Zwei Jahre hintereinander hat es deutschlandweit ein Verkaufsverbot von Feuerwerk gegeben. Grund war damals die Corona-Pandemie. Dieses Jahr soll es zu Silvester keine solche Einschränkung mehr geben: Feuerwerk darf wieder verkauft werden.
Das heißt aber nicht, dass die Kommunen und Städte in Deutschland Feuerwerk dulden müssen. Immer mehr Menschen in Deutschland wünschen sich, dass das Böllern zum Jahreswechsel eingeschränkt wird. Darüber müssen die Gemeinden jetzt langsam entscheiden. In Baden-Württemberg hat sich Stuttgart jetzt positioniert.

Böllerverbot: Das sind die Regeln in Stuttgart

In der Landeshauptstadt Stuttgart gab es in der Vergangenheit bereits mehrfach Verbote zum Abbrennen von Pyrotechnik und Feuerwerk. Für den Jahreswechsel 2022/2023 plant die Stadt nun in Abstimmung mit der Polizei erneut ein Feuerwerksverbot. In den zurückliegenden Jahren sei der Schlossplatz für Besucher kein schöner Ort gewesen, um den Jahreswechsel zu feiern, steht in der entsprechenden Vorlage. „Der Schlossplatz war überfüllt, Feuerwerkskörper wurden unkontrolliert abgeschossen, einzelne Personen wurden angegriffen und es kam zu sexuellen Übergriffen.“ Um zu vermeiden, dass sich diese Vorfälle wiederholen, habe es im Jahr 2019 auf dem Schlossplatz eine zentrale städtische Veranstaltung gegeben, um einen friedlichen Jahreswechsel zu feiern. Ziel sei in diesem Jahr eine ähnliche Veranstaltungskonzeption, um den Schlossplatz wieder für Gäste jeden Alters und Geschlechts attraktiv zu machen.
Außerdem gibt es Bedenken was die Kosten zur Entsorgung des Mülls angeht. Ohne Böllerverbot fielen in Stuttgart etwa 18 bis 20 Tonnen Abfall an. Die Entsorgungskosten liegen bei rund 4000 Euro, die Kosten für eingesetzte Fahrzeuge und Mitarbeiter bei rund 12 000 Euro. Insgesamt fallen somit für eine Silvesterreinigung - in der Innenstadt und in den Bezirken Nord, West und Ost - Kosten in Höhe von rund 16 000 Euro an.
Somit sollen Feuerwerk der Kategorie II in Stuttgart im Stadtzentrum nicht erlaubt sein. Wo genau die Sperrzone sein soll, wird noch in Abstimmung mit der Polizei festgelegt.
In Deutschland gibt es zwei Kategorien von Feuerwerk, die im Laden verkauft werden dürfen: F1 und F2. Feuerwerk der Klasse F1 sind zum Beispiel Knallerbsen, Wunderkerzen und Tischfeuerwerk. Sie können schon ab 12 Jahren über die Ladentheke gehen. F2 Feuerwerke sind dann alle größeren Raketen und Pyrotechnik. Diese sind erst ab 18 Jahren erlaubt.

Feuerwerk in Stuttgart: Das ist erlaubt

In Stuttgart sind also zum Jahreswechsel im Stadtzentrum und rund um den Schlossplatz die Feuerwerkskörper F1 erlaubt. Wer mit Wunderkerzen und Knallerbsen das neue Jahr einläuten will, wird keine Probleme damit haben.
Grundsätzlich gilt in ganz Deutschland, dass in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden keine Pyrotechnik abgebrannt werden darf. Böller und Raketen sind in diesen Bereichen verboten.
In Stuttgart wird es außer in den oben genannten Bereichen keine weiteren Einschränkungen beim Feuerwerk geben.