Mit Tempo 300 durch ganz Europa
: So wird das Bahnfahren in der Zukunft – DB stellt Pläne für Europa vor

Mit 300km/h durch Europa auf Hochgeschwindigkeitsstrecken, welche die Metropolen verbinden. So sieht die Zukunft des Bahnfahrens der DB nach aus.
Von
David Hahn
Berlin
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Die Deutsche Bahn stellt mit ihren europäischen Partnern die Pläne für den europäischen Personenverkehr der Zukunft vor.

Martin Schutt/dpa

Die Deutsche Bahn plant einen weiteren Streckenausbau: Ein Vorschlag für das „Metropolitan Network“ zielt auf die Anbindung von zwei Dritteln der Europäer:innen bis 2050 ab, um die Ziele des „Green Deal“ der Europäischen Union im Verkehrssektor zu erreichen.

Verdreifachung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs in Europa bis 2050

Ein von der Deutschen Bahn (DB) in Zusammenarbeit mit europäischen Partnerbahnen erstellter Bericht präsentiert einen Vorschlag zur Erweiterung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs (HGV) in Europa. Das „Metropolitan Network“ beinhaltet die konkrete Erweiterung von schnellen Personenzugstrecken auf dem gesamten Kontinent sowie die Simulation des damit verbundenen umweltfreundlichen Schienenverkehrs. Der Bericht basiert auf dem „Green Deal“ der EU-Kommission, der eine Verdoppelung des europäischen HGV bis 2030 und eine Verdreifachung bis 2050 vorsieht, um einen bedeutenden Beitrag zur CO₂-Reduktion im Transportsektor zu leisten. Die Experten haben analysiert, wie ein solches „Green Deal“-Netzwerk gestaltet sein muss, um die Ziele der EU zu erreichen.

Metropolen und große Städte im Stundentakt bereisen

Laut Michael Peterson, Vorstand Personenfernverkehr der DB, ist eine Verdreifachung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs in Europa möglich. Wenn die entsprechende Infrastruktur vorhanden ist, würden Millionen von Menschen auf dem Kontinent von attraktiven Verbindungen und kürzeren Reisezeiten profitieren. Alle 230 Metropolregionen und großen Städte in Europa sollen mindestens im Stundentakt an den HGV angebunden werden. Als Metropolregionen werden Agglomerationen mit mehr als 250.000 Einwohner:innen definiert. Rund 60 Prozent der Europäer:innen leben in den Metropolregionen und hätten somit direkten Zugang zum HGV, auch in Regionen, in denen bisher kein schneller Bahnverkehr existiert. Insbesondere die Länder in Mittel-, West- und insbesondere Süd- und Osteuropa würden davon stark profitieren. Berechnungen und Simulationen zeigen attraktive Reisezeiten auf neuen Strecken und über neue Verkehrsknotenpunkte auf der Schiene.

Europaweit mehr als 21 000 Kilometer zusätzliches Schienennetz

Die Schlüsselkomponente liegt in der Infrastruktur: Europaweit müssen insgesamt 21.000 Kilometer Schienennetz neu- und ausgebaut werden. Die für den HGV vorgesehenen Strecken würden sich von derzeit etwa 11.300 Kilometern (Stand 2019, Eurostat) bis 2050 auf knapp 32.000 Kilometer nahezu verdreifachen. Das Netz soll Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h ermöglichen.

In Deutschland würde der Streckenausbau, einschließlich der bereits im Bau befindlichen und geplanten Trassen, zu einer Erweiterung der Hochgeschwindigkeitsinfrastruktur auf über 6.000 Kilometer führen. Auch Polen würde von dem Ausbau profitieren, indem es sein derzeitiges Schienennetz von 224 Kilometern um mehr als das Zehnfache auf 2.760 Kilometer erweitern könnte.

Zusätzliche finanzielle Mittel benötigt

Um den „Green Deal“ erfolgreich umzusetzen, sind erhebliche zusätzliche Investitionen seitens der EU und ihrer Mitgliedsländer erforderlich. Die beteiligten Eisenbahnen planen, im kommenden Herbst mit der Politik in einen Austausch über diese Investitionen und den Ausbau des Schienennetzes zu treten. Die derzeit geplanten oder im Bau befindlichen Infrastrukturmaßnahmen reichen nicht aus, um eine Verdoppelung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs bis 2030 zu erreichen.

Karte zeigt die Regionen, die vom schnellen Bahnnetz profitieren sollen

Im Rahmen der genannten Studie ist auch eine Karte entstanden. Diese zeigt die Regionen, die an das Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn angeschlossen werden sollen. Hier gibt es die Karte als Download per PDF.

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