Klimawandel - Prognose: So könnte das Leben 2050 in Deutschland aussehen

Weltweit kommt es aufgrund des Klimawandels vermehrt zu Dürren und Überschwemmungen. Welche weiteren Folgen des Klimawandels werden bis ins Jahr 2050 eintreten?
Armin Weigel/dpaIm Pariser Klimaabkommen verpflichteten sich fast alle Staaten der Erde dem Ziel, den menschengemachten globalen Temperaturanstieg durch den Treibhauseffekt auf 1,5 Grad zu begrenzen. Gerechnet wird hier vom Beginn der Industrialisierung bis zum Jahr 2100. Als vorindustriell wird der Mittelwert der Jahre 1850 bis 1900 verwendet. Dieses Ziel ist laut einem aktuellen Bericht des Weltklimarates (IPCC) gescheitert. Laut dem Bericht wird das Ziel, unter 1,5 Grad durch Menschen verursachte Erderwärmung zu bleiben, bereits in den 2030er-Jahren gerissen, wenn es nicht zu einer sofortigen drastischen Minderung der klimaschädlichen Treibhausgase kommt. Der rapide Anstieg der Temperaturen hat Folgen für die Erde und ihre Bewohnerinnen und Bewohner, die mit den Jahren immer spürbarer werden. Wie muss man sich das Leben 2050 vorstellen?
Heiße Sommer
Diese Konsequenz des Klimawandels liegt auf der Hand, doch die Folgen sollte man sich verbildlichen. In ihrem Buch „Deutschland 2050. Wie der Klimawandel unser Leben verändern wird“, prognostizieren die beiden Journalisten Nick Reimer und Toralf Staud, dass es 2050 in Deutschland zwischen 1,9 bis 2,3 Grad Celsius wärmer sein wird als 1881. Von 1971 bis 2000 gab es beispielsweise im Südwesten Deutschlands durchschnittlich an 30 Tagen Temperaturen von über 25 Grad Celcius. 2050 werden es bis zu 80 Tage sein, an den heißesten Tagen werden 45 Grad erreicht werden. In Stuttgart wird es an 70 Tagen heißer als 30 Grad Celsius sein, warnen Reimer und Staud. Städte werden Kälteräume einführen müssen und die Klimatisierung von Altenheimen wird notwendig werden.
Überschwemmungen und Veränderung der Landwirtschaft
Im Winter wird es 2050 in Deutschland vermutlich deutlich mehr regnen als sonst. Im Sommer deutlich weniger und wenn, dann als Starkregen mit Überschwemmungen, prognostizieren Reimer und Staud. Der durch die Dürrephasen ausgetrocknete Boden wird das Wasser jedoch nicht aufnehmen können. Die Folgen: Starke Überschwemmungen und Flutkatastrophen. Der Anstieg des Meeresspiegels könnte außerdem im schlimmsten Fall dazu führen, dass Landgebiete dauerhaft überschwemmt werden. Außerdem führe der Anstieg des Meeresspiegels dazu, dass das Grundwasser mit Salz infiltriert werde, was die Landwirtschaft extrem belaste, warnt der Klimaforscher Mojib Latif in einem Beitrag von NDR Doku.
Probleme bei der Wasserversorgung
Das Sinken des Grundwasserpegels gefährdet auch die Wasserversorgung und es kommt zu Konflikten um die Wassernutzung. „Der heutige Wasserverbrauch ist nicht aufrecht zu erhalten“, schreibt der Wissenschaftsautor Fred Pearce in seinem Buch „When the Rivers Run Dry“. Er betont, dass der Kampf ums Wasser sich zur „prägenden Krise des 21. Jahrhunderts“ entwickeln werde.
Ausbreitung von Krankheiten
Laut einer Studie der Universität Hawaii verstärkt der Klimawandel die Ausbreitung vieler Krankheitserreger. Ein Forscherteam kam in einer Übersichtsarbeit zu dem Schluss, dass 58 Prozent der von Krankheitserregern ausgelösten Leiden durch den Klimawandel verschlimmert werden können. Ursachen seien die Erwärmung an sich, aber auch aufgrund des Klimawandels vermehrt auftretende extreme Wetterphänomene wie Dürren, Überschwemmungen oder Hitzewellen.
Menschen auf der Flucht
In anderen Regionen der Welt werden die Veränderungen der Umwelt bis 2050 dazu führen, dass viele Menschen ihre Heimat verlieren.
Um die drei Milliarden Menschen werden in circa 25 Jahren in Weltregionen leben, die als verletzliche Hotspots der Erderhitzung eingestuft sind, warnten Wissenschaftler auf der Weltklimakonferenz in Ägypten im November 2022.
Besonders gefährdet seien Regionen in Mittelamerika, im Nahen Osten, Teilen Asiens sowie in Zentralafrika, Ostafrika und der Sahel-Region. Es kann dazu kommen, dass diese Regionen aufgrund von andauernder Dürre unbewohnbar werden. Viele Menschen werden aufgrund dieser Entwicklungen aus ihren Heimatländern fliehen, auch nach Deutschland.
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