• Leuchtende Nachtwolken sind selten zu sehen.
  • Mit etwas Glück kann man bis Ende Juli Leuchtende Nachtwolken am Nordhorizont beobachten.
  • Was sich hinter dem Phänomen verbirgt, wie es entsteht und wann man sie am besten beobachten kann im Überblick
In den kommenden Wochen kann man in wolkenfreien Nächten mit etwas Glück ein ganz besonderes Himmelsspektakel bestaunen: Hell schimmernde, feinste Wolkenschleier erleuchten bis etwa Mitternacht und dann wieder ab etwa 3 Uhr morgens den Nordhimmel. Was es mit diesem Phänomen auf sich hat, erklärt Björn Goldhausen, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.

Was sind Leuchtende Nachtwolken?

Wolken entstehen normalerweise nur in den untersten Schichten der Atmosphäre bis in eine Höhe von etwa 13 km. Im Sommer jedoch können bei entsprechenden Bedingungen Leuchtende Nachtwolken beobachtet werden, die in der Mesosphäre in einer Höhe von etwa 81 bis 85 km entstehen. Sie bestehen aus kleinsten Eiskristallen und sind so dünn und transparent, dass sie tagsüber unsichtbar sind, sagt Goldhausen.

Wie entstehen Leuchtende Nachtwolken?

Wie die Leuchtenden Nachtwolken entstehen ist bis heute nicht vollkommen geklärt, so der Pressesprecher von WetterOnline. Zu ihrem Entstehen benötigt es Feuchtigkeit, Staubteilchen und extreme Temperaturen von weniger als minus 120 Grad. Staubpartikel dienen als Kondensationskerne. Sie sind winzige Reste von in der Erdatmosphäre verglühten Meteoren oder feinste Rückstände gewaltiger Vulkanausbrüche. Im Gegensatz zu erdnahen Luftschichten heizt sich die Mesosphäre im Sommer nicht auf, sondern kühlt im Gegenteil sogar stark ab. Daher wird die für die Entstehung der Leuchtenden Nachtwolken benötigte extrem niedrige Temperatur nur im Hochsommer erreicht. Leuchtende Nachtwolken sind deshalb ausschließlich rund um die Sommersonnenwende im Juni und Juli zu beobachten.

Wo entstehen Leuchtende Nachtwolken?

Leuchtende Nachtwolken bilden sich meist über polaren Regionen, weil dort die Mesosphäre am kältesten ist. Dort sind sie allerdings nicht zu beobachten, da die Sonne in den nördlichen Breiten im Sommer nicht untergeht. Es ist dann schlicht zu hell und die Leuchtenden Nachtwolken bleiben unsichtbar.

Warum leuchten die Wolken?

„Damit Leuchtende Nachtwolken sichtbar werden, muss es einerseits dunkel genug sein, anderseits muss Sonnenlicht noch die Eiskristalle in großer Höhe erreichen. Diese Bedingungen sind gegeben, wenn die Sonne nachts mindestens 6 Grad und maximal 16 Grad unter dem Horizont steht, also kurz nach Sonnenuntergang oder kurz vor Sonnenaufgang. Nur dann wird das Licht der Sonne von den Leuchtenden Nachtwolken noch reflektiert,“ erklärt Björn Goldhausen.
Im Juni und Juli kann man Leuchtende Nachtwolken beobachten.
Im Juni und Juli kann man Leuchtende Nachtwolken beobachten.
© Foto: Quelle: WetterOnline

Die beste Zeit Leuchtende Nachtwolken zu beobachten

Leuchtende Nachtwolken sind vorwiegend nur zwischen dem 47. und 60. Breitengrad sichtbar, das entspricht etwa der Lage von München im Süden und Oslo im Norden. Je näher der Beobachter an einem Ort, der am 60. Breitengrad liegt, desto größer sind die Chancen NLC zu beobachten. Außerdem muss die Sonne bereits untergegangen sein, damit sie die Wolken über dem Horizont von unten anstrahlen kann.
Die meisten Sichtungen in Mitteleuropa gibt es von Anfang Juni bis Mitte Juli (also in den Monaten um die Sommersonnenwende) in der Dämmerung Richtung Norden. Bei uns erreichen sie eine Höhe von etwa 20° über dem nordwestlichen bis nordöstlichen Horizont. In Ausnahmefällen breiten sie sich aber auch in unseren Breiten bis in Zenitnähe aus.