Sandsturm im Iran: Hunderte Menschen im Krankenhaus

Ende Mai verwandelte ein Schusswechsel die Grenzregion zwischen Afghanistan und dem Iran in ein Schlachtfeld mit den Taliban. Es ging um die Wasserversorgung durch einen wichtigen Grenzfluss. Die Region um die iranische Provinz Sistan und Belutschistan ist von Trockenheit und Wasserknappheit betroffen. Glühende Hitze, Trockenheit und Sandstürme plagen die Bewohner im Grenzgebiet.
Mohammad Dehdast/dpaSandstürme kommen hauptsächlich in Wüstengebieten vor, wo der Boden trocken und sandig ist. Bei niedriger Feuchtigkeit ist der Sand leichter, sodass diese trockenen, lockeren Oberflächen es kräftigen Winden ermöglichen, den Sand aufzuwirbeln und zu transportieren. Oftmals sind es starke, kontinuierliche Winde, die über große Flächen hinwegwehen. Der Iran mit seinen knapp 88 Millionen Einwohnern und einer mehr als viermal größeren Fläche als Deutschland hat weite Landesteile, die von Wüsten dominiert sind. In der trockenen Provinz Sistan und Belutschistan, kam es nun zu besonders starken Sandstürmen, wie der staatliche Rundfunk am Dienstag berichtete.
Klimawandel verschärft Dürre — Hunderte wegen Sandstürmen im Krankenhaus
Während in anderen Landesteilen Gewitter und Stürme angesagt waren, ist die betroffene Region in den Sommermonaten von Hitze und Wassermangel geplagt. Forscher warnen seit Jahren vor einer Zunahme von Dürren in der Region, die besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen ist. Aufgrund der nun auftretenden Sandstürme mussten nun mehrere hundert Personen im Krankenhaus behandelt werden.
Warum sind Sandstürme gefährlich?
Das Einatmen von Sand und Staub kann zu Husten, Atemnot und anderen Atembeschwerden führen. Die Partikel in der Luft während eines Sandsturms können somit insbesondere für Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Bronchitis gesundheitliche Probleme verursachen. Neben einer reduzierten Sicht können die schlechten Sichtverhältnisse auch das Risiko von Verkehrsunfällen beispielsweise auf Straßen erhöhen. In landwirtschaftlichen Gebieten können Sandstürme auch schwere Schäden an Feldern und Ernten verursachen. Der Sand kann die Pflanzen bedecken, ihre Fotosynthese beeinträchtigen und zu Ernteausfällen führen. Ernteausfälle können folgen und zum Beispiel Probleme von Dürren verschärft werden. Unabhängig von Auswirkungen auf die Gesundheit und der Versorgung von Menschen mit Lebensmitteln führen Sandstürme auch zu Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Die Sandpartikel können bei den hohen Geschwindigkeiten Oberflächen abnutzen und Korrosion verursachen.
(Mit Material der dpa)
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