JK Rowling
: Erfolgsautorin sorgt mit neuem Buch für Shitstorm – Twitter-Nutzer erklären Rowling für tot

Nach ihren kontroversen Äußerungen über transsexuelle Menschen hat J.K. Rowling nun ein neues Buch veröffentlicht. Es handelt von einem Serienmörder, der in Frauenkleidern tötet – und facht die Diskussionen über die Erfolgsautorin deshalb erneut an.
Von
Alexander Kern
London
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Die Erfolgsautorin J.K. Rowling steht wegen kontroversen Aussagen über transsexuelle Menschen in der Kritik.

afp

Sie schuf eine der beliebtesten Romanfiguren aller Zeiten: Harry Potter. Die Erfolgsautorin Joanne K. Rowling wurde mit ihrer Buchreihe über den Zauberschüler von Hogwarts weltberühmt, verdiente Millionen. Jahrelang wurde die Britin von ihren Fans vergöttert. Sie galt als Ikone, setzte sich gegen Mobbing ein und wurde für ihre kritische Meinung über US-Präsident Donald Trump gefeiert. Doch mittlerweile sieht sich die 55-Jährige heftiger Kritik ausgesetzt. Der Grund: kontroverse Äußerungen über Transpersonen.

J.K. Rowling: Twitter-Post brachte ihr heftige Kritik ein

Die Debatte entzündete sich am 6. Juni, als Rowling folgenden Tweet postete:

Sie kommentierte den Artikel „Opinion: Creating a more equal post-COVID-19 world for people who menstruate“, der auf dem Entwicklungshilfeportal „Devex“ erschienen ist, mit sarkastischem Unterton: „,People who menstruate.' I'm sure there used to be a word for those people. Someone help me out. Wumben? Wimpund? Woomud?“ Frei übersetzt: „,Menschen, die menstruieren.' Ich bin mir sicher, dass es mal ein Wort für solche Leute gab. Hilf mir mal jemand. Fräuen? Frausen? Frauhen?“

Das gesuchte Wort war selbstverständlich „women“, also Frauen. Rowling ließ zwischen den Zeilen also durchblicken, dass sie die Überschrift dieses Artikels für albern hält.

Hermine-Darstellerin Emma Watson stellte sich gegen J.K. Rowling

Daraufhin erntete die Schriftstellerin einen heftigen Shitstorm. Transgender-Aktivisten kritisierten die Äußerungen als gehässig und verletzend. Zahlreiche Prominente stellten sich gegen Rowlling, unter anderem Hermine-Darstellerin Emma Watson: „Trans-Menschen sind, wer sie sagen, dass sie sind, und sie verdienen es, ihr Leben zu leben, ohne ständig befragt zu werden oder zu erfahren, dass sie nicht der sind, von dem sie sagen, dass sie es sind“, schrieb Watson bei Twitter.

Mit einem Essay auf ihrer Homepage erklärte sich Rowling wenige Tage später. Unter anderem schrieb sie, dass Personen, die den Begriff „Frau“ durch Formulierungen wie „Menschen mit Vulvas“ ersetzen möchten, Frauen „entmenschlichen“ würden. Wer nicht als biologische Frau geboren werde, würde nicht die Gewalt und Diskriminierung erleben, die mit dem Frausein einhergingen. Trans-Frauen und biologische Frauen sollten nicht mit einem Begriff bezeichnet werden, forderte sie – und verhärtete damit die Fronten zwischen ihr und ihren Kritikern.

Cynthia Nixon kritisierte Harry-Potter-Autorin

Auch „Sex And The City“-Star Cynthia Nixon kritisierte Rowling. In einem Interview mit „The Independent“ teilte sie mit, dass die Äußerungen der Harry-Potter-Schöpferin für sie sehr schmerzhaft gewesen seien. Nixon ist lesbisch, ihr Sohn transsexuell. Daher sollen Rowlings Worte insbesondere für ihn nur schwer ertragbar gewesen sein.

Cormoran Strike: Neues Rowling-Buch sorgt für erneuten Shitstorm

Nun hat Rowling ein neues Buch geschrieben. Der Titel: „Böses Blut: Ein Fall für Cormoran Strike“ (englisch: „Troubled Blood“), das unter ihrem Pseudonym Robert Galbraith erschienen ist. Und dieses Werk heizt die Diskussionen erneut an. Das Buch handelt vom Verschwinden einer Frau, von der geglaubt wird, sie sei das Opfer eines Serienmörders geworden. Dieser Mann tötet in Frauenkleidern.

Hashtag #RIPJKRowling macht auf Twitter die Runde

Nun macht auf Twitter ein makaberer Hashtag die Runde: #RIPJKRowling. Dieser soll offenbar andeuten, dass Rowlings Karriere vorbei ist:

Vielen finden den Hashtag, der für „Ruhe in Frieden, JK Rowling“ steht, geschmacklos und sehen darin tatsächliche Todeswünsche gegen die Autorin: