Seit dem Beginn des Ukraine-Krieges gehen die Preise für Energie kontinuierlich nach oben. Besonders an der Tankstelle ist das schmerzlich zu spüren: Zeitweise haben Benzin und Diesel deutlich über zwei Euro pro Liter gekostet. Um die Bevölkerung zu unterstützen, hat die Bundesregierung ein Entlastungspaket vorbereitet. Mit dabei ist die Senkung der Energiesteuer für drei Monate, sodass Tanken billiger wird.
  • Wann kommt der Tankrabatt?
  • Wie viel billiger könnte Tanken dadurch werden?
  • Wie hoch ist aktuell die Energiesteuer?

Tankrabatt 2022: Ab wann werden Diesel und Benzin billiger?

Die von der Regierung beschlossene Senkung der Steuer auf Kraftstoffe für die Dauer von drei Monaten soll ab dem 1. Juni in Kraft treten. Die befristete Steuersenkung wird den Staat 3,15 Milliarden Euro kosten. Demnach würde der Tankrabatt für die Sommerferienzeit bis Ende August andauern.
Es wird erwartet, dass die Senkung nicht sofort am 1. Juni zu spüren sein wird. Stattdessen könnte es einige Tage dauern, bis man die Absenkung der Steuer an der Tankstelle sieht.

Wie viel günstiger werden die Spritpreise durch den Tankrabatt?

Benzin könnte nach Angaben der Regierung vorübergehend um rund 30 Cent und Diesel um etwa 14 Cent pro Liter günstiger werden.
Aktuell liegen die Preise für Benzin im Schnitt 2,10 Euro für einen Liter Super E10 und für Diesel 1,98 Euro. Sollte die Senkung der Energiesteuer tatsächlich so wirken, wie von der Regierung erwünscht, würde das Preise von 1,80 Euro für Benzin und 1,68 Euro pro Liter für Diesel ergeben.

Tankrabatt: Wie hoch ist die Energiesteuer aktuell?

Aktuell setzt sich der Benzin- und Dieselpreis aus mehreren Faktoren zusammen. Diese sehen laut Bundesfinanzministerium wie folgt aus:
  • Energiesteuer: 65,45 Cent/Liter (Benzin) / 47,04 Cent/Liter (Diesel)
  • CO2-Preis: 7,06 Cent/Liter (Benzin) / 7,98 Cent/Liter (Diesel)
  • Erdölbevorratungsabgabe: 0,27 Cent/Liter (Benzin) / 0,30 Cent/Liter (Diesel)
  • Mehrwertsteuer: 19 Prozent vom Verkaufspreis
Die Ampel-Regierung plant also nun, die Energiesteuer abzusenken, die den Großteil der staatlichen Abgaben darstellt.

Sprit einlagern: Was darf man?

Wenn die Preise für drei Monate wieder sinken, wollen einige eventuell einen Vorrat anlegen. Doch wie sind die Regeln für das Einlagern von Benzin und Diesel? Hier in diesem Text beantworten wir alle wichtigen Fragen dazu:

9-Euro-Ticket und Energiepauschale: Was kommt noch?

Die Koalition hatte im März beschlossen, zur Abfederung der immens gestiegenen Energiekosten die Energiesteuer auf Kraftstoffe "auf das europäische Mindestmaß" zu senken. Dazu kommen sollen eine Energiepreispauschale von 300 Euro für alle einkommensteuerpflichtigen Beschäftigten als Zuschuss zum Gehalt, eine weitere Einmalzahlung für ärmere Haushalte in Höhe von 100 Euro und ein Einmalbonus pro Kind von 100 Euro. Außerdem soll es ein ÖPNV-Ticket für 9 Euro pro Monat geben, das ebenfalls ab 1. Juni kommen soll. So funktioniert das 9-Euro-Ticket.

In Frankreich gibt es vier Monate lang Tankrabatt

Mit drei Milliarden Euro finanziert die französische Regierung einen Tankrabatt von bis zu 18 Cent pro Liter. Seit dem 1. April wird der Treibstoff vier Monate lang subventioniert. Nahe der Grenze nutzen auch zahlreiche Autofahrer aus Deutschland den verbilligten Treibstoff in Frankreich. Wie in Deutschland war auch in Frankreich der Preis über die Schwelle von zwei Euro pro Liter geklettert.
Die französische Regierung hat angesichts der gestiegenen Energiepreise bereits die Gaspreise eingefroren, den Anstieg der Strompreise auf vier Prozent begrenzt, außerordentliche Energieschecks ausgegeben, einen Inflationsausgleich für 38 Millionen Menschen sowie die Erhöhung des Kilometergeldes beschlossen.