Cem Özdemir
: Der Politiker der Grünen im Proträt

Cem Özdemir ist eines der bekanntesten Parteimitglieder der Grünen. Seit 2021 ist er Bundeslandwirtschaftsminister, jetzt will er Ministerpräsident von Baden-Württemberg werden. Wir stellen Cem Özdemir im Porträt vor.
Von
Daniel Steiger
Berlin
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Cem Özdemir: ARCHIV - 23.03.2023, Schleswig-Holstein, Büsum: Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, verfolgt die Begrüßung zur Agrarministerkonferenz. Foto: Frank Molter/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Cem Özdemir im Porträt- Wer ist der Politiker der Grünen?

Frank Molter/dpa
  • Cem Özdemir, bekanntes Mitglied der Grünen, will Ministerpräsident von Baden-Württemberg werden.
  • Özdemir ist seit 2021 Bundeslandwirtschaftsminister.
  • Er wuchs als Kind türkischer Gastarbeiter in Bad Urach auf.
  • Özdemir trat mit 16 Jahren den Grünen bei und ist seitdem Vegetarier.
  • Er war u.a. Parteivorsitzender und im EU-Parlament.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Neben Robert Habeck und Annalena Baerbock ist Cem Özdemir eines der bekanntesten Gesichter der Grünen. Seit 2021 ist er in der Ampelkoalition Deutschlands Landwirtschaftsminister. Jetzt gibt es Berichte, dass Cem Özdemir Ministerpräsident von Baden-Württemberg werden möchte,  Doch was ist über den Politiker von Bündnis 90/die Grünen eigentlich bekannt?

  • Wer ist Cem Özdemir?
  • Wo kommt er her?
  • Wie tickt er privat?

Alle Infos zum bekannten Grünen-Politiker findet ihr in unserem Porträt.

Cem Özdemir: Kinder, Frau, Alter

  • Name: Cem Özdemir
  • Geburtstag: 21. Dezember 1965
  • Geburtsort: Bad Urach
  • Eltern: namentlich nicht bekannt
  • Geschwister: keine
  • Ausbildung: gelernter Erzieher, Studium der Sozialpädagogik
  • Beruf: früher Erzieher, heute Politiker
  • Ehe: Pia Maria Castro (2003 bis 2023)
  • Freundin: Flavia Zaka
  • Kinder: Tochter Mia (16), Sohn Vito (12)
  • Twitter:@cem_oezdemir
  • Instagram:cem.oezdemir
  • Website:www.oezdemir.de

Cem Özdemir: Kindheit, Eltern, Herkunft

Cem Özdemir wuchs in seiner Geburtsstadt Bad Urach auf, als einziges Kind von türkischen Gastarbeitern. Sein Vater stammt ursprünglich aus der türkischen Kleinstadt Pazar und kam 1963 nach Deutschland, wo er zunächst für eine Textilfabrik im Schwarzwald arbeitete. Seine Mutter kam ein Jahr später, 1964, nach Deutschland und hatte eine eigene Änderungsschneiderei.

Cem Özdemir ging zunächst auf die Realschule in Urach und entschied sich im Anschluss für die Ausbildung zum Erzieher in Reutlingen. Diese ging bis 1987. Danach entschied er sich, doch noch die Fachhochschulreife nachzuholen und ging dazu an die Fachoberschule in Nürtingen. Frisch von der Schulbank ging er dann an die Evangelische Fachhochschule für Sozialwesen in Reutlingen, die heutige Evangelische Hochschule Ludwigsburg. Dort blieb er seiner Fachrichtung treu und entschied sich für das Studium der Sozialpädagogik, das er 1994 abschloss. Während seiner Studienjahre arbeitete er in seinem erlernten Beruf als Erzieher in einem Jugendzentrum in Reutlingen. Abseits davon hat sich Cem Özdemir auch als freier Journalist versucht. Er jobbte beim Reutlinger General-Anzeiger und beim Lokalradio.

Cem Özdemir: Politik, die Grünen und Vegetarier

Im Alter von 16 Jahren trat Cem Özdemir den Grünen bei. Noch im selben Jahr beantragte er die deutsche Staatsbürgerschaft, erhielt sie aber erst nach Erreichen der Volljährigkeit. Seit seinem 17. Lebensjahr ist Cem Özdemir zudem vegetarisch.

Während seinem Studium – 1989 bis 1994 – war er im Grünen-Landesvorstand von Baden-Württemberg und engagierte sich in dem Themenfeld, was seiner eigenen Biografie nahe lag: der Migration. 1992 gründete er mit anderen Parteikollegen das Bündnis der neuen InländerInnen. Bei der Bundestagswahl 1994 und 1998 hat Cem Özdemir es geschafft, über die Landesliste in den Bundestag gewählt zu werden. Ab 1998 war er der innenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/die Grünen. Dieses Amt musste er aber 2002 unter anderem aufgrund eines angenommenen Privatkredits von einem PR-Berater abtreten.

Von diesem Rückschlag ließ Cem Özdemir sich aber nicht unterkriegen. Kurze Zeit später folgten weitere politische Stationen:

  • 2004-2009 Mitglied des Europäischen Parlaments der Fraktion Die Grünen/EFA
  • 2008 Parteivorsitz der Grünen
  • Seit 2013 Bundestagsabgeordneter
  • 2018 Vorsitzender im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur
  • Seit 2021 Bundeslandwirtschaftsminister

Cem Özdemir privat: Tochter, Ehefrau

Von 2003 bis 2023 war der Landwirtschaftsminister mit der argentinischen Journalistin Pia Maria Castro verheiratet. Die Argentinierin kam 2001 als Austauschschülerin nach Deutschland. Beide lernten sich dort auf einer Party kennen. Nur zwei Jahre später heirateten beide. 2006 kam die gemeinsame Tochter Mia auf die Welt. 2010 folgte Sohn Vito. Im Jahr 2023 ließ sich das Paar scheiden. Aktuell ist Cem Özdemir mit der kanadischen Juristin Flavia Zaka liiert.

Cem Özdemir und sein Fahrrad

Cem Özdemir zeigt sich in der Öffentlichkeit gerne umweltbewusst und steigt zu diesem Ziel vom Auto auf sein Fahrrad um. So erschien er beispielsweise zur Ernennung des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier mit dem Rad. In den sozialen Medien sammelt er mit diesen Auftritten viele Sympathiepunkte.

Cem Özdemir will Ministerpräsident werden

Nun will Cem Özdemir Ministerpräsident von Baden-Württemberg werden. Der Politiker wird seit Monaten als aussichtsreichster Kandidat für die Spitzenkandidatur der Grünen bei der nächsten Landtagswahl im Frühjahr 2026 gehandelt. Amtsinhaber Winfried Kretschmann (Grüne) wird bei der Wahl nicht mehr antreten. Nur Özdemir sei ähnlich bekannt wie Kretschmann, war aus der Partei in den vergangenen Monaten übereinstimmend zu hören gewesen. Zudem könne der Bundeslandwirtschaftsminister auf eine lange politische Erfahrung zurückgreifen und wird wie Kretschmann zum pragmatischen „Realo“-Flügel seiner Partei gezählt.

Der wohl aussichtsreichste Herausforderer Özdemirs dürfte der neue CDU-Landesvorsitzende und Fraktionsvorsitzende Manuel Hagel sein. Der 36-Jährige ist der neue starke Mann der CDU in Baden-Württemberg und löste Ende 2023 Landesinnenminister Thomas Strobl als Chef der Südwest-CDU ab. Er hat sich bisher allerdings noch nicht zur Spitzenkandidatur erklärt.

Die Landtagswahl im Frühjahr 2026, für die ein genauer Wahltermin noch nicht feststeht, dürfte für die Grünen eine große Herausforderung werden. In Meinungsumfragen lag die CDU im Südwesten zuletzt mit mehr als zehn Prozentpunkten Vorsprung deutlich vor den Grünen - auch bei der Europawahl musste die Ökopartei teils heftige Verluste in allen Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs hinnehmen.