In Deutschland hat die Energiewende an Fahrt aufgenommen. Viele Immobilienbesitzer schauen sich alternative Heiz- und Stromsysteme an, um künftig ohne Gas und Öl auszukommen. Neben der beliebten Wärmepumpe kommen auch Solaranlagen in Betracht. Hier wollen wir aufklären:
  • Was kostet eine Photovoltaik-Anlage?
  • Kann man mit Solarenergie heizen?
  • Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Wie sinnvoll ist Heizen mit Solarenergie?

Eine Solaranlage erzeugt zu 100 Prozent erneuerbaren Strom. Da Photovoltaikanlagen meistens mehr an Strom produzieren als im Haushalt benötigt wird, lohnt es sich mit der restlichen Energie das Haus zu heizen. Allerdings deckt der Strom aus einer Photovoltaikanlage nur teilweise den kompletten Heizstrombedarf, was an der schwankenden Stromerzeugung der Anlage liegt. Ein anderer Grund ist die begrenzte Stromerzeugung. Eine durchschnittliche Photovoltaikanlage produziert jährlich etwa 3000-10.000 kWh Strom. Davon werden etwa 30-80 Prozent zur Deckung des Strombedarfs genutzt.
Es ist also möglich, einen Teil des Heizbedarfs mit Solarstrom zu decken. Es reicht aber nicht aus, um komplett mit einer Photovoltaik zu heizen. Denkbar sind an der Stelle aber hybride Systeme, sodass man trotzdem seinen Energieverbrauch mit fossilen Trägern reduziert.

Elektroheizung oder Wärmepumpe - Wo liegt der Unterschied?

Der direkte Betrieb einer Elektroheizung, wie etwa Infrarot oder Nachtspeicher, ist nur ein Weg um mit Solarenergie zu heizen. Eine weitere Möglichkeit wäre, die Photovoltaikanlage an einen Pufferspeicher anzuschließen, um das darin gepufferte Brauch- und Heizwasser elektrisch vorzuheizen, wobei die Heizungssteuerung die Leistung passend drosseln würde. Die dritte Möglichkeit wäre eine elektrische Wärmepumpen, die mit Solarstrom betrieben und mit der konventionellen Heizung verbunden werden kann, um so deren Brennstoffverbrauch zu mindern.
Die Anschaffung einer Solaranlage ist immer eine langfristige Investition.
Die Anschaffung einer Solaranlage ist immer eine langfristige Investition.
© Foto: pixabay

So viel kostet eine Photovoltaikanlage

Die Kosten amortisieren sich erst nach einigen Jahren. Sie liegen derzeit bei etwa 1200 Euro und 1800 Euro pro Kilowatt Leistung (kWp). Das bedeutet für ein Einfamilienhaus muss man mit 8000 Euro bis 18.000 Euro rechnen. Teurer wird es wenn zusätzlich ein Batteriespeicher hinzukommt. Dann kommt man schnell auf 25.000 Euro und mehr.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher?

Bundesweit hat man Anspruch auf die Einspeisevergütung für Solarstrom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. Für Anlagen bis 10 Kilowatt Leistung, die im März 2022 in Betrieb gehen, liegt sie bei 6,63 Cent pro Kilowattstunde. Der Netzbetreiber vergütet den Strom 20 Jahre lang entsprechend. Die Vergütung fällt aber Monat um Monat ein Stückchen. Für Anlagen, die im November 2022 loslegen, rutscht sie voraussichtlich unter 6 Cent pro Kilowattstunde, schreibt das Magazin finanztip.de. Bundesländer können eigene Förderprogramme für Solaranlagen mit Speicher anbieten. Förderprogramme für Batteriespeicher sind auf Bundesländer oder Kommunen beschränkt.

Diese Bundesländer bezuschussen nur Batteriespeicher

In Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen gibt es Fördermittel für Batteriespeicher. In Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein gab es Förderprogramme, die ausgelaufen oder deren Mittel komplett vergeben sind.
Eine Photovoltaikanlage produziert jährlich etwa 3000-10.000 kWh Strom.
Eine Photovoltaikanlage produziert jährlich etwa 3000-10.000 kWh Strom.
© Foto: pixabay

Kredite für Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen und Batteriespeicher

Die staatliche KfW-Bankengruppe hat zur Förderung von Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen und Batteriespeichern das Programm Erneuerbare Energien 270 aufgelegt. Es ermöglicht, die Anlagen zinsgünstig zu finanzieren, egal wo man wohnst. Mit dem Darlehen kann man entweder nur die Photovoltaikanlage finanzieren oder komplett mit Batteriespeicher oder nur einen Batteriespeicher gesondert. Auch Kosten für die Planung und Installation werden gefördert. Die Förderkredite haben Laufzeiten von fünf, zehn oder zwanzig Jahren. Der effektive Jahreszins beträgt im günstigsten Fall 1,45 Prozent.