Die Bundesregierung hat eine Rentenerhöhung ab 1. Juli 2022 beschlossen. Auch Bundesrat und Bundestag haben die Erhöhung gebilligt, es steht also fest. Im Westen steigen die Renten um 5,35 Prozent, im Osten um 6,12 Prozent. Bis 2024 werden die Renten zwischen Ost und West angepasst, ab 1. Juli 2024 wird es zwischen den Bundesländern also keine Unterschiede mehr geben.
  • Wann wird die erhöhte Rente das erste Mal ausgezahlt?
  • Wer profitiert am meisten von der Rentenerhöhung?
  • Müssen Rentner durch die Erhöhung eine Steuererklärung abgeben?

Rente 2022: Wird die Rentenerhöhung am 1. Juli ausgezahlt?

Die Rentenerhöhung wurde zum 1. Juli 2022 beschlossen. Das bedeutet aber nicht, dass Rentnerinnen und Rentner den erhöhten Betrag zu diesem Datum auch erhalten. Wann genau die neue Rente auf dem Konto landet, wird im Rentenbescheid mitgeteilt. Die sogenannte Rentenanpassungsmitteilung wird zwischen dem 10. Juni und dem 27. Juli 2022 versendet. Darin werden folgende Details mitgeteilt:
  • Datum der Auszahlung
  • Höhe der neuen Auszahlung
  • Wie die Erhöhung der Rente berechnet wurde
Das Rentenplus wird der Rentenversicherung zufolge nicht allen Rentnerinnen und Rentnern zeitgleich überwiesen. Je nach Rentenbeginn wurde die erhöhte Rente erstmals bereits im Juni überwiesen oder wird jetzt im Juli ausgezahlt. Die Anpassung erfolgt wie immer automatisch.

Rente und Erwerbsminderung: Wer profitiert von der Erhöhung?

Verbesserungen gibt es insbesondere für Menschen mit krankheitsbedingter Berufsunfähigkeit. Wer schon seit längerer Zeit eine Erwerbsminderungsrente bezieht und von Reformen seit 2014 nicht profitieren konnte, wird bessergestellt. So erhalten künftig Rentnerinnen und Rentner, die von 2001 bis 2018 in Erwerbsminderungsrente gingen, Zuschläge. Insgesamt sollen von diesen Zuschlägen rund drei Millionen Rentnerinnen und Rentner profitieren. Diese Anpassung soll zum 1. Juli 2024 ausgezahlt werden, erklärt die Bundesregierung auf ihrer Webseite.

Rentenerhöhung wirkt sich auf steuerfreien Betrag aus

Rentnerinnen und Rentner sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, wenn der steuerpflichtige Teil ihrer jährlichen Einnahmen den Grundfreibetrag übersteigt. Zu diesen jährlichen Einnahmen zählt:
  • die gesetzliche Rente
  • weitere Renten wie die Witwen- oder Betriebsrente
  • andere Einkünfte z.B. aus Vermietung und Verpachtung
Für jeden neuen Rentnerjahrgang steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente, seit dem Jahr 2020 um jährlich einen Prozentpunkt. So bleiben für Rentnerinnen und Rentner, die in diesem Jahr in den Ruhestand gehen, nur noch 18 Prozent ihrer Rente steuerfrei - der Rest wird versteuert. Im Jahr 2040 werden alle Renten zu 100 Prozent versteuert. Deshalb müssen in den kommenden Jahren immer mehr Rentnerinnen und Rentner eine Steuererklärung abgeben. Trotz der aktuellen Erhöhung des Grundfreibetrags.
Kurz: Wer also in jüngster Zeit in Rente gegangen ist, für den ist der steuerpflichtige Anteil der Rente höher als für Personen, die früher in Rente gegangen sind - und das zu versteuernde Einkommen liegt bei gleicher Rente höher.