• Trotz hoher Corona-Inzidenzen ist am Donnerstag um 11.11 Uhr die neue Karnevalssaison mit Tausenden Feiernden eröffnet worden.
  • In Köln, wo der elfte Elfte traditionell besonders groß begangen wird, war der Andrang enorm.
  • Welche Veranstaltungen sind trotz Corona möglich?
  • Was müssen Teilnehmer und Zuschauer beachten?
Am Donnerstag 11.11.2021 um 11:11 Uhr war es wieder soweit – die närrische Zeit beginnt. In Karnevals- und Fastnachts-Hochburgen wie Köln, Düsseldorf oder Mainz herrscht an diesem Tag Ausnahmezustand. Doch wie ist es dieses Jahr, mitten in der Corona-Pandemie? Finden die meisten Veranstaltungen statt oder fällt wie 2020 fast alles aus? Hier findet ihr einen Überblick über den Start in die Karnevals-Saison 2021/22.

Karneval in Köln 2021: Der „Prinz“ hat sich mit Corona infiziert – das hat Folgen

Einen Tag vor der Eröffnung der neuen Session ist der designierte Kölner Karnevals-Prinz positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der doppelt geimpfte Sven Oleff habe keinerlei Symptome und fühle sich den Umständen entsprechend gut, teilte das Kölner Festkomitee am Mittwoch mit.
Bei den beiden anderen Mitgliedern des Dreigestirns sei der Test negativ ausgefallen. Dennoch sei entschieden worden, sicherheitshalber für die nächsten Tage alle öffentlichen Auftritte nicht nur des designierten Prinzen, sondern des gesamten Dreigestirns auszusetzen. "Ich muss nicht betonen, wie traurig ich bin, nicht mit den kölschen Jecken in die Session starten zu können", erklärte Oleff. "Aber Sicherheit geht vor - auch und gerade im Karneval."
„Wegen seiner vielen Auftritte trägt das Dreigestirn eine besondere Verantwortung, die über rechtliche Vorgaben hinausgeht“, teilte Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, mit. „Deswegen war für die Drei sofort klar: Wir bleiben allen karnevalistischen Aktivitäten fern, bis die Situation durch erneute Tests geklärt oder die mögliche Erkrankung überstanden ist.“

Karneval Köln 2021: 2G-Regel in den Kneipen und strenge Kontrollen – die aktuellen Corona-Regeln

Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen wurde in den Karnevalshochburgen am Donnerstag (11.11 Uhr) die neue Session unter strengen Auflagen eingeläutet. In Köln gilt am Wochenende eine 2G-Regelung für Karnevalsveranstaltungen in Kneipen und Gastronomie sowie in bestimmten Bereichen der Domstadt. Ordnungsamt und Polizei kündigten verschärfte Kontrollen an.

Termine, Start, Regeln am 11.11.21 – alle Infos zum Beginn des Karnevals in Köln

Der Kölner Karneval beginnt am Donnerstag, den 11.11.2021, traditionell um 11:11 Uhr. An diesem Tag gilt an vielen Orten in der Stadt die 2G-Regel, zum Beispiel auf Karnevals-Veranstaltungen und in den Kneipen. Auf der Website der Stadt Köln findet ihr eine Übersicht über das Programm des Kölner Karnevals.

Kölner Oberbürgermeisterin Reker verteidigt Karnevalsauftakt

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat den Karnevalsauftakt trotz hoher Corona-Inzidenzen verteidigt. „Was wäre denn, wenn wir gesagt hätten: Wir machen das wie im vorigen Jahr, es wird kein Karneval gefeiert“, sagte die parteilose Politikerin am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. „Ich bin der festen Überzeugung, das wäre uns in diesem Jahr nicht gelungen.“
Henriette Reker (parteilos), Oberbürgermeisterin von Köln, steht beim Auftakt der Karnevalssession 2021 auf dem Heumarkt in Köln auf der Bühne.
Henriette Reker (parteilos), Oberbürgermeisterin von Köln, steht beim Auftakt der Karnevalssession 2021 auf dem Heumarkt in Köln auf der Bühne.
© Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Es gebe sehr viele Menschen, die sich den 11.11. nicht mehr einfach verbieten lassen würden, weil er in Köln zum Brauchtum mit dazu gehöre. „Ich glaube, das werden sie sich einfach nicht mehr gefallen lassen“, sagte Reker. „Ich glaube auch, dass ein vollständiges Verbot nicht mehr rechtlich möglich gewesen wäre.“
Die Situation sei jetzt ganz anders als vor einem Jahr, als der Karneval zum 11.11. tatsächlich abgesagt worden sei. Mittlerweile gebe es eine Vielzahl von Geimpften, sagte Reker. Sie verwies darauf, dass in allen abgesperrten Feierzonen 2G gelte, dass dort also nur Geimpfte und Genesene zugelassen würden. Es habe eine genaue Einlasskontrolle gegeben. „Der Andrang ist groß, aber beherrschbar“, sagte ein Sprecher der Stadt Köln. „Es ist Druck auf den Schleusen.“ Am Nachmittag war die Zone rund um die Zülpicher Straße voll. Vereinzelt seien Personen dort unkontrolliert in den abgesperrten Bereich gelangt, sagte ein Polizeisprecher. Ein Randalierer und ein Exhibitionist seien in Gewahrsam genommen worden.

Karneval und Fastnacht 2021 auch in Düsseldorf und Mainz

Auch in Düsseldorf erwachte der Hoppeditz am Elften im Elften nur vor einem Publikum aus Geimpften und Genesenen. In Mainz begehen die Narren den Beginn der Fastnacht traditionell auf dem Schillerplatz. Erstmals kostete die Teilnahme an der Party jedoch Eintritt und ist nur für Geimpfte und Genesene möglich.

Maske, PCR-Test, Schnelltest, 2G oder 3G – Regeln für den Karneval am 11.11.

Das Land NRW hat kurz vor dem Start der Karnevalssession am 11.11. die Coronaschutz-Verordnung verändert und erlaubt nun unter anderem ausdrücklich Schunkeln ohne Maske. Wer drinnen an einer Karnevalsparty teilnehmen will, muss - wenn er nicht geimpft oder genesen ist - einen PCR-Test oder einen höchstens sechs Stunden alten Schnelltest vorweisen (3Gplus-Regel).
In der seit Mittwoch gültigen Verordnung heißt es, dass man auf eine Maske bei „Karnevalsveranstaltungen und vergleichbaren Brauchtumsveranstaltungen mit Mitsingen, Schunkeln oder Tanzen in Innenräumen“ verzichten kann. Voraussetzung für den Zutritt ist aber - wie zum Beispiel bereits in Diskotheken - die 3Gplus-Regel.

Lauterbach für Absage von Karnevalsveranstaltungen in Sälen

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rief erneut dazu auf, Karnevalsveranstaltungen in Sälen abzusagen. „Ich will niemandem die Laune verderben“, sagte der SPD-Politiker im WDR Fernsehen. Es gelte aber: „Jede Innenraum-Veranstaltung, die abgesagt wird, ist eine gute Absage, weil im Moment steigen die Fallzahlen so stark, dass auch die Geimpften gefährdet sind, geschweige denn die Ungeimpften.“