Flughafen Hamburg und Düsseldorf: Klimakleber kleben sich auf Rollbahn fest – weitere Streichungen und Verzögerungen möglich

Hamburg: Klimaaktivisten kleben auf einem Rollfeld des Hamburger Flughafens, im Vordergrund wird eine Maschine von Eurowings umgeparkt. Eine Gruppe von Klimaaktivisten sind bei einer Aktion auf das Rollfeld des Hamburger Flughafens gelangt und haben sich an zwei Orten festgeklebt.
Bodo Marks/dpaAm Donnerstagmorgen haben Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ die Flughäfen in Düsseldorf und Hamburg blockiert. Laut den Flughafenbetreibern wurde in Düsseldorf der Flugverkehr gestört und in Hamburg aus Sicherheitsgründen sogar eingestellt. Jetzt rollt der Flugverkehr wieder an.
Aktivisten durchtrennen Zaun, eine Festnahme
Die Aktivisten gaben an, dass sie an beiden Flughäfen Zäune durchtrennt haben, um auf das Vorfeld zu gelangen und sich auf den Rollfeldern festzukleben. In Hamburg wurde ein Aktivist laut Bundespolizei in Gewahrsam genommen.

Düsseldorf: Sicherheitspersonal und Polizisten stehen auf dem Flugfeld und versuchen Aktivisten der Gruppe Letzte Generation vom Asphalt zu lösen, nachdem sie sich festgeklebt haben.
David Young/dpaFlughafen Hamburg: weitere Flugstreichungen und Verspätungen möglich
Laut einer offiziellen Mitteilung des Flughafens Hamburg wurde der Flugbetrieb wieder aufgenommen. Zuvor war der Flugverkehr am Donnerstagmorgen um 6.10 Uhr vorübergehend eingestellt worden. Um 9.50 Uhr konnte der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden. Die zentrale Sicherheitskontrolle sowie die Check-in-Schalter in den Terminals sind nun wieder geöffnet. Es wurden 17 Ankünfte und 19 Abflüge gestrichen. Darüber hinaus wurden zehn ankommende Flugzeuge zu anderen Flughäfen umgeleitet.
Der Flughafen weist darauf hin, dass es im Laufe des Tages zu weiteren Flugstreichungen und Verzögerungen kommen kann. Ursprünglich waren am ersten Ferientag in Hamburg 50.000 Passagiere und 330 Starts und Landungen am Flughafen erwartet worden.
Flugbahnen in Düsseldorf wieder frei
Nachdem die „Letzte Generation“ am Düsseldorfer Flughafen protestiert hatte, sind die Flugbahnen jetzt wieder frei. Eine Polizeisprecherin teilte am Donnerstag mit, dass es der Polizei gelungen sei, alle festgeklebten Aktivistinnen und Aktivisten vom Rollfeld zu entfernen. Dennoch müssen Passagiere auch in den kommenden Stunden mit Verzögerungen rechnen, erklärte eine Sprecherin des Flughafens.
Gegen 6:00 Uhr gelangten sieben Mitglieder der „Letzten Generation“ auf das Flughafengelände und klebten sich dort fest. Dies führte zur Umleitung und Verspätung mehrerer Flüge.
„Letzte Generation“: Nutzung fossiler Brennstoffe bis 2030 beenden
Die Klimaaktivisten kritisieren eine kontinuierliche Zunahme der Flugpassagierzahlen und der damit verbundenen Emissionen im Luftfahrtsektor. „Statt einen konkreten Plan vorzulegen, wie dies verhindert und das gesetzlich geforderte Emissions-Reduktions-Ziel erreicht werden kann, setzt das Verkehrsministerium auf 'Technologieoffenheit'“, erklärte die „Letzte Generation“.Die „Letzte Generation“ erklärte, dass ein Gesellschaftsrat eingesetzt werden solle, um festzustellen, wie die Nutzung fossiler Brennstoffe bis 2030 beendet werden kann.
Aktion gegen Planlosigkeit der Regierung
Die Aktivisten in Hamburg gaben an, dass ihre Aktion zu Beginn der Sommerferien in dem Bundesland ein Protest gegen die Planlosigkeit und den Gesetzesbruch der Regierung in der Klimakrise sei. Sie kritisieren, dass die Regierungen den Flugverkehr mit Milliardensummen subventionieren und bezeichnen dies als einen „bedeutenden Brandbeschleuniger der Katastrophe“.
(mit Material von epd und dpa)

