Die Corona-Pandemie hat Deutschland und die Welt nach wie vor im Griff. Während in manchen Ländern die Zahl der Neuinfektionen zurück gehen, steigen in anderen Gebieten die Zahlen wieder deutlich an. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet täglich die aktuellen Zahlen der Neueinfektionen in Deutschland und zeichnet so das Infektionsgeschehen im Land ab. So ist der Stand der Coronavirus-Pandemie in Deutschland nach Angaben des RKI heute.

RKI-Zahlen für Deutschland: So hoch liegen die Corona-Neuinfektionen aktuell

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI am Montag, 21. September, 922 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zum Vergleich: Am Samstag waren 2297 Neuinfektionen gemeldet worden, am Sonntag 1345 neue Fälle.
An Sonntagen wie auch an Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.
  • Infizierte: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 272.337 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand 21.9., 0.00 Uhr). Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 273.965 Infizierte.
  • Tote: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9386. Die JHU meldet 9390 Tote.
  • Genesene: Bis Sonntagmorgen hatten etwa 242.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.
Anmerkung: Das RKI weist nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern aus und aktualisiert diese einmal am Tag.

Aktuelle Corona-Zahlen: Am Samstag höchster Stand an Neuinfektionen seit April

Am Samstag meldete das RKI 2297 neue Fälle, die der Behörde binnen 24 Stunden übermittelt wurden. Das ist der höchste Wer an Corona-Neuinfektionen seit April. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war sei dem Frühjahr zunächst tendenziell gesunken, seit Ende Juli aber ist sie wieder angestiegen. Die Zahl der erkannten Neuinfektionen dürfte auch davon abhängig sein, wieviele Menschen getestet werden.
Zudem schreibt das RKI: „Die Zahl der Todesfälle unter den übermittelten Covid-19 Fällen ist derzeit niedrig.“ Das liege hauptsächlich daran, dass zuletzt bei relativ vielen jungen Menschen eine Infektion nachgewiesen wurde. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb am Samstag bei Twitter: „Aktuell kann unser Gesundheitssystem gut mit der Situation umgehen, aber die Dynamik in ganz Europa besorgt.“
Aktuell nimmt der Anteil der Infizierten in der älteren Bevölkerung laut RKI leicht zu. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, müsse damit gerechnet werden, dass wieder mehr Menschen ins Krankenhaus kommen und auch sterben. Ältere Menschen gelten als anfälliger für einen schweren Verlauf von Covid-19.

RKI-Zahlen zu Corona: Der aktuelle R-Wert für Deutschland

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Sonntag bei 1,22 (Vortag: 1,27). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,17 (Vortag: 1,24). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

RKI-Dashboard: So entwickeln sich die Zahlen in Bundesländern und Landkreisen

Wer sich jenseits der Deutschland-Zahlen für die Entwicklung der Corona-Pandemie in seinem Bundesland - etwa Bayern oder Baden-Württemberg oder seinem Landkreis informieren möchte - kann das im Dashboard des RKI tun.
Die Corona-Zahlen für die Landkreise und Bundesländer weist das RKI ebenfalls in seinem Dashbaord aus.
Die Corona-Zahlen für die Landkreise und Bundesländer weist das RKI ebenfalls in seinem Dashbaord aus.
© Foto: Screenshot; Quelle: RKI

Corona-Zahlen in Bayern: So viele Infizierte und Neuinfektionen gibt es im Freistaat

Bayern ist im bundesweiten Vergleich eines der am stärksten betroffenen Bundesländern. Nur Nordrhein-Westfalen hat mit 65.232 nachgewiesenen Fällen mehr Infizierte seit Beginn der Pandemie.
Diese Zahlen meldet das RKI am Montag (21.09, 0:00 Uhr):
  • Zahl der Infizierten: 64.919
  • Neuinfektionen: 294
  • Zahl der Toten: 2648
  • Fälle pro 100.000 Einwohner: 496,4

Corona-Hotspots in Deutschland: Diese Städte und Kreise überschreiten den Grenzwert

Nach Angaben des RKI Dasboards überschreiten aktuell zwei Städte und ein Kreis den bundesweit geltenden Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über die letzten sieben Tage.
  • Die Stadt Würzburg weist dabei mit 61,0 den höchsten 7-Tage-inzidenz-Wert auf
  • Der Kreis Cloppenburg liegt mit 59,1 nur knapp darunter
Zahlreiche Städte in Bayern überschreiten zudem den bayrischen Frühwarnwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über sieben Tage. Ministerpräsident Söder stellte deshalb am Montag Überlegungen mögliche neue Maßnahmen an.

Corona-Lage in Nachbarländern kritisch

Gesundheitsminister Spahn riet in der „Rheinischen Post“ vor Reisen in Risikogebiete ab. „In unseren direkten Nachbarländern liegen die Infektionszahlen teilweise achtmal so hoch wie in Deutschland. Das sollte jedem Reisenden zu denken geben.“
Eine verschärfte Corona-Lage haben derzeit unter anderem Spanien und Frankreich. Die französischen Gesundheitsbehörden meldeten am Samstagabend einen neuen Höchstwert von 13.498 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden.
Einreisebeschränkungen und Grenzkontrollen wie im Frühjahr plant die Bundesregierung momentan aber nicht. „Wir versuchen, durch geeignete Maßnahmen die Wiedereinführung von Grenzkontrollen zu vermeiden“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Samstag.

Rund 250 Covid-Patienten werden Intensivmedizinisch behandelt

Die Lage auf den Intensivstationen in Deutschland ist nach wie vor ziemlich entspannt, wie aus dem sogenannten DIVI-Intensivregister hervorgeht, das die Kapazitäten in fast 1300 Krankenhäusern erfasst. So werden rund 250 Covid-Patienten intensivmedizinisch behandelt, gleichzeitig sind knapp 9000 Betten frei. Laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ halten Krankenhäuser auf ihren Intensivstationen weit weniger Betten für Corona-Patienten frei, als noch vor einigen Wochen und Monaten. Mehrere Bundesländer haben demnach die Quoten der reservierten Betten gesenkt.

Dettingen/Bad Urach/Metzingen/Reutlingen

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hält das auch für richtig: „Trotz leicht angestiegener Infektionszahlen gab es keine erhebliche Belastung der Intensivstationen“, sagte Reinhardt der Zeitung. Eine Mindestquote sei zwar nötig. Die Kliniken hätten aber genügend Zeit und Erfahrung, um ihre Kapazitäten hochzufahren, wenn es wieder mehr Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf geben sollte, so Reinhardt.

Corona-Zahlen in Deutschland: Spahn will mehr Fieberambulanzen einrichten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) strebt zur Vorbereitung auf einen möglichen weiteren deutlichen Anstieg der Coronavirus-Infektionsraten im Herbst die Einrichtung von zahlreichen sogenannten Fieberambulanzen an. Er setze darauf, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen solche zentralen Anlaufstellen für Patienten mit Atemwegssymptomen anbieten, sagte Spahn der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montagsausgabe). Diese Ambulanzen sollten im Herbst "idealerweise flächendeckend zugänglich sein".
Der Gesundheitsminister kündigte ferner an, dass er bis Mitte Oktober in Abstimmung mit den Bundesländern die Strategie für die Corona-Tests fortentwickelt haben will. Die Neuaufstellung der Teststrategie sei bereits im Gange, auch seien die Testkapazitäten enorm hochgefahren worden. Allein in den vergangenen vier Wochen sei etwa ein Drittel aller Tests in Deutschland seit Beginn der Pandemie gemacht worden.