Statement von logo!
: „KiKA wird nicht abgeschafft!“

Immer mehr Menschen fürchten um den KiKA – nun reagiert logo! mit einem klaren Statement zu den Gerüchten.
Von
Judith Müller
Mainz
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Immer mehr Menschen fürchten um den KiKA – jetzt sieht sich logo! gezwungen, die Gerüchte in einem Statement klarzustellen.

Immer mehr Menschen fürchten um den KiKA – jetzt sieht sich logo! gezwungen, die Gerüchte in einem Statement klarzustellen.

picture alliance / Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Seit Tagen herrscht große Verunsicherung bei Kindern, Jugendlichen und Eltern. In sozialen Netzwerken verbreiten sich Meldungen, der KiKA würde bald komplett verschwinden, und viele User reagieren erschrocken oder sogar panisch. Nun hat sich logo!, die Kindernachrichtensendung des ZDF, auf Instagram zu Wort gemeldet – mit einer klaren Botschaft: „Nein, der KiKA wird nicht abgeschafft!“

Das Statement kommt, nachdem die Diskussion über die Zukunft des Kinderkanals in den vergangenen Wochen immer weiter hochgekocht ist.

Warum überhaupt Gerüchte über eine Abschaltung entstanden

Hintergrund ist die große Rundfunkreform von ARD und ZDF. Sie sieht vor, dass der KiKA langfristig kein klassischer Fernsehsender mehr sein soll, sondern Schritt für Schritt zu einem rein digitalen Angebot wird. Die Umstellung soll allerdings nicht sofort erfolgen, sondern frühestens zum Ende des Jahrzehnts abgeschlossen sein.

Bis dahin bleibt KiKA wie gewohnt im Fernsehen. Der 1. Dezember 2025, an dem der neue Staatsvertrag in Kraft treten soll, markiert nur den Beginn dieser Übergangsphase, nicht das Ende des linearen Programms.

Mittlerweile haben 15 von 16 Bundesländern zugestimmt. Lediglich Brandenburg fehlt noch – und auch dort gilt die Zustimmung als wahrscheinlich.

logo! reagiert, um Zuschauer zu beruhigen

Auf Instagram zeigt logo! Screenshots von vielen Nachrichten, die die Redaktion in den letzten Tagen erhalten hat. Viele aus der Community schreiben: „Was passiert mit Kika?“, „Stimmt es, dass ihr gelöscht werdet?“ oder „Wenn Kika dicht gemacht wird, verliere ich den Glauben an die Menschheit.“ Auch die Bitte, endlich ein offizielles Statement zu posten, wird mehrfach erwähnt.

Die Redaktion antwortet darauf mit der deutlichen Aussage, KiKA werde nicht abgeschafft. Anschließend wird erklärt, dass der Sender langfristig modernisiert und digital ausgerichtet werden soll – jedoch nicht von heute auf morgen. Die Erklärung richtet sich bewusst an Kinder und Eltern, die in den letzten Tagen verunsichert waren und vielfach Angst hatten, ihr Lieblingssender würde plötzlich verschwinden.

Warum die Sorge trotzdem groß ist

Trotz der Klarstellung zeigt sich in den Kommentaren unter dem logo!-Post, wie sehr die Diskussion die Zuschauer bewegt. Viele schreiben, dass sich eine reine Online-Ausspielung für sie dennoch wie eine Abschaffung anfühle. Häufig geht es um die Frage, ob alle Familien ausreichend Internetzugang haben, oder darum, dass ein lineares Programm Kinder mit Inhalten in Kontakt bringt, die sie in einem Streaming-Menü vielleicht nie bewusst auswählen würden. Andere betonen, KiKA sei einer der letzten vollständig werbefreien, sicheren Orte für Kinder im deutschen Fernsehen.

Eine Userin fasst es so zusammen: „Ein laufendes TV-Angebot hat meine Kinder neugierig gemacht. Im Stream klicken sie nur das an, was sie kennen.“ Viele teilen ähnliche Erinnerungen – an das Sandmännchen, an das Abendbaumhaus, an Bernd das Brot – und verbinden damit weit mehr als reines Fernsehen.

Petition verstärkt die Debatte zusätzlich

Parallel zu den Diskussionen in den sozialen Medien läuft eine Petition auf Change.org, gestartet von der 18-jährigen Hailie W. aus Schleswig-Holstein. Sie fordert, dass KiKA weiterhin im Fernsehen bleibt. Mit inzwischen rund 50.000 Unterschriften ist daraus eine der größten Kinderfernseh-Petitionen der letzten Jahre geworden.

In ihrer Begründung schreibt Hailie, KiKA sei für viele ein Stück Kindheit, Geborgenheit und Bildung – und ein rein digitales Angebot würde zahlreiche Kinder ausschließen, die eben nicht ausschließlich online schauen. Viele Unterstützerinnen und Unterstützer teilen lange, sehr persönliche Erinnerungen. Eine schreibt, KiKA sei mehr als Unterhaltung gewesen, er habe sie geprägt und begleitet. Eine andere erklärt, es fühle sich an, als würde man Kindern einen Teil ihrer Kindheit wegnehmen.

KiKA bleibt – aber er verändert sich

Der Kinderkanal wird nicht abgeschaltet. Das Programm bleibt noch viele Jahre im Fernsehen, während parallel das digitale Angebot erweitert wird. Die emotionale Debatte zeigt jedoch, dass die Zukunft von KiKA weit mehr berührt als eine technische Frage. Für viele Menschen steht der Sender für unbeschwerte Erinnerungen, für verlässliche Kinderinhalte und für ein Stück Orientierung in einer Medienwelt, die sich rasant verändert.

Die Diskussion wird daher sicher noch weitergehen – auch nachdem logo! fürs Erste Klarheit geschaffen hat.