Rentenerhöhungen 2023: Mehr als 100.000 Rentner müssen auf einmal Steuern zahlen

Für die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner gibt es zum 1. Juli das zweite Jahr in Folge eine deutliche Erhöhung. Doch damit rutschen über 100.000 Ruheständler in die Steuerpflicht.
Julian Stratenschulte/dpaMehr als 100.000 Ruheständler werden aufgrund der Erhöhung der gesetzlichen Renten zum 1. Juli in die Einkommensteuerpflicht fallen, berichtete die Funke Mediengruppe am Donnerstag unter Berufung auf das Bundesfinanzministerium. Das Ministerium geht davon aus, dass die Anpassung dazu führen wird, dass 109.000 Rentner steuerpflichtig werden. Gleichzeitig betonte das Ministerium jedoch, dass durch die Erhöhung des steuerlichen Grundfreibetrags auf 10.908 Euro zum 1. Januar 2023 insgesamt 195.000 Ruheständler von der Steuerpflicht befreit wurden.
Knapp sechs Millionen Menschen steuerpflichtig
In Deutschland sind demnach insgesamt knapp sechs Millionen Personen mit Renteneinkünften steuerpflichtig.
Wie aus den Berichten der Funke–Zeitungen hervorgeht, geht das Finanzministerium zudem davon aus, dass die Rentenerhöhung zu einem Anstieg der Steuereinnahmen des Staates um 660 Millionen Euro führen wird. Allerdings haben die Rentenbezieher bereits durch die erfolgte Anpassung des Steuertarifs im Jahr 2023 im Rahmen der Entlastungspakete eine Verbesserung um fast zwei Milliarden Euro erfahren.
Rentenerhöhung kann Anstieg der Lebenshaltungskosten wohl nicht decken
Zum 1. Juli werden die gesetzlichen Renten von etwa 21 Millionen Ruheständlern deutlich erhöht: Im Westen beträgt der Anstieg 4,39 Prozent und im Osten 5,86 Prozent. Dennoch wird dies voraussichtlich nicht ausreichen, um den raschen Anstieg der Lebenshaltungskosten auszugleichen. Ökonomen prognostizieren für dieses Jahr eine Inflationsrate von etwa sechs Prozent.
(mit Material von afp)

