MVG-Streik in München
: Verdi bestreikt am Freitag und Samstag den Nahverkehr

Am Freitag und Samstag wird erneut der Nahverkehr in München bestreikt. Was ist aktuell dazu bekannt?
Von
David Hahn
München
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Straßenbahn: ARCHIV - 26.01.2023, Bayern, München: Eine Straßenbahn fährt am frühen Morgen durch die Innenstadt. (zu dpa: «Viele Verkehrsverbünde erhöhen Fahrpreise zum 1. Januar») Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Verdi bestreikt die MVG am Freitag und Samstag in München.

Sven Hoppe/dpa

Fahrgäste in München müssen sich am Freitag und Samstag auf erhebliche Einschränkungen im Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat einen weiteren Warnstreik bei der MVG angekündigt, wodurch zahlreiche Verbindungen ausfallen werden.

München: Streik am Freitag und Samstag bei der MVG

Am Freitag und Samstag (27. und 28. Februar 2026) kommt es aufgrund eines von Verdi ausgerufenen zweitägigen Warnstreiks im Rahmen der Tarifverhandlungen TV-N Bayern zu massiven Einschränkungen im Münchner Nahverkehr. Die genauen Auswirkungen am Freitag und Samstag sind aktuell (24. Februar 2026, 10:40 Uhr) noch nicht bekannt gegeben. Beim letzten Streik waren U-Bahn, Tram und Busse bis Linie 199 betroffen. Die MVG empfahl, am Streiktag auf andere Verkehrsmittel auszuweichen, Fahrgemeinschaften zu bilden oder Homeoffice einzuplanen, wenn möglich.

Busse von privaten Busunternehmen, die für die MVG fahren, werden in der Regel nicht bestreikt. Es kann dabei allerdings zu Unregelmäßigkeiten kommen. Züge der Deutschen Bahn, wie S-Bahnen, Regionalbahnen (RB) und Regionalexpress (RE) sind nicht vom Streik betroffen und fahren wie gewohnt. Auch Regionalbusse verkehren weiterhin.

Aktuelle Informationen zum laufenden Betrieb stellt die MVG am Streiktag in der Regel über „Aktuelle Störungen“ auf mvg.de sowie über den Bereich „Störungen“ in der App MVGO bereit. Dort sind Live-Daten zu tatsächlich eingesetzten Fahrzeugen abrufbar und werden laufend aktualisiert.

Aktueller Streik 2026: Warum wird erneut gestreikt?

Die Forderungsliste der Gewerkschaft ist lang: Unter anderem enthält sie eine Erhöhung der Tarifgehälter um 668,75 Euro pro Monat sowie den Wechsel von einer 38,5-Stunden-Woche auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich.

Weitere Aspekte sind ein um 5 Prozentpunkte höherer Sonntagszuschlag von 30 Prozent, eine tarifliche Regelung für eine Mindestruhezeit von elf Stunden sowie für die Arbeitnehmer günstigere Regelungen dazu, was vor Fahrtbeginn und nach Fahrtende als Arbeitszeit angerechnet wird. Als Laufzeit strebt Verdi zwölf Monate an.

In Bayern findet der Tarifvertrag Nahverkehr laut Verdi in mehr als 20 Unternehmen Anwendung und regelt damit die Entgelte und Arbeitsbedingungen von rund 9.000 Beschäftigten.

Gegenseitige Vorwürfe

In der Verhandlungsrunde am 13. Februar war es nach Einschätzung von Verdi zu keiner Annäherung gekommen. Statt die Forderungen „als überzogen zurückzuweisen, sollten die Arbeitgeber/innen endlich den Druck erkennen, der finanziell und aufgrund der Arbeitsbedingungen auf den Beschäftigten lastet und Verhandlungen auf Augenhöhe mit uns führen“, fordert der stellvertretende Landesbezirksleiter von Verdi Bayern, Sinan Öztürk.

Der Kommunale Arbeitgeberverband hatte die Warnstreiks zuletzt kritisiert. Die Forderungen der Gewerkschaft seien nicht erfüllbar. „Daran können auch die derzeitigen Streiks nichts ändern. Sie belasten daher die Bevölkerung zu Unrecht“, teilte der Verband vergangene Woche mit. Zudem würden die Kostensteigerungen durch höhere Löhne „zwangsläufig zu höheren Fahrpreisen und einer Reduzierung des Verkehrsangebots führen“.

Mit Material der dpa