Gute Nachrichten für Arbeitnehmer in Deutschland. Der Mindestlohn soll im Jahr 2022 um mehrere Euro steigen. Über das entsprechende Gesetz hat der Bundestag am Freitag, 03.06.2022, abgestimmt. Das Gesetz der Bundesregierung wurde mit den Stimmen der Ampel-Fraktionen sowie der Linken angenommen, die Union und die AfD enthielten sich.
  • Um wieviele Euro steigt der Mindestlohn im Jahr 2022?
  • Wann steigt der Mindestlohn?
  • Gibt es Kritik an der Steigerung des Mindestlohns?
  • Wie hoch ist der Mindestlohn aktuell?
  • Wie hat sich der Mindestlohn in der Vergangenheit entwickelt?
  • Wie steht der Mindestlohn in Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern da?

Wann und um wieviele Euro steigt der Mindestlohn im Jahr 2022?

Die Steigerung des Mindestlohns im Jahr 2022 ist in zwei Schritten geplant. Zum 1. Juli 2022 wird der Mindestlohn auf 10,45 Euro pro Stunde steigen. Eine zweite Steigerung soll es dann zum 1. Oktober 2022 geben. Dann beträgt der geplante Mindeststundenlohn in Deutschland 12 Euro. Die nächste Erhöhungsstufe ist für 1. Januar 2024 vorgesehen.

Wie hoch ist der Mindestlohn aktuell?

Aktuell beträgt der Mindestlohn in Deutschland 9,82 Euro pro Stunde. Die letzte Steigerung liegt erst wenige Monate zurück. Die Anpassung wurde am 1. Januar 2022 vorgenommen. Vorher lag der Mindestlohn bei 9,60 Euro.

Wie hat sich der Mindestlohn in der Vergangenheit entwickelt?

Einen gesetzlichen Mindestlohn gibt es in Deutschland seit dem 1. Januar 2015. Damals betrug er 8,50 Euro pro Stunde. Seitdem wurde er in mehreren Schritten leicht erhöht. So seht die Entwicklung des Mindestlohns in Deutschland aus:
  • 1.1.2015: 8,50 Euro
  • 1.1.2017: 8,84 Euro
  • 1.1.2019: 9,19 Euro
  • 1.1.2020: 9,35 Euro
  • 1.1.2021: 9,50 Euro
  • 1.7.2021: 9,60 Euro
  • 1.1.2022: 9,82 Euro
  • 1.7.2022: 10,45 Euro
  • 1.10.2022: 12,00 Euro

Gibt es Kritik an der Steigerung des Mindestlohns?

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat ihre Forderung nach Nachbesserungen bei der geplanten Mindestlohnerhöhung bekräftigt. „Wir glauben, dass der jetzige Gesetzgebungsvorschlag nicht nur politisch, sondern auch rechtlich ausgesprochen fragwürdig ist“, sagte BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter am Dienstag in Berlin. Eine Klage gegen das Gesetz hält sich die BDA weiter offen. Sie lehnt staatliche Lohnfestsetzung ab.
Kampeter sagte, die Kritik der BDA richte sich nicht gegen eine bestimmte Lohnhöhe. Vielmehr gehe es darum, dass man glaube, dass der Bundestag hierfür „die kompetentere Organisation“ sei. Bisher werden die Erhöhungen des Mindestlohns von der Mindestlohnkommission bestimmt, in der Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter miteinander verhandeln. „Wir werden im Anschluss an das Gesetzgebungsverfahren entscheiden, ob wir weitere rechtliche Schritte (…) vornehmen werden“, kündigte Kampeter an. Er hoffe darauf, dass das Gesetz noch geändert werde. Basis für ein mögliches rechtliches Vorgehen sollen laut Kampeter von der BDA in Auftrag gegebene rechtliche Gutachten sein.

Mindestlohn in Deutschland im Vergleich

Wie steht der Mindestlohn in Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern da? Auch in anderen Ländern gibt es nämlich einen gesetzlich festgeschriebenen Mindestlohn. Der Statistikdienst statista.de hat erst im Februar 2022 mehrere europäische Länder miteinander verglichen. Und das sind die Mindestlöhne pro Stunde in Ländern der Europäischen Union:
  • Luxemburg: 13.05 Euro
  • Niederlande: 10,58 Euro
  • Frankreich: 10,57 Euro
  • Irland: 10,50 Euro
  • Belgien: 10,25 Euro
  • Deutschland: 9,82 Euro
  • Slowenien: 6,21 Euro
  • Spanien: 6,06 Euro
  • Malta: 4,57 Euro
  • Litauen: 4,47 Euro
  • Portugal: 4,25 Euro
  • Estland: 3,86 Euro
  • Griechenland: 3,83 Euro
  • Polen: 3,81 Euro
  • Tschechien: 3,76 Euro
  • Slowakei: 3,71 Euro
  • Kroatien: 3,60 Euro
  • Ungarn: 3,21 Euro
  • Rumänien: 3,10 Euro
  • Lettland: 2,96 Euro
  • Bulgarien: 2,00 Euro