Am Münchener Gärtnerplatz, einem beliebten Treffpunkt für Nachtschwärmer in der bayerischen Landeshauptstadt, ist am frühen Samstagmorgen offenbar eine Polizeikontrolle eskaliert. Das berichtet bild.de am Samstagmittag.
Demnach sei die Situation am Gärtnerplatz gegen 1.23 Uhr außer Kontrolle geraten. Das hat sich dem Bericht der Bild zufolge ereignet: Ein Mann soll sich gegen eine Ausweiskontrolle gewehrt haben, es kam zum Gerangel mit zwei Beamten, die ihn zu einem Streifenwagen bringen wollten. Bekannte des Mannes wollten das verhindern, gingen dazwischen. Weitere Polizisten kamen ihren Kollegen zu Hilfe und setzten Schlagstöcke ein.
Erst als Verstärkung eintraf, soll die Polizei dem Bericht nach die Situation unter Kontrolle gebracht haebn. Mehr als 20 Streifen sollen m Einsatz gewesen sein.

Corona in München: Steigende Fallzahlen und Diskussionen um schärfere Regeln

Der Vorfall ereignet sich zu einem Zeitpunkt, da es in München angesichts steigender Corona-Fallzahlen eine Diskussion rund um schärfere Regeln wie Alkoholverbote und Abstandsregeln gibt.
Gerade der Gärtnerplatz soll dabei immer wieder im Fokus stehen. Wie die Münchener „tz“ berichtet, sollen hier immer wieder vor allem jüngere Menschen zum Feiern zusammenkommen. Immer wieder sollen Nachbarn die Polizei rufen.

Kontrolle am Münchener Gärtnerplatz: Fünf verletzte Polizisten

Ein 26-Jähriger sei dabei am Gärtnerplatz mit einem Schlagstock von einem Polizisten verletzt worden, teilte die Behörde am Samstag mit. Fünf Beamte wurden leicht verletzt, vier Männer wurden vorübergehend festgenommen. An dem Platz, der für Feiern berühmt-berüchtigt ist, seien am späten Freitagabend zeitweise bis zu 300 Menschen gewesen. Als die Ermittler wegen Ruhestörung gerufen wurde und einen 20 Jahre alten Mann aufforderten, die Musik abzustellen, weigerte der sich nach Darstellung der Polizei. Andere solidarisierten sich demnach mit diesem.
„Als mehrere Personen die Polizeibeamten immer mehr bedrängten und angriffen, wurde versucht, die Situation auch mit Hilfe des Einsatzstocks zu beruhigen“, erklärte die Polizei. In der „unübersichtlichen Situation“ traf der Stock dann einen 26-Jährigen im Gesicht. Dabei wurde er an der Lippe verletzt, er musste ärztlich behandelt werden. Das Landeskriminalamt ermittle nun gegen einen Polizisten wegen des Schlagstock-Einsatzes, sagte ein Sprecher der Polizei.

Alkoholverbot in München unverhältnismäßig

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das nächtliche Alkoholverbot der Stadt München für den öffentlichen Raum für unverhältnismäßig erklärt. Die Richter wiesen am Dienstag die Beschwerde der Landeshauptstadt zurück und bestätigten eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts. Dieses hatte am Freitag einem Eilantrag eines Mannes stattgegeben, der gegen das Verbot geklagt hatte.
Zwar sei das Verbot des Alkoholkonsums im öffentlichen Raum ein geeignetes Mittel, um der Verbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken, teilte der Verwaltungsgerichtshof mit. Ein Verbot, das sich auf das gesamte Stadtgebiet erstreckt, sei jedoch unverhältnismäßig. Das Verwaltungsgericht sei demnach zu Recht davon ausgegangen, dass es ausreiche, wenn der Alkoholkonsum auf einzelnen, stark frequentierten Plätzen verboten ist.
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ließ daraufhin mitteilen, dass die Verbote nicht mehr stadtweit gelten werden, sondern nur an klar benannten Hotspots wie dem Gärtnerplatz oder den Isarauen. „Ich habe die Stadtverwaltung bereits beauftragt, eine neue Allgemeinverfügung zu verfassen, die alle Maßgaben der richterlichen Entscheidung berücksichtigt und so bald wie möglich veröffentlicht wird“, sagte er laut Mitteilung.