Bei Eurowings wird erneut gestreikt. Nach einem ersten Arbeitsausstand am 6. Oktober sollen die Piloten der Lufthansa-Tochter nun für mehrere Tage die Arbeit niederlegen. Am Montag, den 17. Oktober begann der Arbeitskampf der Piloten wie geplant, meldete die Gewerkschaft.

Wann und wie lange wird bei Eurowings gestreikt?

Die Piloten sollen von Montag, 17.10.2022, um 00.00 Uhr bis einschließlich Mittwoch (19.10.) ihre Arbeit niederlegen, so die Pilotenvereinigung Cockpit (VC). Möglich ist natürlich, dass sich Gewerkschaft und Firma vorher einigen und der Streik abgebrochen ist. Ein neues Angebot von Eurowings ist bislang nicht eingegangen.

Warum wird bei Eurowings gestreikt?

Der Grund für den Streik bei Eurowings sei das unzureichende Angebot der Arbeitgeberseite zum Manteltarifvertrag, erklärte die Gewerkschaft am 14. Oktober in Frankfurt. Laut Cockpit bleibt die Kernforderung die Reduzierung der Arbeitsbelastung der im Cockpit Beschäftigten. Dies solle unter anderem durch die Begrenzung der maximalen Flugdienstzeiten und eine Verlängerung der Ruhezeiten erreicht werden. Die Praxis des Unternehmens, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig bis an die gesetzlichen Grenzwerte zu verplanen, führe laut Gewerkschaft zu einer erheblichen Belastung, die abgemildert werden muss. Spitzenbelastungen bis ans Limit sind als Ausnahmen akzeptabel, dürfen aber nicht die Regel sein.
Der aktuelle Tarifkonflikt dreht sich ausschließlich um die Reduzierung der Arbeitsbelastung. Die Vergütung des Cockpit-Personals ist nicht Gegenstand der Verhandlungen.

Welche Flugplätze sind vom Streik betroffen?

Von den Streiks und damit möglichen Flugausfällen betroffen sind Passagiere, die über die Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und Hamburg reisen. In Stuttgart und Berlin müssen ebenfalls Flüge gestrichen werden.
Allein am Flughafen Düsseldorf wurden nach Angaben des Airports für Montag 102 der geplanten 171 Eurowings-Flüge abgesagt, in Köln/Bonn wurden 43 Verbindungen gestrichen, in Stuttgart 40 Starts und Landungen annulliert. In Hamburg sollen 58 von 94 geplanten Flügen ausfallen. Eurowings-Geschäftsführer Kai Duve kündigte am Samstag an: „Wir tun alles in unserer Macht stehende, um die Auswirkungen dieses Streiks so gering wie möglich zu halten, inklusive der Umbuchung auf Partner-Airlines der Lufthansa Group.“
Von den insgesamt rund 400 am Montag geplanten Flügen würden aber dennoch voraussichtlich mehr als 230 stattfinden, teilte die Lufthansa-Tochter am Sonntag mit.
Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Maschinen der österreichischen Tochter Eurowings Europe nicht vom Arbeitskampf betroffen sind. Sie fliege während des Streiks „unter Volllast“, hieß es.

Welche Flüge fallen wegen des Streiks aus?

Die Flugpläne für Dienstag und Mittwoch würden veröffentlicht, sobald klar sei, wie viele Piloten sich trotz des Streikaufrufs zum Flugdienst meldeten, erklärte Eurowings. Die Passagiere wurden gebeten, sich über die Webseite oder die Eurowings Kunden-App fortlaufend über den Status ihres Fluges zu informieren. So verweisen beispielsweise die Flughäfen in Düsseldorf und Hamburg auf die Website von Eurowings. Hier können sich Flugäste unter Angabe von Abflug-Airport und Ziel nach dem Status ihres Fluges erkundigen.

Gilt der Streik auch für Eurowings Europe und Eurowings Discover?

Nein, der Streikaufruf gilt erneut ausschließlich für die deutsche Teilgesellschaft der Eurowings, nicht aber für die in Österreich lizensierte Eurowings Europe und auch nicht für die Eurowings Discover.

Entschädigung wegen Streik bei Eurowings: Welche Rechte haben Fluggäste?

Wenn ein Flug durch den Streik gestrichen wird, dann muss die Airline ihre Passagiere auf einen passenden Flug umbuchen. Möglich ist auch eine Umbuchung auf eine Bahnverbindung. In jedem Fall ist die Umbuchung kostenlos. Hier gibt es weitere Infos zu den Rechten von Fluggästen bei Flugausfall oder Verspätung.

Wie reagiert Eurowings auf den Streik?

Die Lufthansa-Tochter Eurowings hat den Pilotenstreik kritisiert. „Die VC gefährdet mit der neuerlichen Streikdrohung mutwillig die Zukunft der Eurowings Deutschland", hieß es in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung von Finanz- und Personalgeschäftsführer Kai Duve. Er wies darauf hin, dass Eurowings ein Entlastungspaket angeboten habe, das immerhin zehn der von VC geforderten 14 zusätzlichen freien Tage pro Jahr vorsehe. Außerdem sei das Unternehmen bereit, die Wochenarbeitszeit um zwei Stunden zu verringern. "Wer in diesem Entgegenkommen kein verhandlungsfähiges Angebot sehen will, hat jedes Maß und jede Mitte verloren", kritisierte der Geschäftsführer.