Was wird heute in Lützerath passieren? Diese Frage besorgt aktuell viele Bürgerinnen und Bürger. Die Klimademonstranten, die das Dorf Lützerath besetzen, stehen der Polizei gegenüber, die den Auftrag hat, das Gebiet zu räumen. Der Energiekonzern RWE will den neben Lützerath benachbarten Tagebau Garzweiler ausdehnen und die unter dem Ort liegende Kohle abbauen, wozu das von den früheren Bewohnerinnen und Bewohnern verlassene Dorf abgerissen werden muss.
Das kleine Dorf ist in den vergangenen Wochen und Monaten zu einem Symbol geworden: Klimaschützer auf der einen Seite, die Energiekonzerne auf der anderen. Es ist auch ein Symbol für die gescheiterte 1,5-Grad-Politik der Regierung geworden.

Lützerath aktuell: Live-Berichterstattung aus ganz Deutschland

Ganz Deutschland schaut jetzt auf das kleine Dorf, das vor kurzem nur wenigen eine Begriff gewesen wäre. Fast alle Medien begleiten die Räumung, es gibt mehrere Livestreams, die das Geschehen aufzeichnen. Hier geht‘s zu allen Infos über die Live-Berichterstattung aus Lützerath.

Räumung hat begonnen: Hundertschaften, Pferde, Wasserwerfer im Einsatz

Die Räumung des Ortes in Lützerath hat begonnen. Zuvor hatte die Polizei den Ort umzingelt und Barrikaden abgebaut. Es waren Hundertschaften, Polizeipferde, Wasserwerfer aus ganz Deutschland vor Ort, um die Besetzer wegzuräumen. Die Klimaschützer wehren sich mit aller Kraft gegen die Räumung. Es kam schon zu Rangeleien, so ein Reporter der dpa vor Ort.

Lützerath Tripod: Was hat es damit auf sich?

Seit Tagen ist die Rede vom Lützerather Tripod, das von den Demonstranten genutzt wird. Dabei handelt es sich um große hölzerne Dreiecke, in denen die Demonstranten sich einhängen. Das bietet zum einen eine gute Sicht auf die Lage, zum anderen dienen die Tripods als weitere Barrikaden. Außerdem kommen die Polizisten schwerer an die Aktivisten heran.
Ein Aktivist sitzt auf einem sogenannten Tripod in der Ortsschaft Lützerath.
Ein Aktivist sitzt auf einem sogenannten Tripod in der Ortsschaft Lützerath.
© Foto: Federico Gambarini/dpa

Der Tagebau von Garzweiler: Das sind die Pläne für Lützerath

Das Dorf Lützerath ist in unmittelbarer Nähe vom Tagebau Garzweiler, das dem Energiekonzern RWE gehört. Dort wird seit Jahrzehnten Braunkohle abgebaut. Das Gebiet umfasst 35 km2 , jährlich werden dort rund 25 Millionen Tonnen abgebaut. Unter Lützerath befindet sich weitere Braunkohle, die RWE zur Energiesicherung in der Krise nutzen will. Regierung und Konzern sagen, dass die Kohle zur Stromgewinnung benötigt wird, um einen Engpass zu vermeiden. Allerdings gibt es auch Studien, die zeigen, dass die dort befindliche Kohle nicht in der Energiekrise gebraucht wird. Gegner der Räumung von Lützerath behaupten, RWE und Regierung hätten Lützerath geopfert und im Gegenzug eine Vereinbarung zum vorzeitigen Kohleausstieg bis 2030 erhalten. Nach Angaben von RWE erhält der Konzern keine Entschädigung für den beschleunigten Kohleausstieg.