Bis zu 50 Cent mehr könnte das Bier von drei beliebten Brauereien die Kundinnen und Kunden in der Kneipe ab Frühjahr 2022 kosten. Durch Ernsteausfälle, Inflation und den Rohstoffmangel steigen bereits 2021 die Preise für Lebensmittel wie Nudeln und Gemüse. Strom, Heizung und Sprit sind schon viel teurer geworden, die Preise für Bahntickets werden ebenso angehoben. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:
  • Für welche Produkte steigen die Preise?
  • Wann ist mit Preiserhöhungen zu rechnen?
  • Wie hoch sind die neuen Preise für den Verbraucher?

Preiserhöhung 2021: Welche Produkte sind betroffen?

Dass Preise steigen, ist nicht ungewöhnlich. Oft werden die höheren Kosten aber nicht an die Kundinnen und Kunden weitergegeben. Manchmal sind die Steigerungen aber so sprunghaft oder drastisch, dass es den Verbraucherinnen und Verbrauchern sofort im Geldbeutel auffällt – das beste Beispiel sind aktuell wohl die Preise für Diesel und Benzin. Von Preiserhöhungen sind einige Produkte auf dem deutschen Markt betroffen. Die wichtigsten werden hier aufgelistet.

Preiserhöhung Lebensmittel 2021: Eier, Obst, Gemüse, Kaffee & Co. werden teurer

Einige Lebensmittel werden teurer. Ob die höheren Preise an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben werden, ist aber noch unklar. Ist das der Fall, könnten diese Lebensmittel im Supermarkt bald teurer werden:
  • Nudeln könnten wegen Ernteausfällen um bis zu 30 Prozent teurer werden – so auch die Fertigpizza.
  • Obst und Gemüse wie Kürbisse oder auch Kartoffeln könnten wegen enttäuschenden Ernten teurer werden.
  • Auch die Preise für Kaffee, Milch und Schokolade könnten die Preise steigen.
  • Ein Ei wird vermutlich sechs Cent mehr kosten – durch das Verbot, männliche Küken zu schreddern.
Die Preiserhöhung bei den Backzutaten könnte sich auch an Kasse in der Bäckerei zeigen. Auch die Preise für Brot, Kuchen und andere Backwaren könnten als Folge davon steigen.

Bierpreise steigen 2021: Preiserhöhung in Gastronomie und Handel

Schlechte Nachrichten für Millionen Biertrinker: Pils, Export und Weizen werden voraussichtlich schon bald teurer. Gleich drei führende deutsche Brauereien – die Radeberger Gruppe, Krombacher und Veltins – wollen ihre Preise für die Gastronomie und den Handel im nächsten Frühjahr spürbar erhöhen, wie sie der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag bestätigten. Zuvor hatte der Branchendienst „GetränkeNews“ über die Pläne berichtet. Nach Schätzungen des Branchendienstes „GetränkeNews“ dürften die in Schreiben an die Abnehmer angekündigten Preiserhöhungen das Glas Bier in der Kneipe zwischen 30 und 50 Cent verteuern. Der Preis für einen Kasten Bier werde im Handel voraussichtlich um einen Euro steigen. Für die Branchenkenner ist absehbar, dass andere Brauereien dem Vorbild von Radeberger und Co. folgen werden. Erfahrungsgemäß trauten sich nach einer Preiserhöhung der großen Brauer auch die regionalen Brauer von Kölsch, Weißbier und Hellem aus der Deckung und zögen auf breiter Front nach. „Bier wird im Frühjahr 2022 flächendeckend teurer“, prognostizierten die Experten.

Bier von Radeberger, Veltins und Krombacher wird teurer – wieso und wann?

Deutschlands größte Brauereigruppe Radeberger begründete den Schritt mit Kostensteigerungen. „Neben massiven Umsatz- und Ertragsverlusten in den 18 Monaten der Pandemie fallen nun in allen Unternehmen weitere ganz massive Kostensteigerungen für Energie, Logistik, Leergut sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe an“, betonte eine Unternehmenssprecherin. Diese Kostenerhöhungen ließen sich nicht mehr über reine Effizienzsteigerungen ausgleichen. Daher müssten die Abgabepreise erhöht werden. Ein Veltins-Sprecher verwies darauf, dass allein im Energiebereich die Kosten in den vergangenen drei Jahren um über 150 Prozent gestiegen seien. „Das ist nicht mehr aufzufangen“, sagte er. Die geplante Preiserhöhung gelte deshalb für die Gastronomie ebenso wie für den Einzelhandel. Krombacher verwies darauf, dass die letzte große Preisanpassung immerhin drei Jahre zurückliege.
Die Bierliebhaber haben noch eine Schonfrist: Radeberger will erst im Februar mit den Preisanhebungen beginnen. Die Preise für den Einzelhandel sollen sogar erst im Mai steigen. Krombacher und Veltins wollen Anfang April an der Preisschraube drehen. Und es bleibt immer noch die Hoffnung, dass einige Brauereien angesichts des harten Wettbewerbs bei der Preiserhöhungswelle am Ende doch nicht mitziehen.

Bahntickets werden teurer: Preiserhöhung bei der Bahn im Dezember 2021

Bei der Deutschen Bahn müssen sich Kundinnen und Kunden ab dem 12. Dezember auf höhere Preise einstellen. Das Unternehmen teilte offiziell mit, dass die Preise durchschnittlich um fast 2 Prozent steigen werden. Während die Tickets zum Super-Sparpreis und Sparpreise mit 17,90 Euro/21,50 Euro gleich bleiben sollen, werden Flexpreis und Streckenzeitkarten 2,9 Prozent mehr kosten. Auch die Bahncard wird für Kundinnen und Kunden der Deutschen Bahn noch im Jahr 2021 um 2,9 Prozent teurer. Insgesamt handelt es sich bei der Preiserhöhung um durchschnittlich 1,9 Prozent um den höchsten Preisaufschlag seit fast zehn Jahren.

Strom, Heizung, Sprit: Preiserhöhung im Winter 2021

Schon seit Anfang des Jahres steigen die Energiepreise an. Einer der Gründe dafür könnte der Preis für Erdgas sein, der 2021 im Laufe des Jahres um mehr als 400 Prozent gestiegen ist. Sowohl zum Heizen als auch zur Stromerzeugung als fossiler Brennstoff wird Gas genutzt. An den Tankstellen waren die Preissteigerungen als erstes deutlich zu sehen. In Deutschland kosten Diesel und Benzin so viel wie nie – im Ausland ist Tanken teilweise deutlich günstiger:
Aber auch beim Heizen steigen die Preise für Verbraucherinnen und Verbraucher im Herbst und Winter in die Höhe. Je Haushalt kann mit bis zu 180 Euro mehr pro Jahr gerechnet werden. Beim Strom ist es etwas weniger. Hier müssen Haushalte vermutlich etwa 70 Euro mehr pro Jahr zahlen.