der Vereinten Nationen in der Nähe des Epizentrums des Erdbebens.

Mandalay und die angrenzende Region Sagaing sind das Kernland des Buddhismus von Myanmar als auch das historische Zentrum des alten Königreichs Birma. Durch das Erdbeben seien mehr als 80 historische Pagoden und Tempel zerstört worden, teilte die Untergrundregierung „National Unity Government“ mit. Allein durch den Einsturz eines Tempels in Mandalay kamen Berichten zufolge 80 buddhistische Mönche ums Leben.

Militärs bitten um Hilfe

Das Ausmaß der Katastrophe wurde auch durch die Bitte von Junta-Chef General Min Aung Hlaing um internationale Unterstützung deutlich. Frühere Militärregimes hatten selbst nach schweren Naturkatastrophen ausländische Hilfe abgelehnt. Russland, China, Indien, die USA, südostasiatische Länder und die Europäische Union sagten bereits ihre Unterstützung zu. Die EU stellte zunächst 2,5 Millionen Euro Soforthilfe bereit. „Die EU hat außerdem ihren Copernicus-Satellitendienst aktiviert, um die Folgenabschätzung zu erleichtern“, hieß es in einer Mitteilung aus Brüssel.

  • Medical workers transport an earthquake casualty in the compound of a hospital in Naypyidaw on March 28, 2025, after an earthquake in central Myanmar. A powerful earthquake rocked central Myanmar on March 28, buckling roads in capital Naypyidaw, damaging buildings and forcing people to flee into the streets in neighbouring Thailand. (Photo by Sai Aung MAIN / AFP)

    Sanitäter transportieren am 28. März 2025 nach einem Erdbeben in Zentralmyanmar ein Erdbebenopfer auf das Gelände eines Krankenhauses in Naypyidaw. Straßen und Gebäude in der Hauptstadt wurden beschädigt und Menschen im benachbarten Thailand flüchteten auf die Straßen.

    SAI AUNG MAIN/AFP
  • A earthquake survivor holds the hand of a relative as lying on the ground of the compound of a hospital in Naypyidaw on March 28, 2025, after an earthquake in central Myanmar. A powerful earthquake rocked central Myanmar on March 28, buckling roads in capital Naypyidaw, damaging buildings and forcing people to flee into the streets in neighbouring Thailand. (Photo by Sai Aung MAIN / AFP)

    Ein Erdbeben-Überlebender hält die Hand eines Verwandten, der in Zentralmyanmar auf dem Boden des Krankenhausgeländes in Naypyidaw liegt.

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  • Medical workers and people walk past boxes of medical material placed in the compound of a hospital in Naypyidaw on March 28, 2025, after an earthquake in central Myanmar. A powerful earthquake rocked central Myanmar on March 28, buckling roads in capital Naypyidaw, damaging buildings and forcing people to flee into the streets in neighbouring Thailand. (Photo by Sai Aung MAIN / AFP)

    Medizinisches Personal und Menschen gehen an Kisten mit medizinischem Material auf dem Klinikgelände vorbei.

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  • Rescue workers stand near the debris of a construction site after a building collapsed in Bangkok on March 28, 2025, following an earthquake. A powerful earthquake rocked central Myanmar on March 28, buckling roads in capital Naypyidaw, damaging buildings and forcing people to flee into the streets in neighbouring Thailand. (Photo by Lillian SUWANRUMPHA / AFP)

    Auch das beliebte Reiseziel Thailand wurde von dem Erdbeben stark getroffen. Rettungskräfte stehen in der Nähe der Trümmer einer Baustelle in Bangkok. Ein Gebäude war eingestürzt. Laut Medienberichten wurden zahlreiche Arbeiter verschüttet.

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  • An injured man is rescued at a construction site where a building collapsed in Bangkok on March 28, 2025, after an earthquake. A powerful earthquake rocked central Myanmar on March 28, buckling roads in capital Naypyidaw, damaging buildings and forcing people to flee into the streets in neighbouring Thailand. (Photo by Lillian SUWANRUMPHA / AFP)

    Einsatzkräfte retten einen verletzter Mann aus den Trümmern einer Baustelle in Bangkok. Das heftige Beben hatte ein im Bau befindliches Hochhaus einstürzen lassen. Im Internet kursieren Videos vom Einsturz.

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  • Rescue workers walk past debris of a construction site after a building collapsed in Bangkok on March 28, 2025, following an earthquake. A powerful earthquake rocked central Myanmar on March 28, buckling roads in capital Naypyidaw, damaging buildings and forcing people to flee into the streets in neighbouring Thailand. (Photo by Lillian SUWANRUMPHA / AFP)

    Rettungskräfte gehen an den Trümmern der Großbaustelle in Bangkok vorbei.

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  • A man walks along a damaged road in Naypyidaw on March 28, 2025, after an earthquake in central Myanmar. A powerful earthquake hit Myanmar and neighbouring Thailand on March 28, turning a major hospital in the Burmese capital into a "mass casualty area" and trapping dozens of workers in an under-construction skyscraper in Bangkok. (Photo by Sai Aung MAIN / AFP)

    Ein Passant geht in Zentralmyanmar eine beschädigte Straße in Naypyidaw entlang und steigt über die gewaltigen Risse, die das Beben in den Beton hinterlassen hat.

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  • An earthquake survivor is carried as she waits to receive medical attention at a hospital in Naypyidaw on March 28, 2025, after an earthquake in central Myanmar. A powerful earthquake rocked central Myanmar on March 28, buckling roads in capital Naypyidaw, damaging buildings and forcing people to flee into the streets in neighbouring Thailand. (Photo by Sai Aung MAIN / AFP)

    Eine Überlebende des Erdbebens wird in ein Krankenhaus in Naypyidaw getragen, wo sie nach einem Erdbeben auf medizinische Versorgung wartet.

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  • Medical workers transport an earthquake casualty in the compound of a hospital in Naypyidaw on March 28, 2025, after an earthquake in central Myanmar. A powerful earthquake rocked central Myanmar on March 28, buckling roads in capital Naypyidaw, damaging buildings and forcing people to flee into the streets in neighbouring Thailand. (Photo by Sai Aung MAIN / AFP)

    Sanitäter transportieren die Erdbebenopfer auf das Gelände eines Krankenhauses in Naypyidaw.

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  • Women react in Bangkok on March 28, 2025, after an earthquake. A powerful earthquake rocked central Myanmar on March 28, buckling roads in capital Naypyidaw, damaging buildings and forcing people to flee into the streets in neighbouring Thailand. (Photo by Lillian SUWANRUMPHA / AFP)

    Zwei Frauen laufen direkt nach dem starken Beben in Bangkok an einer Straße. Sie sind sichtlich getroffen von der Naturkatastrophe und telefonieren.

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Ein Nothilfeteam von Malteser International sollte am Samstagabend von Deutschland nach Myanmar aufbrechen, um örtliche Teams zu unterstützen. Medizinisches Personal sowie Experten im Bereich Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung seien bereits im Einsatz, „um die Bedarfe zu ermitteln und erste Hilfen zu koordinieren“, berichtete Oliver Hochedez, Leiter der Nothilfeabteilung von Malteser International. Dringend benötigt würden Medikamente und medizinisches Verbrauchsmaterial.

In der thailändischen Hauptstadt Bangkok brachte der Erdstoß am Freitag den Rohbau eines Hochhauses zum Einsturz. Mindestens zehn Bauarbeiter kamen ums Leben. Ansonsten sind die Schäden in der Millionenmetropole gering.