Rekord-Höchsttemperatur im Nordatlantik gemessen
: Experten warnen vor weiterem Anstieg im August

Laut der US-Ozeanografie- und Wetterbehörde NOAA war die Meeresoberfläche des Nordatlantik noch nie so warm wie im Juli 2023.
Von
David Hahn
Berlin
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Die Hitzerekorde machen auch vor der Wasserwelt nicht halt. Nach der Oberfläche des Mittelmeeres ist nach Angaben von Forschenden auch die des Nordatlantik so warm wie noch nie.

Clara Margais/dpa

Die US-Ozeanografie- und Wetterbehörde NOAA meldet, dass die Meeresoberfläche im Nordatlantik mit 24,9 Grad Celsius einen bisherigen Temperaturrekord erreicht hat. Fachleute erwarten einen weiteren Anstieg im Laufe des Augusts. Normalerweise erreicht der Nordatlantik nach Angaben der Behörde seine Höchsttemperatur dann Anfang September. Auch der bisherige Rekordwert von 24,89 Grad Celsius wurde im September 2022 verzeichnet. Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass der neue Rekord im Laufe des Jahres erneut überschritten wird. Der neue Höchstwert von 24,9 Grad Celsius liegt mehr als ein Grad über dem 30-jährigen klimatologischen Normalwert, der von 1982 bis 2011 berechnet wurde. Die Beobachtungen zeigen die anhaltenden Auswirkungen des globalen Klimawandels.

Wassertemperatur im Mittelmeer ebenfalls auf Rekordhoch

Auch das Mittelmeer zeigt ähnlich alarmierende Entwicklungen, wie Forscher des spanischen Instituts für Meereswissenschaften berichten. Hier wurde eine Rekordtemperatur von 28,7 Grad Celsius an der Wasseroberfläche gemessen. Die Situation ist beunruhigend, wie Karina von Schuckmann vom Forschungszentrum Mercator Ocean International gegenüber AFP betont: „Wir haben schon früher maritime Hitzewellen gesehen, aber die [jetzigen] sind sehr hartnäckig und breiten sich über eine große Fläche aus.“

Hitzewellen und Klimawandel setzen Trend zu extremen Wetterereignissen fort

Diese Entwicklungen stehen im Zusammenhang mit einer Reihe extremer Wetterereignisse und Rekorde im Juli 2023. Wissenschaftler hatten kürzlich mitgeteilt, dass dieser Monat höchstwahrscheinlich der heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen sein wird. In den ersten drei Wochen dieses Monats lagen die weltweiten Durchschnittstemperaturen bereits deutlich über den Werten der vergangenen Jahre, was auf Hitzewellen in vielen Regionen zurückzuführen ist.

Die zunehmenden Wetterextreme wie Hitzewellen sind ein klares Anzeichen für den anhaltenden globalen Klimawandel. Seit Beginn des industriellen Zeitalters hat sich die Erde bereits um etwa 1,2 Grad Celsius erwärmt. Das Pariser Klimaabkommen strebt eine Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad, an. Der derzeitige Trend lässt jedoch befürchten, dass die Erde auf eine Erwärmung von etwa vier Grad zusteuert, falls nicht entschiedenere Maßnahmen ergriffen werden.

(Mit Material von AFP)

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